Aber die Selbstbefreinng, die hier nicht auf theologischersondern auf echt wissenschaftlicher Basis in diesen von demHauch des Altcrthnms zu neuem Leben geweckten Geisternvorzngehen anfing, war eine solche, daß sie bereits nichtmehr weit entfernt davon war, nicht nur von einer be-stimmten kirchlichen Form, sondern von jeder Form theo-logischer Unfreiheit überhaupt sich loszusagcn und sichgegen sie zu wenden. Bezeichnend ist in dieser Hinsicht dasWort, das Erasmus über die sxistolns oUsenrornm vi-rornm, so sehr er auch von ihnen entzückt war, ausricf:„Mit den Bettelmönchen sängt man an, dann aber wirdman gegen Alles wüthen, was Priester heißt." Und nichtminder bezeichnend gewiß ist der Eindruck, den das ersteAnstreten Luthers auf Hutten machte und den er mit sol-cher Deutlichkeit in einem Briefe an den Grasen Nnenarausspricht: „Sie fangen an, sich untereinander zu ver-nichten. -So weißt Du vielleicht noch nicht, daß sich
neulich zu Wittcmberg in Sachsen eine Partei gegen dasAnsehen der Päpste erhoben hat, während eine andere denpäbstlichen Ablaß vertheidigt. Von beiden Seiten wirdalles Mögliche versucht und ans allen Kräften gestritten.Die Anführer beider Parteien sind Mönche und beideschreien, heulen, klagen so laut sie können. Neulich habensie sogar zu schreiben angcfangen. Nun werden Sähe,Schlüssel und Artikel gedruckt und verbreitet. So hoffeich, daß sie sich gegenseitig zu Grunde richten wer-den (sie spsro üet, nt nrntni interitns ennsns sibiinvieem xrnebsnnt). Als mir neulich ein Bruder desBettelordens hiervon erzählte, habe ich ihm geantwortet:„„Fresset euch auf, auf daß ihr gegenseitig von einanderansgesressen werdet" "(eonsnmite, nt eonsnirmmini invicein).Denn ich wünsche, daß sich unsere Feinde ans das Aeußersteuntereinander zerfleischen und aufreiben, „^.e tnxit, schließt