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größer, weiter, befreiter und hmmincr als sein eigenerNiederschlag: die Ncfvrmativn!
Die Beweise davon liegen zn Tage in den SchriftenMrich's von Hntten nnd der andern Humanisten, vor allemauch in dem großen Ncnchlin'schen Streit mit seinen Epi-soden. >— Die Schriften Hnttens enthalten, nnd zumLbcil schon lange vor den Theses an der WittenbergerSchloßkirche, Vieles, was nicht mir zur dogmatischen An-schauung der Reformation selbst, sondern in noch weit spä-terer Zeit zum Stichwort des protestantischen Bewußt-seins, ja sogar der Aufklärung überhaupt st geworden ist.
Ich kann mich nicht enthalten, dies hier beispielsweise durchAnziehung einer Stelle aus Huttens „vcrtcutscht Klag an HerzogFricdcrich von Sachsen des heiligen Römischen Reichs Erzmarschalknnd Chnrfnrsten" zn belegen 1520. (opp. cd. IVlünclu V. x. 13.)„Wir werden nit allein bewältiget, die wir uns unterstanden haben,Ermahnung »nd Erinnerung zn thun, sondern sie befleißigen sich jetztalle Menschen unter zu drucken. Ihr sollt das auch nit leiden, alsdie freien Leut! So sollt ihr auch diesem, als die Fürsten, fürstohn.Eato der Acltcr hat ihnen vor Zeiten zn Rom gesagt: Die Am tlcutnnd Regenten sollt man mit Steinen zn Tod werfen, dieG'walt vermöchten zn erwehren und erwchrcns nit. Sohoch vonnöthcn hat er dies Amt im gmeincn Nutz gehalten. Wie unehr-lich aber, wie schändlich nnd unredlich ist es, daß die Nation, die da istein Knniginn aller Nation, Jemand (viel weniger den »nissigen Pfaffen)dienstbar sein soll. O wollt Gott, daß wir dafür den Türkenn ntcrthänig wären, die doch Männer feind, und sehr gestreng nndvcst und so kriegserfahren, als kom ycndcrt (kaum jetzt) eine Nation,damit man diese Schuld dem Glück, das im Krieg sehr groß macht,hat znmefscn mögen. Ja die Türken regieren auch gütiger und sindgegen ihre Untcrthancn sänflmüthiger. So streiten sie auch nitum den Glauben nnd göttlichen Dienst, sondern kriegen umdie fürstlichen Oberkeit." — Abgesehen von dem Charakteristischend er ganzen Stelle, ist hier das so starke Hervortrctcn der s. g. To-lcranzidee, zn der sich der Protestantismus um so viel später ent-wickelte, daß der Glauben nicht Gegenstand der weltlichen Herrschaftsein dürfe, von höchstem Interesse, nnd steht in strictcm Gegensatz zubem später dem wcstphälischen Frieden untcrgclcgtcn Grundsatz: cujusre§io, e^'us re1i§lo.