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3 (1900) 1077 (Schluß) bis 1084
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237
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Lockerung im sächsischen Anhang Rudolf's; dessen Vorriicken nach Thüringen. 237

Wie sein schwäbischer Verherrlichet: nicht genug rühmen konnte,vermochte er, im Vertrauen auf Gott und seine gute Sache, esbeinahe nicht zu erwarten, bis er mit seinem gleichfalls recht an-sehnlichen Heere zur Schlacht dem Feinde entgegenziehen würde,und ebenso erwiesen sich die Sachsen ganz anders, als das vonHeinrich IV. angenommen worden war, abgehärtet, lebhaft imWunsche, mit ihrer ganzen Kraft den Angriff von ihrem Landeabzuwehren °). So war denn das Heer Rudolf's über die thürin-gische Grenze Heinrich IV. entgegengerückt, so daß dieser nahezuunvermuthet auf den Gegner gestoßen wäre; doch wandte sich daraufRudolf, als er die unmittelbare Nähe des Königs durch Kund-schafter erfahren hatte, rückwärts. Der gleiche Gewährsmann, dersoeben schon erwähnt wurde, stellte das als eine wohl überlegteList, als verstellte Flucht dar, wodurch Rudolf den Feind, der dieseBewegung als wirkliche Aeußerung der Furcht, nicht als bloßscheinbar angesehen habe, verlockte, ihm zu folgen und nachThüringen einzurücken 's).

Schwer hatte nun zunächst die von den Königlichen nach ihremkecken Einbrüche erreichte Landschaft dafür zu büßen, daß die erz-bischöfliche Kirche von Mainz hier Besitzungen hatte. Diese wurdenverwüstet, und vor den Anderen thaten sich die Böhmen, derenHerzog Wratislav selbst im königlichen Heere anwesend war, inVerwüstung und Brandlegung hervor. Allerdings verhängte deß-wegen Erzbischof Siegfried, der, wie anzunehmen ist, gleich Erz-bischof Gebehard von Salzburg, jetzt auf sächsischem Boden sichaufhielt, nach einer Berathung mit diesem und mit den anderenihm beistimmenden Bischöfen, über Heinrich IV., als den Anführer

°) Ueber die Sachse» — m»Iti8 ,jam laborilnm exereitati st per imütssinguistuckinea a somvo guietia expergskacti — berichtet Bruno, I. o. Dagegenist der Annalist wieder geradezu unleidlich breit über Rudolf und dessen pras-granckia auorum inilitum sxoroilus, wie er oecuraars animosus plurimum Osigusinmericorckiae eirmgns su8titias ücluoia aummopsre corroboratu8, vom valickus/eli Oei arclor so entzündet gewesen sei: nt si aecelsmas 8anetae statumsuumgus jus Isgittiinuin per boe rseupsrars po88et, ss in omns psrieulum etin ipsam mortem ckars neguaguam (Istrectas8st (824).

') Es ist zwar etwas ausfällig, daß der Sachse Bruno von de» mili-tärischen Bewegungen vor dem Scküachttage ganz schweigt. Doch schließt dasnicht aus, daß der Annalist doch glaubwürdig ist, wenn er erzählt, daß Hein-rich IV. auf dem Anmarsch von Mainz schon ex improvmo terms auf Rudolf'spraegrantls sxereitus sui eolleginm et in bellum nimm prompti88imum ge-stoßen wäre, worauf Rudolf — quasi illorum (8e. der Königlichen) metu tügamsimulans — eum suis retroxrackus artiüeinss für die Königlichen einen loeusinvaüencki provineism (d. h. nothwendig von Hessen nach Thüringen hinein:Illi tugam 8axonum verum et non ckispensatoriam arbitrantss) ausgeschlossenhabe; wenn dann weiter gesagt wird, Rudolf habe so auf den Zusammenstoßhin gehandelt: ns ... . ipsi (oo. die Königlichen) a 88 perssqusnte tantomin»8 mors 8»o äiitugissvnt, quaiito intra patriae illiua terminoa (8e. inThüringen) a eompatriotis omnib»8 unckiquo impeti et oircumäari Leo pro-pitiante potuisssnt, so blickt da wieder die volle Feindseligkeit des Autorsdurch (324).