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Aus dem Kampf der Schwärmer gegen Luther : drei Flugschriften
(1524, 1525)
Entstehung
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In ganz Thüringen gährte es schon im Jahre 1524. Auchandere Prediger, z. B. Jacob Strauss in Eisenach, welcherdie bürgerlichen Bestimmungen des mosaischen Gesetzeswieder einfiihren wollte, gegen Zahlung von Zinsen u. s. w.eiferte, trugen in anderer Weise dazu bei. Es war die un-heimliche Schwüle vor dem Ausbruch des Gewitters, das imnächsten Jahr im Bauernkrieg auch über Thüringen dahin-tobte. Luther bereiste auf Wunsch des Kurfürsten die auf-geregte Gegend, traf am 21. August in Jena mit Carlstadtzusammen, und eine hier stattgefundene Unterredung zwischenbeiden führte zum völligen Bruch. Luther gab Carlstadteinen Goldgulden darauf, dass er Macht habe wider ihn zuschreiben. Als Luther am 24. nach Orlamünde selbst kam,fand er hier bei der fanatisch erregten Menge einen üblenEmpfang, von Verwünschungen und Schmähungen verfolgtmusste er mit seinen Begleitern wegziehen, ohne etwas aus-gerichtet zu haben. Am 11. September erbot sich Carlstadtin einem Brief an Herzog Johann von Sachsen,damit seinGelimpf und Lindigkeit allenthalben erkannt, und er nichtein Poltergeist oder haderischer Schwärmer, wie er denn vonLuther ausgeruft, geachtet werde, eine Zeitlang noch sichdes Schreibens zu enthalten, bis durch ein Verhör derFürst seine Unschuld erkenne, und dass er nichts denn alleinden Grund göttlicher Wahrheit suche. Am 18. Septembererhielt er aus der fürstlichen Kanzlei zu Weimar in Bezugauf das Verhör eine abschlägige Antwort, zugleich den Befehl,dass, nachdem die Pfarrei zu Orlamünde an Dr. Caspar Glatzübertragen worden, er unter Auslieferung des Pfarr-Inventarsdas Kurfürstentum zu verlassen habe; was er aber widerDr. Luther zu erhalten vermeine oder mit Schreiben nichtzu unterlassen wisse, daran werde er Seiner Fürst! Gnadenhalben ungehindert sein. Ein Gesuch des Kats zu Orlamündevom 23. um Aufschub für Carlstadt, angesehen sein sehrschwanger Weib, sein klein unmündig Kind und den her-dringenden Winter, wurde ebenfalls am 28. abschlägig beschie-den. So verliess denn Carlstadt Anfangs Oktober Orlamünde,nicht ohne zwei Abschiedsbriefe an seine Gemeinde, einen andie Männer, den andern an die Weiber, zu hinterlassen, in denener sich unterzeichnetAndreas Bodenstein, unverhürt und