Nr. 118. Preis: 60 Pf. Neudrucke deutscher Litteraturwerke des XVI. und XVII. Jahrhunderts. Flugschriften aus der Reformationszeit. X. Aus dem Kampf der Schwärmer gegen Luther. Drei Flugschriften (1524. 1525). Herausgegeben Ludwig Enders. Halle a. S. Max Niemeyer. 1893. / Nettester Verlag von MAX NIEMEYER in Halle a . S. Bürers schriftlicher Nachlass auf Grund der Original Handschriften und theilweise neuentdeckter alter Abschriften herausgegeben von Prof. Dr. Lange und Dr. F. Fulise. Mit einer Lichtdrucktafel und 8 Textillustrationen. 8. Ji 12,00. Joli. Peter (le Memels Lustige Gesellschaft. Nebst einer Uebersicbt über die Schwanklitteratur des XVII. Jahrhunderts. Von F. Gerhard. 8. Ji 2.80. Briefe u. Tagebücher Georg Försters von seinen Reisen am Niederrhein, in England und Frankreich im Frühjahr 1790. Herausgegeben von Albert Leitzmann. 8. Ji 6,00. Flugschriften aus der Reformationszeit. X. Aus dem Kampf der Schwärmer gegen Luther. Drei Flugschriften (1524. 1525). Herausgegeben von Lu (1 wi g Enders. Halle a. S. Max Niemeyer. 1893 . 1 i 1 5 n Neudrucke deutscher Litteraturwerke des XVI. und XVII. Jahrhunderts- No. 118. Einleitung. I. II. Nachdem Thomas Münzer im Frühjahr 1521 Zwickau teils infolge persönlichen Zwistes mit dem dortigen, damals noch der Reformation zugethanen Prediger Egranus, teils wegen seines kirchlich schwärmerischen und politisch revolutionären Auftretens hatte verlassen müssen, war er zwei Jahre lang ohne festen Wohnsitz umhergezogen, bis er, ohne von dem Kurfürsten präsentiert zu sein, 1523 um Ostern die Stelle als Prediger an der St. Johanniskirche in Allstedt bei Eisleben erhielt. Seine schwärmerischen Ansichten, die auf unverstandene und missverstandene Gedanken der mittelalterlichen Mystik, besonders eines Tauler und Suso, znrückzuführen sind, fanden bei den Bürgern des Städtchens, selbst bei dem Rat und dem kurfürstlichen Schösser Hans Zeys, Anklang, und so ging er, von diesen unterstützt, in der Umgestaltung des dortigen Kirchenwesens mit stürmischem Eifer voran. Schon gleich bei seinem Amtsantritt konnte er es bei der Stimmung, mit welcher ihm die Bürgerschaft entgegenkam, wagen, eine durchaus deutsche Liturgie einzuführen, noch ehe Luther solches in Wittenberg unternahm. Er hatte aber Grösseres noch vor. „Es bedarf eines neuen Johannes, der im Geiste Eliä auftrete“, wozu er in sich selbst den Beruf fühlte, „die lautbaren beweglichen Posaunen zu blasen, dass sie erschallen mit dem Eifer der Kunst Gottes, keinen Menschen anf dieser Erde zu verschonen, der dem Worte Gottes widerstrebe.“ Eine gewaltsame Vertilgung der Gottlosen, eine ge- waltthiitige Vernichtung der Abgötterei war es, das er forderte und anszufiihren begann. In diesem Geist unternahm er am IV 7. April 1524 (nicht erst Mitte Juni, wie Seidemann S. 39 angiebt; vgl. Nebe in der Zeitsclir. des Harzvereins XX, 153) mit. einer aufgeregten Volksmenge einen Zerstüruugszug gegen die benachbarte Wallfahrtskapelle Maiderbach mit ihrem wunderthiitigen Marienbilde. Unter Berufung auf 5. Mos. 7, 5. verbrannte nach mancherlei Unfug das stürmende Volk die Kapelle. Bald darauf hielt Münzer auf dem Allstedter Schlosse im Beisein des Kurfürsten Friedrich von Sachsen und seines Bruders, des Herzogs Johann, eine Predigt, welche er auch im Drucke ausgehen liess. Es ist die S. 24 Note 1 angeführte „Auslegung des 2. Kapitels Daniels“, worin er die Fürsten zum gewaltsamen Vorgehen gegen das Papsttum auffordert und ihnen zuruft: „Darum dass die Wahrheit recht an den Tag gebracht möge werden, da müsset ihr Regenten, Gott gebe ihr thuts gerne oder nicht, euch halten nach dem Beschluss dieses Kapitels, dass derNebucadnezar hat den heiligen Daniel zum Amtmann gesetzt, auf dass er möchte rechte gute Urtheil vollführen“; er droht ihnen, dass Gott sie selber mit einer eisernen Stange unter die alten Töpfe schmeissen werde; die Freunde des Evangeliums aber ermuntert er: „Seid nur keck, der will das Regiment selber haben, dem alle Gewalt im Himmel und auf Erden gegeben ist!“ Diese Predigt schickte der Schösser Zeys, dem Münzers Auftreten doch jetzt anfing bedenklich zu werden, am 20. Juli an den kurfürstlichen Hofprediger Spalatin mit einem Briefe des Inhalts, „dass von grossen nothen sei, dass Magister Thomas verhört werde, und zwar, dass es forderlich und bald geschehe, wie [ich] uf nächst auch Doctor Brucken [dem kurfürstlichen Kanzler] hie bericht habe, dass er sich beklagt, man wolle ihn nit hören noch verhören, und wird seine Lehre also hie umb ausgebreit unter dem gemeinen Mann, dodurch sie sich auch rotten, und mit der Predigt darauf dringt. Es ist gross Zeit, die Sach mit der Verhör fürzunehmen; dann geschiehts nicht, so ist contemptus principum vorhanden, ist zu besorgen, dass sich das Volk mit Haufen zusammen wird werfen, wie er dann öffentlich prophezeit. Das wird Placken und Rauben und ein solicher Unlust in dieser Art werden, dovon nie ghort. Darumb kehrt Fleiss an, dass ein Tag zu einer öffentlichen Verhöre angesetzt w'erde, zu erfahren, ob V sein Lehre recht sei: befindt sichs, dass sie rechtschaffen ist, darob zu halten; wue nit, solichs füglich abzuschaffen, dann unverhort eine Änderung zu machen, ist nicht zu thun. Das Volk hängt fest an ihm. Er thät nächst vor mein gn. Herrn beiden Fürsten [? im Druck: baden furstl.] hie ein Sermon, den schick ich euch hiebei. Er hat dem Kanzler zugesagt, uf unsers gnädigsten Herrn Befehel kein Ding drucken zu lassen, seine f. G. oder m. g. H. Herzog Hans haben es dann besichtigt. Kehrt Fleiss au, dass er furbeschieden werde, es wäre gein Weymar, Erffert [Erfurt] oder sonst an gelegene Stätte, er will allerlei Volk dobei haben, wie ihr vielleicht bericht seid.“ (Kapp, kleine Nachlese zur Erläuterung der Reformations-Gesch. nützlicher Urkunden. 11,1727. S. (11b f.) Diese Predigt, jedenfalls mit einem begleitenden Brief, vielleicht mit dem von Zeys erhaltenen, schickte Spalatin an Luther, der sie am 31. Juli mit der ironischen Bemerkung zurücksendet: „Remitto tibi furiam Alstettinam, dignam, quae etiam aliqua praebenda honoretur, nedurn in terra foveatur. Sic Christo placuit, ut indigni simus et agnoscere et curare ea, quae Dei sunt, qui hactenus sic curavimus ea, quae Satanae sunt, ut semper eadem foveamus.“ (Enders, Luthers Briefwechsel Nr. 812.) Nach Empfang der miinzerschen Predigt erkannte Luther klar, wovon bis dahin nur dunkle Kunde zu ihm gedrungen zu sein scheint, dass es sich um aufriihrisches Beginnen handle, und dass die Obrigkeit, in Ungewissheit, wie weit ihre Pflicht gehe, einzugreifen zögere. Da griff er ein, und schrieb in den letzten Tagen des Juli, wohl sofort nach dem Empfang jener Predigt, seinen „Sendbrief an die Fürsten von Sachsen, vom aufrührischen Geist“, unsere erste Schrift, die er auch sogleich durch den Druck veröffentlichte. Denn dass diese in der Orginalausgabe undatirte Schrift schon in den letzten Tagen des Juli geschrieben und gedruckt wurde, und nicht erst am 21. August, unter dem sie häufig, auch von de Wette, Luthers Briefe II, 538 und Erl. Lutherausg. 53, 255 angeführt wird, geschrieben sein kann, ergiebt sich aus einem Briefe Münzers an den Kurfürsten vom Tage Inventionis Stephani, 3. August (bei Förstemann, Neues Urkundenbuch S. 248), worin er auf diese Schrift mit den Worten Bezug nimmt: „wie itzt der vorlogene Luther thut in seinem Schandbrief an die Herzoge zu Sachsen und wider mich ausgangen, do er so grimmig und hässlich [= gehässig] einher platzt als ein prächtiger Tyrann ohn alle brüderliche Vormahnung.“ Infolge des Sendschreibens Luthers griffen die sächsischen Fürsten jetzt ernstlicher ein. Zwar hatten sie schon, nachdem Zeys am 18. Juni, allerdings recht spät und ohne Miinzers Hamen zu nennen, über den Zug nach Maiderbach einen Bericht eingesandt hatte, die Zerstörer der Kapelle in Geldstrafen genommen; aber die Allstedter säumten zu zahlen, und von oben her scheint dem Strafmandat kein weiterer Nachdruck gegeben worden zu sein. Jetzt aber wurde Münzer auf den 1. August nach Weimar beschieden, um Rede zu stehen. In dem Verhör scheint er eine klägliche Rolle gespielt und hinter allerlei faule Ausreden sich geflüchtet zu haben. Er wurde mit dem Bescheide entlassen, dass man sich Weiteres über ihn zu verfügen Vorbehalte. Als er, innerlich bewegt und gelben Angesichts, aus der kurfürstlichen Kanzlei kam, gab er dem Schösser Zeys auf die Frage, wie es ihm ergangen sei? die Antwort: „Ei, wie soll es gehen? Es geht also, dass ich ein anderes Fiirstenthum besuchen muss!“ Dass in Allstedt seines Bleibens nicht mehr sei, wurde ihm freilich nach seiner Heimkehr dorthin noch klarer. Denn als er hier einen ernsten Ausbruch beschleunigen wollte, oder wie er sich selbst, am Schluss seiner „Schutzrede“ (vgl. S. 38) ausdrückte: da ich meinte, das ernste Wort Gottes zu predigen, da kam ein Rathsherr und wollte mich den höchsten Feinden des Evangelii überantworten. Wohl erbot er sich in dem oben angeführten Briefe vom 3. August au den Kurfürsten zu einem Verhör vor der Christenheit, wozu aus allen Nationen diejenigen entboten werden sollten, „die im Glauben unüberwindliche Anfechtung erduldet und zur Verzweiflung ihres Herzens gekommen sind“, — wie er bereits am 13. Juli an Herzog Johann geschrieben hatte: „Ich will die Römer, Türken, die Heiden dabei haben“ —, aber er wartete den Erfolg nicht ab: am 7. August verliess er heimlich Allstedt und kam damit seiner Verabschiedung zuvor, welche der Kurfürst am 16. August verfügte auf die Beschwerde Herzogs Georg von Sachsen, dass Münzer einen aufrührischen Brief an seine Unterthanen in Sangershausen aus- VII gelassen, und auf dessen Drohung, selber eingreifen und das „belobte Evangelium“ verfolgen zü müssen, wenn der Kurfürst nicht Abhilfe schaffte. Münzer wandte sich zunächst nach der freien Reichsstadt Mühlhausen, wodurch er sich einerseits der fürstlichen Gewalt entzog, andererseits hoffen konnte, hier auf dem seit dem Frühjahr 1523 durch seinen Gesinnungsgenossen Heinrich Pfeifer, auch Schwertfeger genannt, einen ausgelaufenen Mönch, zubereiteten Boden seine Pläne des gewaltsamen Umsturzes ausführen zu können. Luthers am 21. August von Weimar aus geschriebener Warnungsbrief an die Mühlhausener kam zu spät, Münzer war schon in der Stadt und hatte bereits mehrfache Unruhen erregt. Doch besass der Rat diesmal noch so viel Macht, den Aufruhr niederzuhalten und Münzer nebst Pfeifer zu nötigen, dass sie am 20. September die Stadt verliessen. Sie gingen nach Nürnberg, und hier liess Münzer unsere zweite Schrift drucken, die wohl schon in Mühlhausen verfasste „Hochverursachte Schutzrede“, deren Abfassungszeit also jedenfalls in den September 1524 anzusetzen ist. Als dem Rat die ohne seine Censur gedruckte Schrift bekannt wurde, liess er alle Exemplare, die noch vorhanden, confiscieren und den Druckergesellen des Hans Piergott, der das Buch ohne Wissen seines Meisters gedruckt hatte, am 31. Oktober ins Lochgefängnis sperren. Münzers Aufenthalt in Nürnberg aber kann nur wenige Tage gedauert haben, während der mit ihm gekommene Pfeifer etwa einen Monat lang blieb, bis er am 29. Oktober vom Rat ausgewiesen wurde. Ob Münzer ebenfalls, wie Melanchthon sagt (Historia Thomä Münzers, des Anfängers der Diiringischen Auffruhr, sehr nützlich zu lesen, in Luthers Werken Altenburg. Ausg. III, 128), durch den Rat zeitlich aus der Stadt gejagt wurde, oder ob er freiwillig weiter ging, muss dahin gestellt bleiben. Letzteres behauptet Münzer selbst in einem Briefe an Christoph Meinhard, einen Bürger zu Eisleben und Vetter des Allstedter Schössers Zeys, dem er schreibt (Altenb. III, 111): „Ich habe meine Lehre lassen zu Nürnberg drücken, und sie wollen beim Römischen Reich Dauck verdienen sie zu unterdrücken; ich bin entschuldigt. Ich wollt wohl ein fein Spiel mit den von Nürnberg angerichtet haben, wenn ich Lust VIII hätte Aufruhr zu machen, wie mir die lügenliaftige Welt Schuld gibt . . . Viel vom Nürnberger Volk rietken mir zu predigen, da antwortete ich, ich wäre um deswillen nicht hinkommen, sondern mich durch den Druck zu verantworten.“ Wie dem nun auch sei, ob freiwillig, ob gezwungen, er ver- liess Nürnberg nach wenigen Tagen, wie sich schon daraus, ergiebt, dass in das viertel Jahr von Mitte September bis Mitte Dezember seine Reise nach Süddeutschland, sein Besuch in Basel bei Oecolampad, sein Besuch in Waldshut bei Balthasar Hubmeier, sowie ein Aufenthalt von acht Wochen in Griessen im Klettgau (vgl. Bullinger, libri VI. adversus Anabaptistas. Tiguri 1560. fol. 2.), und von da seine Rückreise nach Mühlhausen , wo er am 13. Dezember anlagte, unterzubringen ist. Auf dieser Wanderung nach Süddeutschland und der Schweiz, wodurch er hauptsächlich mit den dortigen verwandten Richtungen, besonders der wiedertäuferischen, Fühlung gewinnen wollte, sowie auf seine Rückkehr nach Mühlhausen, seine abermalige Austreibung und seine abermalige Rückkehr im Februar 1525, womit die Endkatastrophe seines Lebens beginnt, ihn zu begleiten, liegt jedoch ausserhalb des Rahmens unserer Erörterung, die nur auf die Umstände seines Lebens eingehen konnte, welche für die Entstehung und zum Verständnis der von uns edirten Schrift von Belang sind. Quellen, ausser den schon gelegentlich angeführten: J. K. Seidemann, Thom. Münzer. Dresden und Leipzig 1842 (infolge neuerer Forschungen mancher Berichtigung und Ergänzung bedürftig); Nebe in der Zeitschr. des Harz. Ver. Bd. XX; Holzhausens Mitteilungen aus der Miihlhauser Chronik, in: Schmidt’s Zeitschr. für Geschichtswissenschaft. Bd. IV; Karstens in der Zeitsch. für thiiring. Gesch. Neue Folge Bd. IV; Köstlin, Luther, Bd. 1; Kolde, Mart. Luther, Bd. 2; Enders, Briefwechsel Luthers, Bd. 4. III. Ungefähr um dieselbe Zeit, wo Münzer Allstedt verliess, musste auch Carlstadt aus Orlamünde weichen. Die dortige Pfarrei war eine Präbende des Archidiakons der Stiftskirche zu Wittenberg, der ihre Einkünfte bezog, die Pfarrei aber IX hergebrachter inasseu durch einen von dem Kurfürsten und dem akademischen Senat festangestellten Vikar versehen liess. Als im Herbst 1523 der Vikar Conrad Glitz (nicht „Glück“, wie ihn Jäger, Carlstadt S. 349 und 427 nennt), mit der Gemeinde zerfallen, seine Stelle aufgab, predigte zuerst Carlstadt, welcher Wittenberger Arcliidiakon war, selbst einige male dort, und liess sich dann von der Gemeinde zu ihrem Prediger wählen, ohne deshalb seine Wittenberger Professur aufzugeben, die er aber von da an gänzlich vernachlässigte. Die wiederholte Aufforderung des Kurfürsten und der Universität, die Pfarrstelle abzugeben und zu seinem Amt nach Wittenberg zurückzukehren, wusste er zu umgehen. Seine 'Hurtigkeit in Orlamiinde war von vornherein eine der Münze- rischen in Allstedt ähnliche. Mit Bildersturm und Umsturz der alten Cultusformen, wie er solches bereits in Wittenberg während Luthers Abwesenheit auf der Wartburg unternommen hatte, begann er sein Wirken, iu aufreizenden Predigten und Schriften, deren er eine grössere Zahl aus seiner Winkeldruckerei in Jena hervorgehen liess, setzte er es fort. Es herrscht in ihnen derselbe schwärmerisch-mystische und fanatische Geist, wie wir ihn bei Münzer finden, wenn auch Carlstadt nicht so radikal auftrat, ja den Versuch Münzers, ihn in sein revolutionäres Vorgehen mit hineinzuziehen, durch einen offenen Brief „der von Orlamiinde an die zu Allstedt, wie man christlich fechten soll“, vom 19. Juli 1524 entschieden ablehnte. Carlstadts Zerwürfnis mit den Wittenbergern wurde aber noch verstärkt durch seinen Dissensus in der Lehre vom heiligen Abendmahl, das er seines Charakters als Sacrament völlig entkleidete, mit geradezu rohen Worten von demselben sprach, für Luthers Auffassung nur Spott hatte und die Wittenberger als neue Papisten, Sacramentsknechte, Sacramen- tierer bezeichnete. Es wäre in gewisser Beziehung ein psychologisches Kätsel, wie in demselben Manne die beiden Eichtungen, die tief - mystische, die in seinen sonstigen Schriften einem entgegentritt, und die platt-rationalisierende, die in seinen Abendmahlsschriften sich vorfindet, neben einander bestehen konnten, wenn nicht die Eitelkeit Carlstadts, die sich darin gefiel, immer etwas Neues vorzubringen, uns dieses Kätsel löste. X In ganz Thüringen gährte es schon im Jahre 1524. Auch andere Prediger, z. B. Jacob Strauss in Eisenach, welcher •die bürgerlichen Bestimmungen des mosaischen Gesetzes wieder einfiihren wollte, gegen Zahlung von Zinsen u. s. w. eiferte, trugen in anderer Weise dazu bei. Es war die unheimliche Schwüle vor dem Ausbruch des Gewitters, das im nächsten Jahr im Bauernkrieg auch über Thüringen dahintobte. Luther bereiste auf Wunsch des Kurfürsten die aufgeregte Gegend, traf am 21. August in Jena mit Carlstadt zusammen, und eine hier stattgefundene Unterredung zwischen beiden führte zum völligen Bruch. Luther gab Carlstadt einen Goldgulden darauf, dass er Macht habe wider ihn zu schreiben. Als Luther am 24. nach Orlamünde selbst kam, fand er hier bei der fanatisch erregten Menge einen üblen Empfang, von Verwünschungen und Schmähungen verfolgt musste er mit seinen Begleitern wegziehen, ohne etwas ausgerichtet zu haben. Am 11. September erbot sich Carlstadt in einem Brief an Herzog Johann von Sachsen, „damit sein Gelimpf und Lindigkeit allenthalben erkannt, und er nicht ein Poltergeist oder haderischer Schwärmer, wie er denn von Luther ausgeruft, geachtet werde“, eine Zeitlang noch sich des Schreibens zu enthalten, bis durch ein Verhör der Fürst seine Unschuld erkenne, und dass er nichts denn allein den Grund göttlicher Wahrheit suche. Am 18. September erhielt er aus der fürstlichen Kanzlei zu Weimar in Bezug auf das Verhör eine abschlägige Antwort, zugleich den Befehl, ■dass, nachdem die Pfarrei zu Orlamünde an Dr. Caspar Glatz übertragen worden, er unter Auslieferung des Pfarr-Inventars •das Kurfürstentum zu verlassen habe; was er aber wider Dr. Luther zu erhalten vermeine oder mit Schreiben nicht zu unterlassen wisse, daran werde er Seiner Fürst! Gnaden halben ungehindert sein. Ein Gesuch des Kats zu Orlamünde vom 23. um Aufschub für Carlstadt, angesehen sein sehr schwanger Weib, sein klein unmündig Kind und den herdringenden Winter, wurde ebenfalls am 28. abschlägig beschie- den. So verliess denn Carlstadt Anfangs Oktober Orlamünde, nicht ohne zwei Abschiedsbriefe an seine Gemeinde, einen an die Männer, den andern an die Weiber, zu hinterlassen, in denen er sich unterzeichnet „Andreas Bodenstein, unverhürt und XI unüberwunden, vertrieben durch Maitinum Lutherum“. Er wandte sich zunächst seiner Heimat Franken zu, und ging nach Rothenburg an der Tauber, wahrscheinlich weil dort sein ehemaliger Wittenberger College und Gesinnungsgenosse Johannes Deuschlin Prediger war. Aber noch im Oktober wanderte er weiter, ging nach Süddeutschland und der Schweiz, hielt sich, überall aber nur kurz, in Strassburg, Basel und Zürich auf, Hess unterwegs verschiedene Streitschriften drucken, und kehrte noch vor Ablauf des Jahres nach Rothenburg zurück. In der Reichsstadt Rothenburg predigte schon um die Zeit des Wormser Reichstags der unbekannt wann? als Prediger dahin gekommene Wittenberger Professor und I)r. der Theologie Johannes Deuschlin (auch Teuschel; Alb. Yiteb. ed. Förstemann p. 27: Dns. Johannes Teuschleyn de Frickenhausen arcium magister. sacre theologie professor huius studij, inscribiert Oktober 1505) in der neuen Weise. In seiner vorreformatorischen) sowie in seiner reformatorischen Wirksamkeit berührt er sich nahe mit dem Wiedertäufer Balthasar Hubmeier. Wie dieser durch seine Predigten in Regensburg 1519 einen Judensturm erregte, bei welchem die Synagoge niedergerissen und an ihrer Stelle die Kapelle zur schönen Maria errichtet wurde, die bald ein beliebter Wallfahrtsort wurde, so hatte auch Deuschlin, vielleicht um dieselbe Zeit (Zweifel sagt: „vor 4 oder 5 Jahren davor“, nämlich vor 1524), durch seine Predigten das gemeine Volk dermassen gegen die Juden aufgereizt, dass diese, um den Unbilden des Volks zu entgehen, letztlich vom Rat Urlaub begehrten und von Rothenburg wegzogen. Darauf wurde die Synagoge gestürmt, erbrochen, ein Marienbild hineingesetzt und sie zu einer Kapelle der reinen Maria umgewandelt. In gleich stürmischer Weise scheint er das Evangelium verkündigt zu haben, ohne dass es jedoch bis jetzt zu Thätlichkeiten gekommen war. Der verbannte Carlstadt ward hier mit offenen Armen aufgenommen. Nicht nur der Prediger Deuschlin, und der Pfarrer sowie Deutschordens-Comthur Caspar Christan, auch der Alt-Bürgermeister Ehrnhard Kumpf u. A. gehörten bald zu seinen eifrigsten Anhängern. Letzterer führte ihn sogar nach dem benachbarten, dem Markgrafen Casimir von Brandenburg gehörigen Crailshaiin, „vielleicht den Pfarrer daselbsten XII seiner Opinion auch zu berichten“, wie Zweifel sagt. Der Markgraf aber, nachdem er davon gehört, liess seinen Räten zu Ansbach und den Amtleuten einen ernstlichen Befehl zugehen, den Carlstadt weder zu hausen, zu herbergen, noch im Fürstentum zu gedulden, sondern ihn, wo er begriffen würde, gefänglich anzunehmen und zu verwahren. Auf einer geschäftlichen Anwesenheit in Ansbach las der Stadtschreiber von Rothenburg, Thomas Zweifel, diesen Befehl; zurückgekehrt machte er im Rat davon Meldung, und riet ein gleiches Edict für Rothenburg zu erlassen, „schwer Ungnad, Straf und andern Unrat, so aus der Duldung Carlstadts zu erwachsen vor Augen wäre, zu vermeiden“. Da aber Kumpf widersprach, es sei jenes Edict „nichts und nicht wahr“, so wurde zwar kein Beschluss der Ausweisung gefasst, aber Deuschlin und die Andern ernstlich ermahnt, sich Carlstadts zu entschlagen und ihn, wo er bei ihnen wäre, wegzuweisen. Als diese Mahnung erfolglos blieb, der Rat vielmehr vernahm, dass Carlstadt noch heimlich in der Stadt sei, so erliess er, wiederum auf Anregen Zweifels, jetzt am 27. Januar einen förmlichen Ausweisungsbefehl: „Zu wissen, dass ein Ehrbarn Rath dieser Stadt hie zu Rothenburg wahrhaftig anlanget, wie Dr. Andreas Bodensteiu von Carlstadt etlich irrig, ketzerisch und verfuhrisch Lehr, Schriften und Bücher, den Leib und das Blut Jesu Christi, unsere Seligmachers, und ander mehr Artikel, unsern heiligen christlichen Glauben belangend, ausgehen lass.“ Nachdem aber die benachbarten Fürsten und Herrschaften verboten hätten, solche ketzerische Schriften und Lehren feil zu haben und zu predigen, dazu auch denselben Dr. Carlstadt weder zu hausen, noch zu hofenu.s.w., habe auch der Rat etlichen der Ihren, Geistlichen und Weltlichen, solches gebieten und sagen lassen. Gleichwohl lange einen Ehrbaren Rat glaublich an, wie Carlstadt hie heimlich gehalten, auch seiner irrigen, ketzerischen Lehr Hiilf und Beistand gethan werde, was nicht nur wider die dem Rat schuldige Pflicht und Verwandnis geschehe, sondern daraus auch einem Rat und gemeiner Stadt „nicht klein Nachred und Versagung entstehet, daraus merklicher Unrath, Straf und Nachtheils zu besorgen und zu erwarten ist.“ Deshalb werde hiermit nochmals öffentlich „bei ihren Eiden, Pflichten XIII und Vcrwandnisscn ernstlich verboten, den genannten Dr. Carlstadt weder zu hausen, zu herbergen, unterzuschleifen, zu ätzen, tränken oder fiirzuscliieben, auch seine liücher, Schriften und Lehren weder feil zu haben, zu verkaufen oder zu kaufen, heimlich oder öffentlich, in kein Weis noch Weg, als lieb einem Jeden sein kaiserl. Maj. und dos Reichs, auch eines Ehrbarn Raths schwere Ungnad und Straf, die gegen einem jeden Ueberfahrer gestattet werden und geschehen soll.“ Das am Rathaus angeschlagene Edict wurde jedoch heimlich abgerissen und Carlstadt blieb mit Unterstützung Kumpfs in des Tuchscheerers Philipp Schleyt Haus versteckt, und liess weitere Schriften Uber das Abendmahl ausgehen, die zu Rothenburg heimlich gedruckt wurden. (Ein Rothenburger Drucker Cunz Kern gehört dem im Aufruhr gebildeten 42 er Ausschuss an und wird im Verzeichnis derjenigen, welche dem Rat übel nachgeredet und auf Seiten der Bauern waren, aufgeführt, verbannt und in 40 Gulden Strafe genommen.) ln dieser Zeit war eine Aussöhnung mit Luther nahe gewesen. Dieser blieb trotz allem, wenigstens damals noch, persönlich Carlstadt nicht abgeneigt, so dass er ihn mit dem ungeratenen und doch von David geliebten Absalom vergleicht, wenn er am 3. Oktober 1524 an Spalatin schreibt: Mihi quo- que ferendus est Absalom. Deshalb aber konnte er doch nicht auf seine Irrlehren und die gegen ihn selbst ergangenen Angriffe stille schweigen, und so erschien zu Neujahr 1525 der erste, Ende Januar der zweite Teil seiner Schrift „Wider die himmlischen Propheten.“ Im ersten Teil wendet er sich gegen Carlstadts Verwerfung der Bilder, der Ceremonien u. s. w., auch kommt er hier auf die Notwendigkeit seiner Vertreibung zu sprechen; im zweiten Teil bekämpft er Carlstadts Abendmahlslehre, welche schon im Jahre vorher durch Urban Regius in der S. 46 1 erwähnten Schrift ihren ersten Gegner gefunden hatte. Schon im Dezember, wahrscheinlich nach seiner Rückkehr nach Rothenburg, hatte Carlstadt in der Not, in die ihn die Verbannung gebracht, sich an Luther brieffich um Aussöhnung gewendet und dieser ihm auch am 23. Dezember in einem verlorenen Briefe nicht unfreundlich geantwortet, der jedoch erst am IS. Februar in Carlstadts Hände kam, worauf dieser noch am nämlichen Tage in einem weiteren Schreiben um Vermittelung freien Geleits bittet und seine friedliche Gesinnung versichert. Luther kam seinem Ersuchen nach, aber der Kurfürst lehnte es ab. Ehe jedoch Carlstadt über den Erfolg seiner Bitte Nachricht hatte, empfing er Luthers Schrift am 2) Wenn wyr solche wort von yhnen redeten, ') ^.Aiioola, ^uslsx. ckss 19. 1525: „Morsr vs» aebtote uocl vsrlaebts aaob spöttiseb allo, äis sieb äor bl. so were yhr creutz vnd leyden (acht ich) theurer, denn Christus leyden, würdens auch höher vnd mehr preysen, also gerne wollt der arme gehst, leyden vnd creutz von yhm gerhümet haben. Vnd mügen doch nicht leyden, das man eyn wenig an yhrer hymelischen stym vnd Gottes werck zweyffel odder bedenck neme, Sondern wöllens stracks mit gewallt gegleubt haben, on bedencken, das ich hochmütigem stoltzern Heyligen gehst, (wo ers were) Widder gelesen noch gehört habe. Mijb) Doch itzt ist nicht zeyt noch raum yhre lere zu vrteylen, wilche ich vorhyn zwey maN) wol erkannt vnd geurteylt habe, Vnd wo es not seyn würd, noch wol vrteylen kan vnd will von Gottes gnaden. Ich Hab disen brieff an E. F. G. alleyn aus der vrsach geschrieben, das ich vernomen vnd auch aus yhrer schrifft verstanden habe, alls wollt der selb gehst, die sache nicht ym wort lassen bleyben, sondern gedencke sich mit der saust dreyn zu begeben, vnd wolle sich mit gewallt setzen Widder die oberkeyt, vnd stracks daher eyne leypliche auffruhr an- richten. Hie lesst der Satan den schalck kicken, das ist zu viel an tag geben. Was sollt der gehst wol anfahen, wenn er des pöfels anhang gewänne? Ich Habs zwar vorhyn auch von dem selben gehst alhie zu Wittemberg gehört, das er meynet, man müsse die sache mit dem schwerd volfüren. Da dacht ich wol, es wollt dahynaus, das sie gedechten, welltliche oberkeyt zu stürmen, vnd selbst Herrn ynn der wellt zu seyn. So doch Christus für Pilato das verneynet, vnd spricht, Seyn reich sey nicht 8ebritt annabwen, unä saxte, venu man sieb aut äis Bibel beriet: lVas Bibel, Ludsl, Label, mau muss aut einen tVinkel kriseben unä mit Oott recken!" (vZI. Biaverau, ^.Zrie. 48). — Oer Xüreker Wneckertäntsr Oonraä Orsbsl, äer ckiese VVorte nur aus unserer 8ebritt Outbers kannte, ckrebt äis 8avbs Ze- racksnu uw, vsnn er an Minner sekreibt, 5. 8eptb. 1524 (bei Lornelius, Oeseb. ckss Llunster. ^.utrubrs II, 247): „On käst ckis Bibel, ckarus Outber Bibel, Lubel, Label waedt, nn 8obirm." y 741s im Tlpril 1522 cker 2vckokauer Bropbet lllare. 8tübnsr unä im 8eptsmbsr cker ancksre 2^vivkauer Broxbet Xik. 8torob bei ibm in Mittender^ varen; vgl. Bnäsrs, LrieBvsebsel Butbsrs llo. 507, 508, 573. 6 von diser wellt, vnd auch die iüngern leret, sie sollten nicht seyn wie welltliche fürsten. Wie wol ich mich nu versehe E. F. G. werden sich hyerynnen bas wissen zu hallten, denn ich radten kan, So gepürt myr doch vntherteniges vleys, auch das meyne da zu zuthun, vnd E. F. G. vnterteniglich zu bitten vnd ermanen, hyrynnen eyn ernstlich eynsehen zu haben, vnd aus schuld vnd Pflicht ordenlicher gewallt solchen vnfug zu weren vnd den auffruhr zuuerkomen, Denn E. F. G. haben des gut wissen, das yhr gewallt vnd sAZ welltliche hirschafft von Gott darumb gegeben vnd befolhen ist, das sie den fride handhaben sollen, vnd die vnrügigen straffen, wie S. Paulus leret Ro. 13. Darumb E. F. G. hie nicht zu schlaffen noch zu seumen ist, Denn Gott wirds foddern vnd antwort haben wollen vmb solch hynlessigen brauch vnd ernst des befolhen schwerds. So würde es auch für den leutten vnd der wellt nicht zu entschuldigen seyn, das E. F. G. auffrürische vnd freuele feuste dulden vnd leyden sollten. Ob sie aber würden furgeben (wie sie denn mit prechtigen Worten Pflegen) der gehst treybe sie, man müsse es zu werck bringen, vnd mit der saust dreyn greyffen, Da anttworte ich also. Erstlich es mus freylich eyn schlechter gehst seyn, der seyne frucht nicht anderst be- weysen kan, denn mit kirchen vnd klöster zubrechen vnd Heyligen verbrennen. Wilchs auch wol thun künden die aller ergisten buben aufs erden, sonderlich wo sie sicher sind vnd on widderstand. Da hielt ich aber mehr von, wenn der gehst zu Alstett gen Dreßen odder Berlin odder Jngolstad füre, vnd stürmet vnd breche daselbs klöster vnd verbrennte Heyligen. Zum andern das sie den gehst rhümen, gillt nicht, denn wyr haben hie S. Johans spruch, Man solle die geyster zuuor Prüffen, ob sie aus Gotte sind. Nu ist diser gehst noch nicht geprüffet, Sondern seret zu mit vngestüm vnd rhumort nach seynem Mutwillen. Were er gut, er würde sich zuuor prüffen vnd demütiglich vrteylen lassen, wie Christus gehst thut. Das were eyne sehne frucht des geysts, da durch man yhn prüffen künd, wenn er nicht so zu sA^s winckel kröche vnd das liecht scheinet, sondern öffentlich für den feynden vnd Widdersachern müste stehen, bekennen vnd antwort geben. Aber der gehst zu Alstett meydet solchs, wie der teuffel das kreutz, Vnd treybt doch die Wehl ynn seym nest die aller vnerschröckeneste wort, alls were er dreh heyliger geyste voll, Das auch solcher ungeschickter rhum feyn meldet wer der gehst sey. Denn also erbeut er sich ynn seyner schlifft,'-) Er wolle öffentlich für eyner vngeferlichen gemeyne, aber nicht hm winckel für zweyen odder drehen stehen vnd antworten, vnd leyb vnd seel auffs aller freyest erbvtten haben rc. Lieber sage myr, Wer ist der mutige vnd trotzige heyliger gehst, der sich selbst so enge spennet, vnd will nicht denn für eyner vngeferlichen gemeyne stehen? Item er will nicht ym winckel für zweyen oder drehen antwort geben? Was ist das für eyn gehst, der sich für zweyen odder drehen furchtet, vnd eyn geferliche gemeyne nicht leyden kan? Ich will dyrs sagen, Er reucht den bratten, Er ist eyn mal oder zwey für myr zu Wittemberg ynn meynem kloster aufs die nasen geschlagen, drumb grawet yhm für der suppen, vnd will nicht stehen, denn da die seynen sind, die ia sagen zu sehnen treffenlichen Worten. Wenn ich (der so gar on gehst ist vnd keyn hymlische stym höret) mich hette solcher wort lassen hören gegen meyne Papisten, Wie sollten sie gewannen schreyen vnd myr das maul stopffen. Ich kan mich mit solchen hohen Worten nicht rhümen noch trotzen, Ich byn eyn armer elender mensch vnd Hab meyne sache nicht so trefflich an-(Bs gefangen, sondern mit ') Von dem Adiebten glauben null nsolmt kroteotation LU88AÄNA6N ll'ome kluntrer« 8olvertsr8 ?.» ^Isteclt. 1524. 8SAt blün/.er: ,In dieser LntpistunK vnd LedinKnnA babe leb in dner 8umma KS8L^t von 6sin 8ebadsn der Ivirobe, veleber durek dis unvorstandene ll'aut nnd Astiedtsn Klauben noo uberkallen bat. 80 ieb iin seldiASN irre, vill ick midi lassen truntliod veisen kur einer unZstübrlieben Kemeine, und niebt abve ANNK8LMS Kereuxen. . . Alleine tbut mir wein bitksil tur der Aanrsn tVerlt und auk keinem ^Vinkel, dokur sstxs ieb mein bsib null beben, ebne allen binterlistiAsn VnrtsidunA der Nensobsn." 8 grossem zittern vnd furcht (wie S. Paulus auch bekennet von sich selber, 1. Corin. 3 der doch auch wol hette wist von hymlischer stym zu rhümen) Wie demütiglich greiff ich den Bapst zu erst an, wie flehet ich, wie sucht ich, alls meyne erste schlifft ausweysen. Dennoch Hab ich ynn solchem armen geyst das than, das diser welltfressergeyst noch nicht versucht, sondern bis her gar ritterlich vnd menlich geschewet vnd geflohen hat, vnd sich auch solchs schewens gar erlich rhümet, als eyner ritterlichen vnd hohen geists that. Denn ich byn zu Leyptzick gestanden zu disputiren für der allergeferlichsten gemeyne. Ich byn zu Augspurg on geleyd für meynem höchsten feynd erschienen. Ich byn zu Worms für dem Keyser vnd gantzen Reich gestanden, ob ich wol zuvor wüste, das myr das geleyd gebrochen war, vnd wilde seltzame tück vnd list aufs mich gericht waren. Wie schwach vnd arm ich da war, so stund doch meyn Hertz, der zeyt also, Wenn ich gewust hette, das so viel teuffel aufs mich gezilet hetten, alls zigel aufs den dechern waren zu Worms, were ich dennoch eyngeritten, vnd hatte noch nichts von hymlischer stym vnd Gottes Pfunden vnd wercken, noch von dem Alstettischen geyst yhe ettwas gehöret. Item ich habe must ynn winckeln, eynem, zweyen, drehen stehen, wer, wo vnd wie man hat gewollt. Meyn blöder vnd armer geyst, hat müssen frey stehen, alls eyne fellt blume, vnd keyne zeyt, Person, stet, weyse, odder mas stymmen, hat müssen yderman bereyt vnd vrbüttig seyn zur antwort, wie S. Petrus leret. sBj^ Vnd diser gehst der so hoch ober vns ist, als die sonne über der erden, der vns kaume für würmlin ansihet, stympt yhm selbs eytel vngeferliche, freundliche, vnd sicher vrteyler vnd Hörer, vnd will nicht zweyen odder drehen ynn sondern ortten zur antwort stehen. Er fület ettwas, das er nicht gerne fület, vnd meynet vns mit auffgeblasenen Worten zu schrecken. Wolan, wyr ver- mügen nichts, denn was vns Christus gibt, Will vns der lassen, so schreckt vns wol eyn rausschend blad. Will er vns aber hallten, so soll der geyst seynes hohen rhümes wol ynnen werden. Vnd erbiete mich hiemit E. F. G. 9 ists nott, so will ich an den tag geben, wie es zwisschen myr vnd disem gehst ynn meynem stüblin ergangen ist. Daraus E. F. G. vnd alle wellt spüren vnd greyffen soll, das diser geyst, gewiss eyn lügenhafftiger teuffel ist, vnd dennoch eyn schlechter teuffel, Ich Hab wol eynen ergern gegen myr gehabt, auch noch teglich habe. Denn die geyster, die so mit stoltzen Worten pochen vnd Polltern, die thuns nicht, Sondern die heymlich schleychen, vnd den schaden thun, ehe man sie höret. Solchs Hab ich darumb müssen erzelen, das E. F. G. sich nicht schewen noch seumen, für disem geyst, Vnd mit ernstlichem befelh dazu thun, das sie die saust ynnen hallten, vnd yhr klöster vnd kirchen brechen vnd Heyligen brennen lassen anstehen, Sondern wollen sie yhren geyst beweysen, das sie das thun, wie sichs gepürt, vnd lassen sich zuvor versuchen, Es sey für vns odder für den Papisten. Denn sie hallten (Gott lob) vns doch für erger feynde henn die Papisten, Wie wol sie' sBisO vnsers siegs gebrauchen vnd gemessen, nemen weyber, vnd lassen Bepstliche gesetz nach, das sie doch nicht erstritten haben, vnd hat yhr blut nicht drob ynn der fahr gestanden. Sondern ich Habs must mit meynem leyb vnd leben bisher dar gewagt, erlangen. Ich mus mich doch rhümen gleych wie S. Paulus auch muste, wie wol es eyne thorheyt ist, vnd ichs lieber liesse, wenn ich künde für den lügen geystern. Sagen sie abermal, wie sie pflegen, das yhrer geyst sey zu hoch vnd vnser zu geringe, vnd müge yhr ding von vns nicht erkand werden. Antworte ich, S. Peter wüste auch wol, das seyn vnd aller Christen geyst höher war denn der Heyden vnd Juden, noch gepeut er, wyr sollen yder- man ' sanfftmütiglich zu antworten vrbütig vnd bereyt seyn. Christus wüste auch, das seyn geyst höher war denn der Juden, noch lies er sich erunter vnd bot sich zu recht vnd sprach, Wer zeyhet mich eyner sünde vnter euch? Vnd für Hannas, Hab ich vbel gered, so gib zeugnis davon rc. Ich Weys auch vnd byns gewis von Gottes gnaden, das ich ynn der schrifft gelerter byn denn alle sophisten vnd Papisten, Aber für dem hohmut hat mich Gott noch bisher gnediglich behüt, vnd wird mich auch behueten, das ich mich sollt wegern, antwort zu geben vnd mich hören zulassen für dem aller geringsten Juden vdder Heyden odder wer es were. Auch warumb lassen sie selbst yhr ding schrifftlich ausgehen, so sie für zween odder drehen noch ynn eyner geferlichen gemeyne nicht stehen wollen? odder meynen sie, das yhre schrifft für eytel vn- sBij'1 geferliche gemeyne vnd nicht für zween oder dreh besonders kome? Ja es wundert mich, wie sie yhrs geysts so vergessen, vnd wollen die leut nu mündlich vnd schrifftlich leren, so sie doch rhümen, es müsse eyn iglicher Gottes stym selbs hören, vnd spotten vnser, das wyr Gottes Wort mündlich vnd schrifftlich füren, als das nichts werd noch nütze sey, vnd haben gar eyn viel höher köstlicher ampt denn die Apostel vnd Propheten vnd Christus selbs, wilche alle haben Gottes wort mündlich odder schrifftlich gefurt, vnd nie nichts gesagt von der hymlischen Göttlichen stym die wir hören müsten. Also kauckelt diser schwymel gehst, das er selbst nicht sihet, was er sagt. Ich Weys aber, das wyr, so das Euangelion haben vnd kennen, ob wyr gleych arme sünder sind, den rechten gehst, odder wie Paulus sagt, Primitias spiritus, das erstling des geysts haben, ob wyr schon die fülle des geysts nicht haben. So ist ia keyn ander denn der selbige eynige gehst, der seyne gaben wunderlich austeylet. Wyr wissen yhe, was glaub vnd liebe vnd creutz ist, Vnd ist keyn höher ding aufs erden zu wissen denn glaub vnd liebe. Daraus wyr ia auch wissen vnd vrteylen künden, wilche lere recht odder vnrecht, dem glauben gemes odder nicht sey, Wie wyr denn auch disen lügen gehst kennen vnd vrteylen, das er das ym synn hat, Er will die schrifft vnd das mündlich Gottes wort auffheben, vnd die sacra- ment der tauff vnd alltars austilgen, vnd vns hyneyn ynn den gehst füren, da wyr mit eygen wercken vnd freyem willen Gott versuchen vnd seyns wercks warten sollen, vnd Gott zeyt, stet, vnd sCs mas setzen, wenn er mit uns wircken wölle. Denn solch grewlich vermessenheyt weyset yhr schrifft aus, das sie auch mit ausgedruckten Worten, Widder das Euangelion S. Marci schreyben, nemlich also, Contra Marcum vltimo cap. als habe S. Marcus vnrecht von der tauffe geschrieben. Vnd da sie S. Johannes nicht so thüren yns maul schlahen wie S. Marcus. Wer nicht anderweyt geporn wird aus dem geyst vnd Wasser Joh. 3. rc. deutten sie das wort Wasser, Weys nicht wo hyn, vnd verwerffen schlechts die leypliche tauffe hm Wasser. 'Gern möcht ich aber wissen, weyl der geyst nicht on fruchte ist, vnd yhrer geyst so viel höher ist denn vnser, ob er auch höher flüchte trage, denn vnser, Ja er mus warlich ander vnd besser fruchte tragen denn vnser, weyl er besser vnd höher ist. So leren wyr ia vnd bekennen, das vnser geyst, den wir predigen vnd leren, bringe die fruchte von S. Paul. Gal. 5. erzelet, alls, liebe, freude, frid, gedult, gütickeyt, traw, sanfftmut vnd messickeyt. Vnd wie er Rö. 8. sagt, das er tödte die werck des fleyschs, vnd creutzige mit Christo den allten Adam sampt sehnen lüsten Gal. 5. Vnd summa, die früchte vnsers geysts, ist erfüllnng der zehen gepott Gottes. So mus nu gewislich der Alstettische geyst, der vnsern geyst nichts will seyn lassen, ettwas höhers tragen, denn, liebe, vnd glauben, frid, gedult rc. So doch S. Paulus die liebe für die höhisten frucht erzelet 1. Corin. 13. vnd mus viel bessers thun denn Gott gepotten'hat. Das wollt ich gerne wissen, was das were, Syntemal wyr wissen, das der geyst durch Christum erworben, al-fCj^leyn dazu geben wird, das wyr Gottes gepot erfüllen, wie Paulus sagt Rom. 8. Wöllen sie aber sagen, Wyr leben nicht wie wyr leren, vnd haben solchen geyst nicht, der solche früchte bringt. Solchs möcht ich wol leyden das sie sagten, denn dabey künd man greyfflich spüren, das nicht eyn guter geyst ist, der aus yhnen redet. Wyr bekennen das selbst, vnd ist nicht not solchs durch hymlische stym vnd höhern geyst zu holen, das wyr leyder nicht alles thun, was wyr sollten. Ja S. Paulus Gal. 5. meynet, Es geschehe nymer mehr alles, weyl geyst vnd fleysch bey eynander vnd widdernander sind aufs erden. So spüre ich auch noch keyne sondere frucht des Allstettischen geysts, on das er mit der saust schlahen will, vnd holtz vnd steyn brechen, liebe, frid, gedult, gütickeyt vnd sanfftmut. baben sie noch bis her gespart zu beweysen, aufs das des geysts fruchte nicht zu gemeyn werden. Ich kan aber von Gottes gnaden viel frücht des geysts bey den vnsern anzeygen, Vnd wolt auch noch wol meyne Person alleyn, die die geringst vnd sündlichst ist, entgegen setzen allen flüchten des gantzen Allstettischen geysts, Wenns rhümens gellten sollt, wie hoch er auch meyn leben taddelt. Aber das man yemands lere vmb des geprechlichen lebens willen taddelt, das ist nicht der heylige geyst. Denn der heylige geyst taddelt falsche lere, vnd duldet die schwachen ym glauben vnd leben, wie Rom. 14. vnd 15. Paulus vnd an allen ortten leret. Mich ficht auch nicht an, das der Allstettissche geyst so unfruchtbar ist. Aber das er so leugt vnd andere lere will auffrichten. Ich hette sCijs mit den Papisten auch wenig zu thun, wenn sie nur recht lereten, yhr böses leben würde nicht grossen schaden thun. Weyl denn diser geyst dahynaus will, das er sich an vnserm krancken leben ergert, vnd so frech vrteylet die lere vmbs lebens willen, so hat er gnug- sam beweyset, wer er sey, Denn der geyst Christi richtet niemand der recht leret, vnd duldet vnd tregt vnd hilfst den die noch nicht recht leben, vnd verachtet nicht also die armen sünder, wie diser Phariseischer geyst thut. Nu das trifft die lere an, die wird sich mit der zeyt wol finden. Itzt sey das die summa gnedigisten Herrn, das E. F. G. soll nicht weren dem ampt des Worts. Man lasse sie nur getrost vnd frisch predigen, was sie können, vnd Widder wen sie wollen. Denn wie ich gesagt habe. Es müssen secten seyn, vnd das wort Gottes mus zu felde ligen vnd kempffen, daher auch die Euangelisten heyssen Heerscharen Psal. 67. vnd Christus eyn Heerkönig ynn den Propheten. Ist yhr geyst recht, so wird er sich für vns nicht furchten vnd wol bleyben. Ist vnser recht, so wird er sich für yhn auch nicht noch für yemand fürchten. Man lasse die geyster auff eynander platzen vnd treffen. Werden Mich ynn des verfüret, Wolan, so gehets nach rechtem kriegs läufst. Wo eyn streyt vnd schlacht ist, da müssen Mich fallen vnd wund werden, Wer aber redlich ficht, wird gekrönet werden. 13 Wo sie aber wollen mehr thun denn mit dem wort fechten, wollen auch brechen vnd Mähen mit der saust, da sollen E. F. G. zu greyffen, Es sehen wyr odder sie, vnd stracks das land verbotten vnd gesagt. Wyr Wüllen gerne leyden vnd zusehen das yhr mit dem wort fechtet, das die rechte lere bewerd werde, Aber die saust halltet stille, denn das ist vnser ampt, odder hebt euch zum lande aus. Denn wyr, die das wort Gottes füren, sollen nicht mit der saust streytten. Es ist eyn geystlich streyt, der die hertzen vnd seele dem teuffel ab gewynnet, Vnd ist auch also durch Daniel geschrieben, das der Antichrist soll on Hand zurstöret werden. So spricht auch Jsaias 11. das Christus ynn seym reich, werde streytten mit dem geyst seyns munds vnd mit der ruten seyner lippen. Predigen vnd leiden ist vnser ampt, nicht aber mit feusten Mähen vnd sich weren. Also haben auch Christus vnd seyne Apostel keyne kirchen zu brochen noch bilder zu Hamen, sondern die hertzen gewonnen mit Gottes wort, darnach sind kirchen vnd bilder selbs gefallen. Also sollen wyr auch thun. Zu erst die hertzen von den klöstern vnd geysterey reyssen. Wenn die nu davon sind, das kirchen vnd klöster wüst ligen, So las man denn die Landherren damit machen was sie wollen. Was gehet vns holtz vnd steyn an, wenn wyr die hertzen weg haben? Sihe, wie ich thu, Ich Hab noch nie keynen steyn antastet, vnd gar nichts gebrochen noch gebrand an klöstern. Noch werden durch meyn wort itzt an viel orten die klöster ledig, auch vnter den Fürsten die dem Euangelio Widder sind. Hette ichs mit dem sturm angriffen, wie dise Propheten, so weren die hertzen gefangen blieben ynn aller wellt, vnd ich hette yrgent an eynem eynigen ort steyn vnd holtz eyngebrochen. Wem were das nütz gewesen? Rhum vnd ehre mag man damit sCiijs suchen, der seelen Hehl suchet man warlich nicht damit. Es meynen ettlich, Ich habe dem Bapst on alle saust mehr schaden than, denn eyn nichtiger könig thun möchte, Weyl aber dise Propheten gern ettwas sonderlichs vnd bessers wüllten machen, vnd können doch nicht, lassen sie die seelen zurlösen anstehen, vnd greyffen holtz vnd steyn an, das soll das new wunderlich werck seyn des hohen geysts. Ob sie aber hie wollten furwenden, ym gesetz Mose sey gepotten den Juden alle götzen zubrechen vnd alltar der Abgötter auszurotten. Antwort. Sie wissen selbs wol, das Gott durch eynerley wort vnd glauben, durch mancherley Heyligen, mancherley werck von anbegyn gethan hat. Vnd die Epistel zun Ebreern solchs auch auslegt, vnd spricht, Wyr sollen dem glauben solcher Heyligen folgen, denn wyr können nicht aller Heyligen werck folgen. Das nu die Juden alltar vnd götzen zubrochen, hatten sie zu der zeyt eyn gewis gepott Gottes zu dem selben werck, wilchs wir zu diser zeyt nicht haben. Denn da Abraham seynen son opfferte, hat er Gottes gewis gepott dazu, vnd thetten doch darnach alle unrecht die dem werck nach, yhre kinder opfferten. Es gillt nicht nachomen ynn den wercken, Sonst müsten wyr vns auch lassen beschneyden vnd alle Jüdische werck thun. Ja wenn das recht were, das wyr Christen sollten kirchen brechen vnd so stürmen, wie die Juden, So wollt auch hernach folgen, das wyr müsten leyblich tödten alle vnchristen, gleych wie den Juden gepotten war die Cana- niter vnd Amo-sEnj^s riter zu tödten so hart als die bilder zu brechen. Hie mit würde der Alstettisch geyst nichts mehr zuthun gewynnen, denn blut vergissen, vnd wilche nicht seyne hymlische stym hüreten, müsten alle von yhm erwürget werden, das die ergernis nicht blieben ym volck Gottes, wilche viel grösser sind an den lebendigen vnchristen, denn an den hültzen vnd steynern bilde. Dazu war solch gepott den Juden geben alls dem volck, das durch wunder Gottes bewerd war, das gewis Gottes volck war, vnd dennoch mit ordenlicher gewallt vnd oberkeit solchs thet, vnd nicht sich eyne rotte aus sondert. Aber diser geyst hat noch nicht beweyset, das da Gottes volck sey mit eynigem wunder, dazu rottet er sich selbs, als sey er allein Gottes volck, vnd feret zu on ordenlich gewallt von Gott verordenet vnd on Gottes gepott, vnd will seynem geyst gegleubt haben. Ergernis weg thun, mus durchs wort Gottes ge- 15 schehen, Denn ob gleych alle euserliche ergernis zubrochen vnd abgethan weren, so hilffts nichts, wenn die hertzen nicht vom vnglauben zum rechten glauben bracht werden. Denn eyn vngleubig Hertz findet ymer new ergernis, wie vnter den Juden auch geschach, das sie zehen abgott auff- richten, da sie vorhyn eynen zubrochen hatten. Drumb mus hm newen testament die rechte weyse furgenomen werden, den teuffel vnd ergernis zuuertreyben, nemlich das wort Gottes vnd damit die hertzen abwenden, so fellt von yhm selbs wol teuffel vnd aller seyner Pracht vnd gewallt. Hie bey will ichs dis mal lassen bleyben, Vnd E. F. G. vntertheniglich gebeten haben, das sie mit ernst zu solchem stürmen vnd schwärmen thun, aufs das alleyne mit dem wort Gottes ynn disen sachen gehandelt werde, wie den Christen gepürt vnd vrsach der auffrhur, dazu sonst er omnes mehr denn zu viel geneygt ist, verhuetet werde. Denn es sind nicht Christen, die über das wort auch mit feusten dran wollen, vnd nicht viel mehr alles zu leyden bereyt sind, wenn sie sich gleych zehen heyliger gehst voll vnd aber voll berhümbten. Gottes barmhertzi- ckeyt wollt E. F. G. ewiglich stercken vnd behueten. E. F. G. Vntertheniger Martinus Luther. Hoch verursnchte Schutzrede vnd antwwort. Wider das Gaistloße Sanfft lebende fleysch zu Wittenberg, welches mit verkärter weyße, durch den Diepstal der heiligen schrift ^ die erbermdliche Chri stenheitz also gätz jämerlichen besudelt hat. Thomas Müntzer Alstedter. Auß der htlenHelie, welches ernst nie- mant verschonet, iij. Regii. xviij. Matthei. xvij. Luce. j. Apocali. Vndecimo. Anno. M. D. XXiiij. O deus redime me a calumnijs Holm: vt custodia mädata tua. Annüciemq; veritate in filio tuo recö ditam: ne techne malignantiü amplius perseuerent. 19 Mjf Dem durchleüchtigsten, Erstgebornen Fürsten vnd Allmechtigen Herren Jesu Christo, dem gütigen König aller könige, dem tapf- fern Hertzogen allen gelaubigen, meinem gnädigsten Herrn, vnd getrewem beschir mer, vnnd seiner betrübten, ainigen brawt der armen Christenhayt. ^ Ller preyß, name, Eer, vnd Wirde, titel vnd alle herlichkeyt, sey dir allain du ewiger gottes sone Philipp, ij. Nach dem dein heyliger gehst vor den gnadlossen lewen, den schrifftgelerten allezeit Mich glück gehabt, das er müste der aller ergste teüffel sein Joh- viij. Wiewol du jn one masse, von anbegin hast Johann, iij. vnnd alle außerwölte haben jn von deiner volle überkommen Joh. j. vnd er in jnen also wonet j. Corint. iij. vnd .vj. ij. Corin. j. Ephe. j. Psalm, v. Du gibst jn allen, die dir entgegen lausten, nach der maß jres glaubens. Ephe. iiij. Psalm, lxvij. Vnd wer jn nit hat, daß er seinem gehst vnbetrieglich gezeügnuß gebe, der ist dir christo nit züstendig. Rom. viij Daz vnüberwintlich ge- zeügnüß hast». Psalm, xcij. Der halben ist es nit fast groß wunder, daß der aller eergeytzigster schrifftgelerter, Doctor lügner, sAistj ye lenger ye weyter, zum hochfertigen narren wirt, vnd sich mit deiner Heyligen schrifft, one alles absterben seines namen, vnd gemachs, bedeckt, vnd auffs aller betrieglichst behilfst, vnd nichts weniger will mit dir auffs forderste zu schaffen haben. Esaie am lviij. ca. Gleich wie er deine vrteyl (durch dich, die Pforten der warheyt) erlangt het, vnd ist also frech, vor deinem angesicht, vnd verachtet zü poden deinen richtigen gehst, dann er meldet sich deütlich vnwiderrüflich, daß er auß tobendem neyde, vnd durch den aller ver- pittersten haß, mich dein erworben gelid in dir, one redliche, warhafftige vrsach, vor seinen höllischen spöttischen, ertzgrymmigen mitgenoffen, zur lecherey macht, vnd vor den ainfeltigen zur vnerstatlichen ergernuß, einen Sathan 20 oder Trüffel schildt, vnd mit seynem verkerten, lesterlichen vrteyl schmehet vnd spottet. In dir Pin ich aber wunsam, vnd hyer gegen deines milden trostes gantz vol gesettigt, wie du auch deinen hertzlichen frewnden gantz holdselig vorgetragen hast, sagende Matth, x. Der schüler hat es nit pesser, dann der maister. So sh nun dich unschuldigen hertzogen, vnd getrösten selig- macher, also lesterlich haben Beelzebub geheyssen, wie vil meer mich deinen vnuerdrossen Landtßknecht, nach dem ich mick des schmeichelden schelmen zu Wittenberg geeüssert Hab, vnd deiner stymm gefolget Johan. x. Ja Miss es muß also Hergen, wo man die sanfftlebenden gutdunckler, imm gedichten glauben, vnd in jren Phariseischen tücken, nit wil lassen recht haben, jren namen vnd Pracht zu nidergen. Du vermöchtest das selbig auch nit vor jn vberhaben sein. Sie liessen sich auch beduncken gelerter züsein, den du vnd deine schüler. Ja sy waren mit jrem büchstabischen trotz wol gelerter, denn der Doctor Ludibrij nymmermer werden kann. Sie hetten auch geschrayß vnd namens genüg in aller welt, es war dannoch nit recht, das sye gegen dyr mit jrem ver^ standt für namen, vnd woltens mit der klaren schrifft, wider dich beweysen. Wie sy dann dem Nicodemo verworffen Joan. vij. vnd vom Sabath Joan. v. vnnd am .ix. c. Sie zogen die gantze schrifft gegen dir, auffs aller höchst, daß du darumb sottest vnd müssest sterben, daß du dich frey bekennest einen son gottes, vom ewigen vater geborn wie wir deinen gehst. Darumb sprachen sy Wir haben ein gesetz, nach des innhalt müß er sterben. Dann sye hetten den text Deutro. am .xiij. vnd am xviij. aufs dich gezerret, vnd möchten sich auch nit weyter vmb- sehen imm selbigen, in aller maß, wie yetzund mir der verschmitzte schrifftsteler thüt, do die schrift aufweiset am höchsten verspottet er mit innprünstigem neyde, nennet den gehst gottes einen teüffel. Die gantze heylige schrifft, saget nit anderst (wie auch alle creaturen außweysen) dan vom gecreützig sAiij^j ten Sone gottes, derhalben er auch selber anfieng vom Mose, durch alle Propheten, züeröffnen seyn ampt, das er müste also leiden, vnd eingeen in den Preyß seines Vaters. Dyß ist klarlich beschriben Luce am letzten capitel. Vnd Paulus saget auch, daß er nit anderst, den Christum den gekreützigten predigen könne .j. Corin. j. Nach dem er daz gesetz gottes füderlicher erforsche: hette, den alle seine mitgenossen. Galath. j. Möchte er doch nichts annders darinnen finden, denn den leydenden son gotes, welicher saget Mathei .v. daß er nit kommen wer, das gesetz auff- züheben, oder den pundt gottes zerreissen, sonder vil mer züuolfüren, erkleren, vnd erfüllen. Es möchten dis alles, dye hessigen schrifftgelerten nit erkennen, dann sie erforscheten nit die geschrifft auß ganntz jrem hertzen vnd geyste, wie jnen doch gepürete . Psalm, cxviij. vnd Christus jnen auch befalch Joan. v. Sie warn darinnen geleret, wie die affen, wöllen dem schüster schüch nach machen, vnd verderben das leder. Ey warumb? Sy Wüllen des Heyligen geysts trost vernemen, vnnd sein jr leben langk durch traurigkeyt des hertzens, aufs jren grund nye kommen, wie sichs doch gebüret. Soll annderst das rechte liecht leüchten imm finsternuß, vnnd vnns durch das gewalt geben, kynder gottes züsein, wie klarlich beschriben ist . Psalm, liiij. vnd .lxij. Joan. j. sA^j So nun Christus schon also angenommen, durch den alten vnd newen bezeugten Pundt gotes gepredigt on eröffnung des geysts würde, köndt ein vil erger ver- wickelts affenspil, darauß werden, dann mit den Juden vnd Hayden, wie ein yeder yetz vor sichtigen äugen sihet, daß die yetzigen schrifftgelerten nit anderst thün, dann vor zeyten die Phariseyer, berümen sich der Heyligen schrifft, schreiben vnd klicken alle bücher vol, vnd schwatzen ymmer ye lenger ye mer . Gelaube, gelaube, vnd verleügen doch die ankunfft des glaubens, verspotten den geist gotes, vnd glauben gar überall nichts, wie du sichst. Es wil jr keiner predigen, er Hab dann .xl. oder.l. gülden. Ja die pesten wöllen mer dann hundert oder zwai hundert gülden haben, do wirt an jnen war dye weyssagung Michee.iij. Die Pfaffen predigen vmb lons willen, vnd wöllen rwe vnd güte gemach haben, vnd die aller gröste wirdigkeyt aufs erden, vnd sich dennoch wissen zu rhümen, sie versteen den vrsprung, vnd treiben doch wider jn, das aller höchste Widerspill, darumb daß sy den richtigen gehst, einen irrigen gehst vnd Sathan schelten, mit dem decket der Heyligen schlifft, wie Christo widerfüre, do er durch sein vnschuldt, den willen seines Vaters verkündigte, welcher den schrifft- gelerten vil zu hoch vnd verdrießlich war. Joan. v. vnd .vj. sA 4^s Du findests nit annders aufs den heutigen tag, wann die gotloßen durchs gesetz beschlossen werden, sagen sy mit grosser leichtfertigkeyt. Ha, es ist auffgehaben, wann es aber jnen recht erklert Wirt, wie es imm hertzen geschriben .ij. Corint. iij. vnd wie man durch anweysung des selbigen, achtung haben muß, zü betrachten die richtigen genge zum vrsprung . Psalm, xxxvj. Do vberfeldt der gotlose den gerechten, vnd tregt Paulum herfürer mit einem solchen tölpischem verstanndt, daß es den lindern auch zum poppen spill wirdt. Psalm, lxiij. Noch will er der aller klügste aufs erden sein, daß er sich auch rümet er Hab keynen gleichen. Dar über nennet er alle armselige Menschen, die schwimmet geyster, vnnd mag nit hören, so man das wort, gehst, redet oder liseth. Er müß den klugen kopff schütteln, der teüffel mags nit hören . Prouer. xviij. So man jm vom anfang saget, denn er ist herausser gestossen. Darumb hat er den gebrauch der teüscherey . ij. Corint. xj. imm höchsten Alphabeth der Musicen, Disdyapason, singt er auß Paulo Roma. xij. Man sol sich mit sölichen hohen dingen nit bekümmern, sonder eben machen den geringen, da schmecket jm der prey nit anderst, es grauset jm vor der suppen zum frwe essen, Er spricht man sol ainfaltig glauben, vnd sicht nit was darzü forderlich ist. Darumb saget Salomon von einem söllichen Menschen, daß er ein stocknarr ist, wie geschriben steet Prouer. am .xxiiij. ca. sagen sBj de, dem narren ist die weißheyt gottes vil zü hoch. Christus fieng an von vrsprung wie Moses vnd erklert das gesetz, vom anfang Piß zum ende. Darumb sagte er . Ich Pin ein liecht der Welt, sein predigen war also warhafftig, vnd also gantz wol verfasset, daß er die menschlichen vernunfft, auch in den gotloßen gefangen nam, wie der Euangelist Mattheus beschreibt am .xiij. 23 ca. vnd auch Lucas zu versten gibt am .ij. c. Aber do jnen die lere zu hoch wäre, vnd die Person vnd das leben Christi zu gering, ergerten sye sich an jm vnd seiner lere, vnd sagten auß dem barte, er were eyn Samaritan vnd hette den teüffel, dann jr vrteyl war nach dem fleisch gerichtet, wie es dem teüffel dann do selbst wolgefelt, müst es herausser platzen, den sye mißfielen der Welt nit, welche gern brüder sanfftleben ist Job .xxviij. Alles das sye tethen, richteten sye an, das sye der weit gefielen. Matthei .vj. vnd .xxiij. Also thüt mir auch das gotloße, Witteribergische fleisch, nun ich durch den anfangk der Biblien, vnd ordenung des ersten vndterschaydts der selbigen, strebe nach der rainig- leyt götlichs gesetzs . Psalm, xviij. Vnd durch alle vrteyl erklere, die erfüllung des geysts der forcht gotes. Esaie am.xj. Jme auch nit zülassen wil, seine verkerte weyß, vom newen punde gottes zuhandelen, one erklerung gütlicher gepot sB^j vnnd ankunfft des glaubens, weliche erst, nach der straff des Heyligen geystes gar erkundiget wirdt. Johan. am -xvj. Dann der gehst strafft erst nach erkantnuß des gesetzes den vnglauben, welchen nyemandt erkennet, er habe jn denn zu vor behertzigt, also hefftig, wie der aller ungläubigste Hayde. Also haben alle auß- erwelte vom anfangk, jreu vnglauben erkennet durch vbung des gesetzes Rom. ij. vnd vij. Ich setze Christum mit allen seinen gelidern zum erfüller des gesetzs. Psalm, xviij. Denn es muß der Wille gottes, vnnd sein werck zu podem durch betrachtung des gesetzes volfüret werden . Psalm, j. Roma. xij. Sonst würde nyemandt den glauben vom vnglauben absundern, den mit getichter weyse, wie die Juden mit jrem Sabath vnd schrifft thaten jren grundt nymmer nicht züuernemen. Ich Hab den tückischen kulckraben (welchen Noa in einer figur auß der Archen ließ fliegen) nichts anders gethan, denn das ich wie ein ainfeltige taube meine federn geschwungen, durch sylber überzogen, das syben mall gefegt, vnd am rucken lassen goldtfarb werden . Psalm, lxvij. vnd überflogen vnd verhasset das aß, do er gerne aufs sytzet, denn ich wils an die gantze Welt lassen, daß er den gotloßen Schelmen heüchelt, wie du sichst imm büchlen, wider mich vnd wil sy kurtz vmb verthädigen. Auß welichem dann klärlich erscheynet, daß der Doctor Lügner sBijj nit Wonet im hauß Gottes. Psalm, xiiij. Darumb daß der gotloße durch jnen nit verachtet, sonnder vil gotforchtiger vmb der gotloßen willen, Teüffel vnnd auffrüirische geyster gescholten werden, dyß weyß der schwache kulckrabe wolsi daß jm daz aß werde, hacket er den schweinen die äugen auß dem haubt, die wollüstigen leüth macht er plindt, darumb daß er so körre ist, aufs daß er jrer sat werde an eren vnd gut, vnd sonderlich am aller grasten Titel. Die Juden wolten Christum allenthalben gerne ge- lestert vnnd zuschanden machen, wie mit mir hetz der Luther fürnympt. Er schilt mich gar hefftig vnd wirfst mir für, die güttigkeyt des Son gottes, vnd seiner lieben frewndt, nach dem ich den ernst des gesetzs gepredigt Hab, wie es von der straff wegen der geystloßen Übertreter (wiewol sye Regenten sein) nit auffgehaben, sonder mit dem aller höchsten ernst volzogen werden soll, wie dann Paulus seinen schüler Timotheon, vnd durch jn alle sele Wärter vndterricht .j. Thimo. j. dem volck zu Predigen. Er sagt klärlich, daß es die vberfallen soll, dye wider die gesandten lere fechten, vnd streben wie nyemandt vernaynen kann. Deutro. am .xiij. ca. Ist das Helle klare urteyl beschlossen. Vnd Paulus feilet es auch über den vnkeüschen Übertreter .j. Corinth. v. Wie woll ich das Hab lassen in truck gen, wie ichs vorn Fürsten zü Sachssen Hab gepredigt,^ one alle sBij'1 hynterlist, jnen das schwert auß der schrifft gezaigt daß sye es sollen brauchen, aufs das nit empörung erwüchsse. Kurtz vmb, die Übertretung müß gestrafft werden, es kann weder der groß noch der klain dar von kommen. Numeri.xxv. Gleichwol kommet vatter leisendritt, ach der körre geselle, vnd saget . Ich wolle auffrür machen, wie er dann i) LmssIvKung äss auäsrn vntorsob^äs sä. b. äk8 2. Lapitelss Oanislis äs88 propbeten AgpreäiAt uuikw seläos ru Xl8tet vor äen tstiKsn tbevrsn HerLovAsn vnä vorstederu LU 8Lvb88sn snüiul. Kurt. Krieäriob Ullä DerLOK äobanns äuroü Dbowa Auntrer Diener äse vort Lottes. Xltsteät. Ll.D.XXüü. 25 auß meinem sende brieff an die Perckgesellen erlesen. Eines saget er, vnd das aller beschaydneste verschweyget er. Wie ich klärlich vor den Fürsten außpraytete, daß ein ganntze gemayn gemalt des schwertz Hab, wie auch den schlüssel der auflösung, vnd sagte vom text Danielis .vij. Apocalip. vj. vnd Romano, xiij. j. Regum .viij. Daß die Fürsten keine Herren, sonnder diener des schwerts sein, sye sollens nicht machen, wie es yenen wol gesellet Deutro. xoij. sye sollen recht thün. Darum muß auch auß altem gutem brauch das volck darneben sein, wenn einer recht verrichtet wirdt nach dem gesetz gottes. Num. xv. Ey warumb? Ob die oberkait das vrteyl wölte verkeren. Esaie.x. So sollen dye vmbsteenden Christen das verneynen vnd nit leyden, dann got wil rechenschafft haben, vom vnschuldigen blüt. Psalm, lxxviij. Es ist der aller gröst greüel aufs erden, das nyemant der dürfftigen not, sich wil annemen, dye grossen machens wie sye wollen, wie Job am.xlj. beschreibt. sBiijs Der arme schmeichler wil sich mit Christo in getichter gütigkeit decken, wider den text Pauli .j. Timoth. j. Er saget aber imm büch von kauffßhandelung i) daß die Fürsten, sollen getrost vndter die diebe vnd Räuber streichen. Im selbigen verschweigt er aber den vrsprung aller dieberey. Er ist ein Heerholt, er wil danck verdienen, mit der leüthe blütuergieffen vmb zeitlichs güts willen, welches doch got nit aufs seine maynung befolhen. Sich zu, die grundtsuppe des Wuchers der dieberey, vnd Rauberey» sein vnser Herrn vnd Fürsten, nemen alle creaturen zum aygenthumb. Die visch imm Wasser, die Vögel imm lufft, das gewechß aufs erden muß alles jr sein . Esaie .v. Darüber lassen sy dann gottes gepot außgeen vnter die armen, vnd sprechen . Got hat gepoten . Du solt nit fielen, es dienet aber jn nit. So sye nun alle Menschen verursachen, den armen ackerman, handtwerckman, vnd alles das da lebet, schinden vnnd schaben . Michee.iij. ca. So er sich dann vergreifst am aller geringesten, so muß er * Von LautksImllüIuvA vnä ^vueksr. ülLrtinus Imtber. VuittemdoiA 1524. Lrl. 22, 200, bs. 8. 211 t. hencken. Do saget denn der Doctor Lügner. Amen . Die Herren machen das selber, daß jn der arme man feyndt wirbt, dye vrsach des Auffrürß wollen sye nit weg thün, wie kann es die lenze gut werden? So ich das sage, müß ich auffrürisch sein, wol hyn. Er kann sich gantz vnd gar nit schämen, wie dye Juden Johan .am .viij. prachten Christo ein weib sBuj^j imm eebruch begriffen, sy versuchten jn ob er den ernst des vatters wölt übertreten, hetten sy jn billich für einen vbelthäter gescholten, so er aber das weyb one beschaydt het loß gegeben, so hetten sye gesagt, Er wer ein ver- tädinger der vngerechtigkeyt. Christus hat imm Euangelio durch seine gütigkeyt, des Vaters ernst erklert. Die gütig- keyt gottes strebet ober alle werck seiner hende. Psalm, cxliiij. Sie wirt nit verrückt durch die peyn des gesetzs, welcher der außerwelte nit begeret zu enlfliehen. Wie Hieremias saget, vnd Psalmo .vj. Er wil mit vrteyl vnd nit imm grymm gestrafft sein, welchen got von ewigkeyt nye gehabt, sonder er entspreüßt auß der verkerten forcht der menschen gegen got, die sich von der peyn wegen entsetzen vnd nit ansehen wie sy got durch drügnuß in seine ewigkeyt nach aller peyn füre. Alle vbelthäter der Ursprünglichen Mißhandlung, der gemahnen Christenheyt, müssen durch das gesetz gerechtfertigt werden, wie Paulus saget. Aufs daß der ernnst des vatters die gotloßen Christen, auß dem Wege rawme, die der haylbaren lere Christi widerstreben, aufs das die gerechten weil vnd raum haben mögen, gottes willen zu lernen, es wer nymmermer möglich, daß ein ayniger Christ bey sölcher tyranney, könte seyner betrachtung war nemen, so das vbel durchs gesetz zu straffen sölte frey seyn, vnd der unschuldige solle sich also lassen peynigen sB-if Da- rumb daß sich der gotloße tyranne behilfst wider den frummen sagende . Ich müß dich marteren, Christus hat auch geliten, du soll mir nit widerstreben Mathei am.v. Das wer ein groß Verderbnuß. Es müß höchlich vndter- schaiden werden, nach dem die Verfolger die pesten Christen sein wöllen. Der Teüffel hat gar listige tück wider Christum vnd 27 die seinen züstreben. ij. Corin. vj. vnd .xj. yetzt mit schmeichelnder gütigkeyt, wie der Luther mit den Worten Christi die gotloßen verthatiget. Netz auch mit grymmigem ernst sür züwenden, von der zeitlichen guter wegen sein verderbliche gerechtigkayt. Welchem doch der finger Christi, der heylig gehst .ij. Corint. iij. mit dem frewndtlichen ernst des gesetzs einbildet, vnd den gekreützigten Son gottes durch dye aller ernste güttigkeyt, zueröffnung gütliches willens entgegen helt, mit Vergleichung bayder .j. Corin. ij. Der verachtet daz gesetz des Vaters vnd heüchlet durch den aller thewristen schätz der gütigkcyt Christi, vnd machet den vatter, mit seinem ernst des gesetzs zu schänden, durch die gedult des Sones. Johan. xv. vnd .xvj. vnd verachtet also den vndterschayd des Heyligen geysts, vnd verderbet eines mit dem andern. Also lange, das schir keyn vrteyl aufs erden bleibt . Hieremie.v. vnd das Christus allayn geduldig sey, aufs daß die gotlosen Christen jre brüder wol peynigten. jB^j Christus wart für einen Teüffel gescholten, do er dye Juden aufs die werck Abrahams weyssete, vnd gab jnen den allerpesten vndterschayd züstraffen, vnd zü- uergeben. Zu straffen nach dem rechten ernst. Darumb hat er das gesetz nit aufs gehaben, darumb daß er imm sybenden Capitel Johannis vor dem Achteten sagete. Ir sollet ein rechtes vrteil volfüren nicht nach dem angesicht. Es sein jnen keyn andere vrteyl, dann imm gesetz bescheiden, fürgehalten, zürichten nach dem gehst des gesetzs. Also auch mit dem Euangelio zuuergeben, mit dem gehst Christi zur foderung, vnd keyner verhynderung des Euangelij. ij. Corin. iij. vnd .xiij. wie mich dann durch solcher vnterschaidt der Doctor Lügner, zum teüffel machen wil, mit seinen schrifftgelerten sagende . Hab ich nit recht geleret mit meinem schreiben vnd tichten. Du aber hast keyn andere frucht, dann auffrürisch sein. Du pist ein Sathan vnd dannocht ein schlechter Sathan rc. Sich du Pist ein Samaritan vnd hast den Teüffel. O Christe, Ich schätze mich vnwirdig sölliches kost- Parlichen leydens mit dyr zütragen in gleicher sach, wie wol des Widersachers vrteyl, vil genaygter, ver- 28 kerter richter hat. Sage ich mit dir dem stoltzen auff- geblaßen trocken . Hörestu es? Ich Hab den Teüffel nicht, ich suche durch meyn ampt den namen gottes zü verkündigen, trost den sCj betrübten, Verstockung vnd kranck- heyt den gesunden . Esaie .vj. Matthei .ix. xiij. Luce .viij. vnd .iiij. Vnd wenn ich spreche, das ich das wolle lassen vmbs Posen namens willen, der mir mit lügen Wirt auff- gelegt . So wer ich dir Doctor lügner gleich mit deinem verkerten schmähen vnd lestern. Du kanst doch anderst nit thün, dann dich mit den gotloßen schelten. Nun dir aber das geratten ist, hast du dich an der pößwicht stat gesetzt, dye du am aller schendtlichisten hast außgewessert. Nun du vernympst, es möchte zü ticff einreyssen, so wiltu deinen namen, da er am ergsten ist, einem andern, dem die weit vorhyn feyndt ist, auflegen, vnd dich schöne brennen, wie der teüffel Pflegt, daß ja nyemandt deiner poßheyt offenlich innen werde. Darumb nennet dich der Prophet Psalm, xc. einen Basiliscum, Trocken, Aspidem, vnd einen Lewen. Darumb daß du mit deiner vergisst, yetzt schmaychlest, yetz tobest vnnd wüttest, wie dein art ist. Der vngetadelle gottes sone hat die eregeytzigsten schrifftgelerten, dem Teüffel mit bewerung vergleichet, vnd vnns durch das Euangelion, das vrteyl zü richten gelassen, mit Verfassung seines vnbeflegkten gesetzes Psalm, xviij. Ire begyre waren zü eytel todtschlahen dürftig, dann sy sagten Johan. am.xj. So wir jn lassen bezemen, dann werden die leüthe alle in jn glauben, es wirdt jm das volck an-sC'ff hengen, sehet es läufst jm schone mit grossen Haussen zü, werden wir jn lassen seyne sach also hynauß füren, so haben wir verloren, so sein wir arme leüt. Also kam auch Cayphas, Doctor lügner, vnd gab einen gütten rath seynen Fürsten, do hat er die sach wol außgerichtet, er hette sorg für seine landtßleüte hart bey Alstedt. Es ist nit anders in der warheit, wie mir das gantze Landt gezeügnuß gibt, das arme dürftige volck begerte der warheit also fleyssig daß auch alle straffe vol leüte waren, von allen orten anzühören, wie das ampt, die Biblien zü singen vnd zü Predigen, zü Alstedt angerichtet wart. Solte er auch züprechen, so könte erß zü Wittenberg nit thun, man sichts in seyner teütschen Meßl) wol, wie heylig er darauff war, welches den Luther also sere verdroß, daß er zum ersten bey seinen Fürsten züwegprachte, das mein ampt nit solte in truck geen?) Do nun des Wittenbergisch Pabstes gepot nit geachtet wardt, gedachte er, harre, der sache will ich wol rathen, daß ich dye wal- ffart zütrümmer verstöre. Der gotlose, hat einen spitz- fündischen kopff, sölich dinge,, außzütrachten . Psalm, xxxv. Dann seine anschleg waren auch also, wie du mercken kanst, seine lere aufs zübringen durch der Laßen haß wider die Pfaffen. Hette er amen züstraffen rechte liebe gehabt, so hette er sich hetz nit an dye stat des Pabsts gesetzt, vnd den Fürsten würde er nit heüchlen wie sCij^ du klär- lich sichst beschriben . Psalm, ix. Er hat den selbigen Psalm gar hübsch von jm selber, vnnd nit allain vom Pabst verdolmetzt, vnnd wil sant Peter vnd Paul zu pütteln machen, seine diebhencker damit verfechten. Der Doctor lügner ist aber ein ainfaltiger man, daß er schreibt, das Predigen sol man mir nit weren oder do ONün/sr meint vier entweder diel523 ersebisnene Lebriit: Von ordsnunZ Kottisdienst ^n balten vnd 2 um tisob Oottes ru xsben. blartinus Lutksr. — Lutbers: Oeutsebe Nesse vnd OrdnüA Oottesdisnsts, ru 5VittsmbsrK fürKenomiuen, kann niobt Asmeint sein, da sie erst 1526 ersebien. Ob Niinrer bier seine Lobrift: Ordnung vnd bersebnn^s des Veutsoben ampts ru ^istadt, dureb ll'omam Nuntrmr, ssslwarters >n> vorAanKen Osteren aubtzeriobt. 1523, wslebs 1524 ru Lilsnbur^ dureb Xiooi. Widowar Ksdruebt wurde (v^I. kan 2 er, ^.nnal. II, X. 2546), oder dis andere Lebrift: Oeutrseb birvbs ampt Vorordnst, austrudsbon den binterlistiKsn deelcsl vnter welebsm das Lisebt der weit, vorbalte war, welvbs Z'etrt widsrumb ersebs^nt mit dvsen XobAssenxen eto., wslebe naeb der Obitkre aut dem Vitslbolrsebn. 51. N. iV V. von Nartinus Lsrbipolsllsis (OandesderA) in LeipmA Aedruebt wurde (vxl. Weller, Ilepsrt. X. 3067), meint, muss ieb dakin Kestellt sein lassen. solt jr darauff sehen spricht er, daß der gehst zu Alstadt die fauste stille halte. Sehet lieben brnder Christi, ob er nit gelert sey. Ja freylich ist er geleret, es wirdts die Welt noch in zway oder dreh jaren nit jnnen werden, welch einen mörderischen hynderlistigen schaden, er gethan hat. Daß er aber also schreibt, do will er seine hende auffs unschuldigste waschen, daß nyemandt mercken sol, daß er ein Verfolger der warheyt jey, denn er trotzet darauff das sein predigen, darumb das rechte wort gottes sey, daß es also groß veruolgung tregt. Es nympt mich auch sere wunder, wie es der außgeschämbte Münch tragen kann, daß er also greülich verfolgt wirbt, bey dem güten malmasier, vnd bey den hnrn köstlein. Er kann nit anders thün, dann der schrifftgelertten art ist. Joan. x. Vmb deines gütten wercks willen, wollen wir dir nichts thun, aber vmb der lesterung willen, wöllen wir dich mit staynen zütodt werffen. Also sprachen sye zu Christo, wie dyser wider mich, nit vmbs predigens willen, sonder vmbs sCij^ auffrürs willen, soll man dich vertreiben. Aller liebsten brüder. Es ist warlich nit ein schlechte sach, die hetzt zur zeit geet, jr seht zumal on vrteyl der selbigen, jr wenet so jr den Pfaffen nit mer gebet, es sey außgericht. Aber jr wisset nit, wie Jr hetzt hundert mall Tausent mall erger daran seht, dann zu vor. Man Wirt euch fortan mit einer newen logiken bescheischen mit teüscherey des wort gotes. Jr habt aber dargegen den befelh Christi Mathei.vij. denn betrachtet von hertzen, so wirbt euch kühner bekriegen, er sage oder schreib was er wil, jr müst aber eben darauff sehen, wie Paulus seine Corinthier warnet sagende .ij. Corinth. xj. Sehet daz ewre synne nit verrückt werden von der eynfeltigkeyt Christi. Dyse einfeltigkeit haben die schrifftgelerten, auff die vollen schätz gütlicher weyßheyt gezogen. Collosen. ij. wider den text Genesis . iij. Da got Adam durch ein einigs gepot warnte vorm zükünfftigen schaden, auff das er durch der creaturen lüste, nit vermanchfeltigt würde, sonder sich allain in got belästigte, wie geschriben . In got soltu dich belästigen. Ein große vrsach wil der Doctor lügner wider mich setzen, wie seine lere ainfeltig ist, vnnd mahnt wils alls durch 31 grübeln. Doch ist jm zü letzt nichts gelegen am predigen, denn es müssen secten sein, vnd sCiijj pittet, der Fürst soll mir das Predigen nit weren, ich Hab nit annderst gehofft, er würde mit dem Worte Handelen, mich vor der weit züuerhören, vnd sich aufs den plan stellen, nicht annders denn vom wort handeln, so keret er es vmb, vnd wil die Fürsten darzü halten, wie es dann eyn angelegter karrn war, auff daß nyemant sagt, eh wollen sye dann nun selber das Enangelion verfolgen, sye sollen mich lassen predigen, mir das nit verbieten, aber die hanndt soll ich still halten, auch in truck zu schreiben. Ja das ist ein sehne sach, gleich wie mit den Juden sagende, vmb deiner guten werck willen thün wir dir nichts, aber vmbs lestern willen. Die rechten frummen leüth, sagetten wann einer schon einen aydt thäte, wann er nit bey der gäbe des altars schwüer, so byndert es gar nichts, der selbigen tück brauchten sh gar mechtig vil. Mathei. xxiij. Luce .xj. noch waren sy frumm leüte, ja sy schaden nit, so du nur glaubest, muß man der schwachen verschonen. Die lesterung möchte den Juden nit zü hertzen gen, wie du auß dem Euangelion greyffen kannst, Auch gieng sye das güte werck vberall nit fast an, wie auch den Luther. Darumb warff jn got für das werck Abrahams. Joan. viij. Es war aber in den Juden ein grymmiger haß, die sich wolten schöne brennen vor den leüten, wie hetz junckfraw Mertin thüt Ach die keüsche Babilonische fraw . Apocali. xviij. Mj^j Er Wils alles vons Worts wegen handeln, vnd wil am wort nit anfahen, meyne sach zü rechtfertigen, oder verdammen, nur schlecht vrsach machen, bey den grossen, daß ja nyemanndt meiner lere volge, dann sye ist auffrürisch, wer hye ein rayn vrtayl haben wil, der müß den auffrür nit lieben, auch müß er füglicher empörung nit feyndt sein, er müß ein gantz vernünftiges mittel halten, sonst müß er meine lere anderst züvil hassen, oder zühoch lieben, nach seiner gelegenheyt, des ich nymmermer begern wil. Es were wol forderlicher, daß ich mit gäter lere das arme volck Unterrichtete, dann das ich mich mit dem S2 Lesterlichen Münche soll verwickle», nach dem er will ein newer Christus sein, welcher mit seinem blüt für die Christenheyt vill güts erworben halt, vnd dennoch vmb einer sehnen sach willen, daz die Pfaffen mögen weyber nemmen, was soll ich darauf antworten? ich werde vil- leicht nichts finden, denn du hast dich allenthalben (wie du dich duncken lest) bewaret. Sich wie fein hastu die armen Pfaffen in der erklärung Kayserlichs Ersten Mandats auff die fleischpanck geopffert, do du sprichst. Es würde ober sye gen rc. Auff das dein angefangne lere, nit gerechtfertigt solt sein. Dann mit heücheln wollest» es gerne zu lassen, daß sh ymmer hyn genommen würden. So würdest du dannn ymmer new werterer gemacht haben, vnd hettest ein liedlein oder zway von sC«f jnen gesungen^) dann werstu allererst ein bestätigter Seligmacher worden, Freylich würdest du dann auch singen auff deine weyß . Nunc dimittis rc. vnd daß sye dir alle nach süngen, Münch wilt du tantzen, so hoffiert dir die gantz Welt. Bist du aber ein säligmacher, so müstu ye aber war- lich ein wunderlicher Säligmacher sein. Christus gibt den preyß seynem vatter. Johan. viij. vnd sagt. So ich meine ere suche, so ist sye nichts. Aber du wilt von den von Orlamünde haben, einen grossen titel, du nymbst vnd stilest (wie des Kulckraben art ist) den namen gottes sone, vnd wilt von deinen Fürsten dannck verdienen. Hast du nit gelesen du Hochgelerter bübe? wie got durch Esaiam sagt am xlij. c. Ich wil meinen preyß nyemandt geben, taust du nit die güten lewt nennen, wie Paulus Festum in geschichten der Aposteln am.xxv.ca. Warumb haystu sye die durchleüchtigen Fürsten? ist doch der titel nit jr, ist er doch Christi. Hebre. j. Johan. j. vnd viij.c. Wa- >) tVldder dis Lerlcersi vud telsober Le^serliebs ruuu- dsts. Uarttuus Lutber . Vittsoberg . LI.O.xxlij. (Lrl. 53, 182; vgl. Luders, Lutüers Lislveebsel L° 097; ^Vsliu. 12, 62). Hier das »Lrste LlLudut^ gouauut iiu tlutersobisd vou dsiu spitter sr^vübuteu .uevllokistsu Llsudat" (vgl. Lote ^ p. 33). 2) Anspielung aut Lutbers delrauutes Lied: Vou dsu rveeu Uitrtersru Obristi, ru Lrüssel verbrauut. 1523. (L r I. 56, 340). 33 rumb hayst du sye hochgebornen? Ich meynte du werest ein Christ, so pistu ein Ertzhayd Machest Joues vnd Musas i) darauß. Villeicht nit auß der schäm der weyber, wie Sapientie am.vij. ca. sonder auß der styrn geborn. Ey zu vil zu vil. Schäme dich du Ertzbübe, wiltu dich mit der jrrenden Welt heüchlen zu flicken. Luce. ix. vnd hast sC^s alle menschen wollen rechtfertigen. Du waist aber wol wen du solt lestern, die armen Münch vnd Pfaffen vnd kauf- leüth, können sich nit weren, darumb hast du sye wol zuschelten. Aber die gotlosen Regenten soll nyemandt richten, ob sye schon Christum mit süssen treten. Daß du aber den pawrn setigst, schreibest du, die Fürsten werden durch das wort gotes zu scheytern gen, vnd sagest in deiner gloß vber das newlichiste Kayserlich Mandat.-) Die Fürsten werden von dem stül gestossen. Du sichst sye auch an vor Kaufs lewth. Du soltest deyne Fürsten auch bey der nasen rucken, sy Habens woll vil höher, dann villeicht dye anndern verdienet, was lassen sye abgen? an jren zynsen vnd vnd schynderei rc.? Doch das du die Fürsten gescholten hast, kanstu sy wol wider müts machen, du newer Pabst, schenckest jn klöster vnd kirchen, do sein sy mit dir zü sryden, ich rath dirs der pawr möcht sonst züfallen. Daß du aber wilt ymmer vom glauben sagen, vnnd schreibst das ich vnder deinem schirm vnd schütz wil wider dich fechten, do sitzet man mein biderkeyt, vnnd dein torheyt, vndter deinem schirm vnd schütz pin ich gewesen, wie das schaff vndterm Wolfs. Matth, x. Hettestu dar selbst nit grösser macht vber mich gehabt denn anderst wo? kündestu daz nit bedencken? was noch darauß erwachssen würde? Darumb war ich in deinem Fürstenthumb, daß du keyne entschuldi- sDs gung haben soltest. Du sprichst vndter vnnserm schyrm vnd schütz. O ho wie lest du dich mercken, ich meyne du seyest Fürste mit? was darffestu dich mit dem schirm vnd schütz auffblasen, Hab ich doch in allen Llünrsr vcollts voll! saxen Minervas'. 2 ) Xvax Ke) serliobs vns;'niAe vnci xvMckervertiKS Aspott cken Imtber betreffend. Im 1524. llare. (Lrl.^ 24, 221.) 3 sendtbriefen, seinen schirm vnd schütz nit wollen haben. Ich Hab begert das er sein aygen volck, nit wolte schew machen, von des zigen stals wegen vnd der Marien bildtnuß zu Malderbach.i) Darumb er wolt in Flecken oder Stätlein sollen vnd nicht ansehen, daß die armen lewt tag vnd nacht nmsten in färlichkeyt sytzen, vmbs Euangelions willen. Meynst du daß ein gantz landt nit wayß? wie sye schirmen oder schützen? Genad gott der Christenheyt, hat sye nit jn zum schutzer, der sye geschaffen hat. Psalm, cx.. Du sagest ich sey dreh Jar vertriben vnd herumher gelauffen, vnd sprichst ich klag von vil leyden. Sich wie es züsamen stimbt. Du hast mich mit deiner federn gegen manchem byder manne belogen, vnd geschmehet, wie ich dirs kann nachbringen. Du hast mich mit deinem lestermaul öffentlich einen teüffel gescholten. Ja du thüst allen Widersachern also Was kanst du annderst dann der kulck- rabe schreit seinen aygen namen auß, du wayst auch woll mit deinem vngepraten Lorentzen zu Northaußen,?) was den mißthätern schon zu lon gegeben, mich zu tödten rc. Du pist kein mörderischer oder auffrürischer sD^s gehst, aber du hetzest vnd treibest, wie ein Helhundt. Daß Hertzog Jörge dem Fürsten Friderichen soll ynß Landt fallen, vnd also den gemahnen fryd aufheben, noch machst du keinen auffrür, du pist die ertige schlänge die vber den felßen hupffet. Prouerb. xxx. Christus sagt Matthei. x. vnnd .xxiij. So sye euch in einer stat verfolgen, fliehet in dye andern. Aber dyser Pott des teüffels sicherlicher ertz- kantzler saget. So ich vertriben Pin, sey ich ein teüffel, vnd er Wils beweren Matthei .xij. Vnd erlangt den ver- stanndt wider den Heyligen gehst, den er bespottet, hawet darüber sich in die packen. Psalm, xxvj. ') Llaläerdaeb cxlsr Llallerbaeb, in der Labs TLIsteckts, vo eins kleine Oapslls mit einem wundsrtdätiAsn Llarisn- bilä vor, belobe ciis ^Ilstsclter Ostern >524 verbrannten; ^^ieKsnstall" nennt er cl!s Lütte des Olausners, der dis Oapslle bütets. 2 ) .tust. .Tonas, cler aus Lordbaussn stammte? 8side- mann, Llünrer 8.41: „^.ueb .7. 7onas muss viel 4'bei! au Nünrers ^nblaAsn xebabt baden." Vil vnnutz gespayß vnd spot, machet er auß gütlichem wort, vnd spricht, ich hayß es eyn hymmelische stymme, vnd die Engel reden mit mir rc. Antwort was der almechtig got mit mir machet, oder redet, kann ich nit vill rümens von, dann allayn was ich durchs ge- zeügnuß gottes, dem volck auß der Heyligen schrifft vorsage, vnd will ob got will meinen dunckel nit predigen, thü ichs aber, so wil ich mich von got vnd durch seine lieben freünde gern lassen straffen, vnd jnen vrpüttig sein, aber dem spotter Pin ich gar nichts schuldig Prouer. ix. Soll ich doch den Hetzer nit essen. Leuitici.xj. des got- loßen spotters vnfladt nit in mich zihen. Mich wundert deines rechten Musters, nach dem du auß dem Hartz Pist, möchtest die geheymnuß göttlichs Wortes nit ein hymme- sDijl lische sackpfeyffen hayssen? Do hette dyr dann der teüffel dein Engel dein liedlein aufs gepfiffen. Münich wiltu tantzen, so Hoffirn dir die gotloßen alle. Ich sag von gütlichem Worte mit seinen manchfeltigen schätzen. Collosen. ij. Weliches Moses imm Deutro. am .xxx. cap. an tregt zu lernen. Vnd Paulus zun Römern am .x. der -lxxxiiij. Psalm sagt, wie es soll gehört werden von denen, die sich von gantzem hertzen bekeren, vnd in der lere des geysts, alle vrteyl von der barmhertzigkeyt vnd gerechtigkeyt gotes gleich erstrecken, du aber leügnest das rechte wort vnd heldest, der weit nur den schein für. Darumb machest du dich gröblich zu einem ertzteüffel, daß du auß dem text Esaie one allen verstandt got machest zur vrsach des püsens stellest, ist daz nit die aller grausamste straffe gottes vber dich? noch pist du verblendet, vnd du wilt doch auch der Welt blindenleyter sein, vnd wilt es got in püßem stoffen, daß du ein armer sünder vnd ein gifftiges würmlein Pist mit deiner beschissen demüth, das hast du mit deinem fantastischen verstandt angericht, auß deinem Augustino, warlich ein lesterliche sach von freyem willen die Menschen frech züuerachten. Du sagest ich wöl es stracks mit gewalt gelaubt haben, vnd wüll nyemandt zu bedencken zeit geben. sDij^s Ich sage mit Christo, wer auß got ist, der höret seine wort, pist du auß gott? warumb hörestu es nit? warumb 36 verspottest du es? vnd richtest das? das du nit befunden hast? wilt du nun erst darauff synnen? welches du andere menschen sollest leren? Du soltest vil pillicher ein krümmer denn ein richter heyssen, das Wirt die arme Christenheyt wol innen werden, wie richtig dein flaischlicher verstandt, wider den vnbetrieglichen geyst gotes gehandelt hat, laß dir Paulum daz vrteyl sagen.ij. Corin, xj. Du hast allezeit mit ainfeltigkeyt (durch eine zwibbeln ange- zaigt, die newn hewt hat) gehandelt alles nach der fuchs art, Sich pistu doch zum prandt fuchs worden der vorm tage hayßer füllet, vnd nun die rechte warheyt wil auffgen, wilt du die klaynen, vnnd nit die grossen schelten, du thüst gleich wie wir teütschen sagen, du steigst in Prunn, wie der fuchs in dem einen eymer trath, vnd fraß die vische, darnach locket er dem vnsinnigen Wolfs in den Prunn in andern eymer, so feret er empöre, vnd der Wolfs bleibet darunder. Also werden die Fürsten die dir volgen auch besten, vnd die edlen strauchhenlin, welch du an die kauf- leüth hetzest. Ezechiel gibt das vrteil vom fuchs am .xiij. cap. vnd am.xxxiiij. von den bestien, wilden thieren, die Christus wölff nennet Joan. x. Den allen Wirts gen, wie den gefangen Füchssen. Psalm, lxxij. Wenn die lewt werden erst anfanngen auffs (Es liecht zu warten, so werden die klaynen hündleyn. Matthei .xv. c. zun Füchssen ynß loch lauffen, do werden sye nit mer können den ein wenig forn ynß maul peyssen, der frysch Hundt aber schüttelt dem fuchß das fell, er muß auß dem loch, er hat der hüner genüg gefressen. Sich Merten, hast du dyßen pratten nicht gerochen vom fuchß? den man zu Herren hoff für einen haßen, den vnerfarnen Wildschützen gibt, du Esaw hast es wol verdienet, das dich der Jacob vertrucke. Warumb hast du dein recht vmb deiner suppen willen verkaufst? Ezechiel saget dies am .xiij. vnd Micheas am iij. Du hast die Christenheyt mit einem falschen gelauben verwerret, vnnd kanst sy, nun die noet Heer geet, nit berichten. Darumb heüchelstu mit den Fürsten, du meynst aber es sey gut worden, so du einen grossen namen überkommen hast, vnd kummest ane ende wie du zu Leiptzgk 37 vor der aller ferlichisten gemayn gestanden pist, was wilt du dye leüte blindt machen? Dir war also woll zu Leyptzgk, fürest du doch mit uagelen krentzlen zum thor hynauß, vnd trunckest des güten weyns zum Melchior Lother. Das du aber zu Augspurg wärest, möchte dyr zu keyner ferlichkeyt gelangen, dann Stupicianum Oraculum stundt hart bey dir, er möchte dyr wol helffen, aber yetzt ist er von dyr abgewichen, vnnd ein Abt worden. Ich Hab sicherlich sorg du werdest jm volgen, der Teüffel stet warlich nit in der warheyt, er kann seyner tück nit lassen. Doch er forchtet sich imm Küchlein vom auffrhür,^ vor der prophecey seines greüels. Darumb saget er auch von den newen Propheten, wie die schrifftgelerten wider Christum. Johannis .viiij. c. Darumb Hab ich fast das ganntz Capitel zum gegenwertigen vrteyl genützt Paulus sagt von Propheten .j. Corint. xiiij. Ein rechter Prediger muß ja ein Prophet sein, wann es die Welt noch also spöttisch duncket, es muß dye gantz weit prophetisch sein, soll sye anders vrteylen vber die falschen Propheten, wie wilt du die leüthe vrtaylen, so du dich imm Münch kalbe?) des ambts eüßserst? Daß du sagest wie du mich ynß maul geschlahen hast, redest du die vnwarheyt. Ja du leügst in deinen halß, spieß tieff, Pin ich doch in Sechs oder Syben Jaren nit bey dir gewesen. Hastu aber die güten brüder zu narren gemacht, die bey dir gewesen, das muß freylich an tag kommen, es Wirt sich auch annderst nit reymen, du soltest die klaynen nit vorachten. Matthei.xviij. Vber deinem rhümen, möchte einer woll endtschlaffen, vor deiner vnsynnigen torheyt. Daß du zü Worms vorm Reich gestanden pist, danck Hab der Teütsch adel, dem du daz maul also wol bestri fEijjchen hast, vnd hünig gegeben, dann er wenethe nit annderst, du würdest mit deinem i) Lzm trs^v vorinanunK Llartini Imtbsr tru allen (linksten. 8lob trm vorlmtsn kur aulkrubr vnnä LmporunK. (1522.) Oie anKsroAens stelle: Lrl. 22, 53; lVeim. 8, 683. ") OsuttunA 8 vou LllAsIIkllä buob. 1522. (Lrl. 28, 344.) 45 sünd beichten, vnd von ym Vergebung dißer begern, macht vns demütiger vnd gotförchtiger, dann nur zu den Menschen auch lauffen, vnd sie mit dißem anbetten zu abt- göttern machen solten, Eyn frummer Christ soll vns wol nit hören, sunder gott diße ehr alleyn geben, warumb wolt der zehend außsetzig alleyn bei Christo sein, der jm geholffen hett? wir kenneten gott noch nit recht, vnd hetten noch nit die lieb gottes, auch keyn lieb des nechsten, dweil wir vns mit dißer vnfruchtbaren gleißnerei eyner dem andern zu helffen widerstunden, sunst hett eyner den andern sterben vnd verderben lassen. Hie will ich ytzo, nit weitter mit dir von der beicht disputieren, dann wie es mich daucht, vnd auch ist, eyn grosser abbruch des herzlichen vertrauwens vnd liebreichen glaubens zu gott, du machst es dannoch auch frei gelassen haben, dweil es gott nit gebeüt, wie du yetzo frei wilt Habens) kutten tragen oder nit tragen, götzen abthün oder nit abthün, inn clöstern bleiben oder herauß lauffen, meß halten oder nit halten, so doch der eyn teyl, den du verdeydingen, vnd darinnen bleiben wilt, nit gut, sunder wyder gott vnd die lieb des nehsten ist. Solche deine trotzige leer vnnd eygen willigs wesen, stieß mich offt vnd hart, vnd wolt doch ye nit gern, daß dein sach nichts oder nit recht sein solt, du machst auch, daß ich im neüwen testament allenthalben sucht, wo Christus vnd seine apostel, der gleichen gescholten hetten, vff daß ich dich mit deinem schreiben verteydingen künth, ich fand wol, daß beyde Christus vnd die apostel die phariseyschen Pfaffen vnd gütliches Worts veruolger hart angefarn hetten, aber mich daucht es hett eyn andere meynung yres zorns, ich fand in jren harten Worten eyn ernstlichen vnd gütlichen eifer, vmb gütliche gerechtikeyt vnd warheyt, so warens auch nit gantz bücher vol lester wort, es war auch nit hui vnd trotz, tagten auch nie keyn saiij^ auß dem land. Vnnd sein der gleichen deiner sach vyl, die ich alle zeit on gewissen sprüch der schrifften so wyder dein Wesen waren, verstund, daß sie nit recht gesein mochten, *) lViäer äis bimml. ?r. 29, 191. 46 Hab sie doch alwegen, wie wol mit eynem grossen anstoß, geduldet, biß du den wolff züm nehsten gar auß der schaffßhaut kriechen hast losten. Hie warn ich dich, lieber Luther, hastu eyn Hertz das ab kan losten, so loß ab, sieh dich eben für, der Sathan hat sich schon so stoltz gemacht, daß du die leüt aufs deine büchlin weisest, vnd wilt daß yderman aufs dich stehet, darzü dürsten etlich reiche, köstlich vnd zarte Prediger, gantz freydiglich mit dir irren vnd vnerschrocken, wider gütliche gerechtikeyt fechten, Es ist gar nahend daß Dauid Israel zelen würd lassen, laß dir der heuchlerischen nachuolger leütselikeit nit zu wol gefallen, Christen aber sein grobe gesellen, vnd vnfletige leüt, sagen eynem die warheyt, vnd sein stürmer voller moßs, vnd vnsinnig, tragen schentliche grawe rück an, ja lieber Luther, dweil dir die baurn veracht sein, vnd nit gefallen, bleibestu wol eyn münich, vnd verteydingst die kutten, so lang du kaust. Vrbanus Regius,i) vnd andere wol besolte Prediger werden dir yre Hilst in dißer sach nit entziehen, sie beweisen wol mit yrem hoffertigem schreiben, ° vnd predigen wider Carolstaten, daß sie eyns dapffern lobs warten sein, wo sie yr künheyt züm ersten erzeygten, Weil man aufs dem Pfülmen sitzt in den gemalten stüblein (dann du wilt ye gemalten götzische bild- niß bei dir haben) würd mans nit recht treffen, eyn nid- riger vnd zerschlagener christ (welcher alleyn eyn christ ist) würd freilich auch nit silbere oder güldene spangen aufs dem gürtel tragen, vnd aufs der Laschen, noch grosse sack ermel von köstlichem tüch an den rücken tragen, Nimbt auch eyner eyn jar nit zweihundert gülden daß er Predig, Warumb? Es sein der armen zu vyl allenthalben, die nit partecken zu essen haben, vnd Chri-sa«jstus hat den Predigern gar eyn kleyn vnd gering gut gelassen, Auß welchem gewiß abzünemen ist, daß noch keyn christlicher Prediger, oder gar wenig aufs erden sein, Es will ja eyn ytzlicher noch seines solds gewiß sein, vnnd du hast offt aufs der Cantzell zu Wittenberg gesagt, es sei nit vyl y sebrisd 1524: lViäsr äsv usrvau irrss,! Ooetoi Andres von Larlstadt, des Laeramsots bald, rvarouvA. li, Vrbaui Rsxij. 47 wann man eynem Prediger eyn jar hundert gülden geb, Darzü zwingen sie vnd dringen die armen leüt noch mit rechten (ich solt wol sagen vnrechten, vnd Tirannischem gewalt) daß sie yren huren müssen fütter geben, dann dißen geystlichen leütten gezimbt auch mehr eyn huren zu haben, dann eyn eelich weib, welches ynen eyn eüsserlich leben ist, nach welchem sie vngeurteylt seyn wollen. Hie muß ich mit herein nemen, daß etlich vermeynte christliche Prediger grosse ergerniß des volcks, auß jrem hürischen leben anrichten vermeren, wollen on alles gezeügniß mit jren köchin, oder andern so yn gefallen, eyn eelich leben vorn leütten gesehen haben, setzen sich mit jnen, vnd sprechen, es lieg eyner als eyn bößwicht, der sag daß sie hüren bei jnen habenn, vnd sprechen es leig jnen nit daran, wie sie die leüt vrteylen, sie wissen wol wie sie der sach thün, ja wann das nit die ergsten vnd bösten hürer, vnd buben sein, so freß mich der butz. Mich wundert ye, ob der teüfel zürnen künn, dweil er noch schier das gantz Prediger volck aufs seiner seiten hat, es ist noch nichts dann eyn verfürischer schein mit ynen geweht. Das ynen Chrystus gebeüt, sie sollen nichts haben, das halten sie also, daß niemands reicher ist dann sie, daß er ynen propheceit man werde sie vertagen, auß eyner statt inn die andern, vnnd werde sie weydlich Pantzerfegen, des trösten sie sich vest vnd starck, vnd meynen es geh yn dann schon doher, wann ynen die bauren nümmer opffern wollen, oder wann eynem eyn wenig an den zopff gegriffen würd, wann ers wol mit seiner boßheyt verdient hat. sa^s Aber das sag ich, lieber Luther, neben vnser sach. auß eynem kleynen zorn, vber das reich vngeschlacht weych vnd hürisch Prediger volck, ich forcht dißer außlauff werd zu lang, ich wolt sunst dem armen volck die güte botschafft gebracht haben, daß unser Hergott nün erst anheben würdt vns rechte Prediger zu senden. Dweil aber mir eingefallen ist der groß Pracht, vnd das vnbrüderlich wesen vnser Prediger, so man Christliche leüt vermeynt (dann mit dem andern tollen Pfaffen vnd münch volck ists offenbarlich am tag, daß sie des teüfels Lotten vnd hoffgesind sein) müstu mein ergerniß vnd an- stoß, so du mir gemacht hast, vollends von mir hören, dann ich weyß deiner Handlung vyl, bin eyn weil eyn Wittenberger student') gewest, ich will aber nit von dem gülden fingerlein, das vyl leüt ergert, noch von dem hübschen gemach sagen, das vber dem Wasser steht, darin man trunck vnd mit andern doctoribus vnd hernn frölich war, wiewol ich vber dißes letzt offt meinem schülgesellen klaget, vnd mir die sach gar nit gefiel, daß man so vyl nötlicher sach vngeacht vnnd vnangesehen, bei den byrigen mocht sitzen, vber diße geringe sach klagt eyn mal zu Nürenberg in D. Pirckheymerß hauß eyns kauffmans knecht von Leiptzig, der sagt, er hielt nichts von dir, du künst die lauten wol schlagen, vnd trügst hembder an mit bendlein, darumb ich jnen selbmals gern eyn narren, auß lieb so ich zu dir trüg, gescholten het, ich wißt aber noch nit daß diser messiger vbermüt in dir eyn Vorbott war deins Wittens, das du ytzo thüst. Nun ich solt wol aber irr werden, das gefiel mir zu der selben zeit vbel, daß du das gotloß vnd toll Witten- bergisch leben also entschuldigest, vnd sagest, wir können ja nit engell sein, vnd man hett mir auch schier, weyß nit was für eyn glößlein vber disen text Matthei septimo gemacht, an yren früchten solt yr sie erkennen, wie du dich auch noch rümbst der rechten lere des glaubens, vnd der lieb, schreiest, man straff alleyn sbs eüwer schwach leben, Neyn, wir richten oder schelten keynen sünder, wie yr thüt, wir sprechen aber, wo nit christliches glaubens werck volgen, do sei der glaub weder recht gepredigt, noch angenommen, vnd sagen von eüch, das lang Rom hat müssen hören, wie neher Wittenberg, ye böser christen . Du vnderstundest dich wol der hürerei manlich zu weren, daran man den christlichen glauben wol spüren mocht, aber do bei merckt man, daß falsch vnd ungleich zu ging, daß man etlichen magistris vnd collegaten, darzü andern, den man wol wolt, öffentliche hürerei züließ, ich hett anders zü künnen sehen, 1) Im ^Ib. ^.caä. Vitsb. cc>. I?öi8tsmann kommt sein Xame nickt vor. do bei besieh auch was du thetest, do du noch doctores zu Wittenberg hulffest promouieren, do yr euch aller gnügde vnd volkummenheit götliches Worts, vnd des Euangeliumbs berümbtet, do du do bei wärest, riehtst, vnd wie ich horte, schier zwungest, daß Culshamerus vnd Joannes Draco die laruen des vnchristlichen doctorats antzähen.i) Doch lieber brüder will ich dir das Wittenbergisch gotloß leben nit gar in bnsen schieben, alleyn was dir, als jrem Prediger zu weren, zästünd, ich weyß wol, daß du in etlichen sachen das dein thetest, wil derhalben solche alte schuldt nit gar rechen, ich schonte warlich, Hertz lieber brüder, etliches deines vnchristlichen Wesens noch gern, vnd were noch gern eyn frummer Japhet.?) Daß du aber vnnsern brüder Andream von Carolstat so anschnurrest, vnd machst, daß man dem frummen vnd tewren christen in vylen steten zü Hausen, Herbergen, vnnd vnderzüschlieffen verbeut, hm weder essen noch trinken zü geben, das sollen dir Luther alle Christen dancken, ich frag hie dein gewissen, ich frag deine nachpaurn Philippum Melanchtonem vnd Pomeranum (dann diße zwen Hab ich alwegen für trewer angesehen dann dich) ich frag auch alle christen, ob du der sach recht thüst, daß weyß ich, wann dich dein biblischer gehst (dann wider die himelischen geyster vnd Propheten darffestu mit federn vnd heleparten kempsfen) anders lert, dann das du hyn sb^s solst gehn, bei eitler ') im .l, 1523, vxl. Inder vsennorum inoult. tdeol. eil. kürstsmunn, p. 28. 2 ) 1. Llos. 9, 23. 8o in «lern Läiet äes Rntds /u RotdsnburA a. Dauder vom 27. ännunr 1525 (in Ddom. ^vsiksls Rötend, im Rnuern- irr. sä. Ln uw nun, in äsr Libliotdelc äes littsrnr. Vereins in 8tuttZg,rt, Lä. 139. 8. 20), >vo äsr Natd, nnedäsm er nnKS- lükrt, änss ,äie nsedsten vmd vns ZelvAsn unä nnäer mer äes dniliAsn röm. reiods edurtursten, kurstsn sn. ÜInrÜArLk Lnsimir v. LrnnäsnburK-^nsbnod, vZI. 8. 17s, derrsednltsn nnä rs^edsstetts ... vsrdottsn Inden ... äenseldsn äoetor Lnrlstntt veäer 2 u dnvvssn, rn doten rm etren, trenellsn, unäsrLU- sedlaiksn, 7.u dnltsn oäsr v.u Aväuläon", mied seinen LürAsrn dei ikrsn Riäen unä Rüiodten verbietst, ,äsn Asnnnntsn äoo- tor Rnrlstnttsn vsäsr ru dnwssn, rn derdsrKen, unäerru- sedlräken, 2 u etrsn, trenken oäsr turausedisden." 50 nacht zu dißem man, seiner lere grundt vnnd vrsach hören, aufs daß die warheyt on so ferliches gezenck an tag keme, ja daß du ym darzü den zorn vnnd grimm etlicher fürsten, Herren, vnd stett, den du ym, mit deinem gifftigen schreiben über den hals, bracht hast, legen hülffst, oder trügst diße geferlichkeyt zü gleich mit jm, so ist er nit güt, vnd wann du schon eyn berg aufs den andern trügst mit deinem glauben. Es muß aber villeicht do auch gehn wie du inn deinem Küchlein i) eynem schreibest, wann dich die Papisten nit so hart gedrungen hetten, wöllestu wol etliche sach mit ynen vndter wegen gelassen haben, daß ist (wie ichs acht) des euangeliumbs verschweigen, wann du nit eyn rüm durch dein schreiben eriagen Heft mögen. Wann du eynen brüder, ob er schon irre, vnnd etwas vermut were, mit eynem güten gewissen« im land vmb kanst jagen, vnd das christlich sein soll, so sag vnd bekenn ich frei, daß ich inn allen christlichen stücken irr, vnd daß ich dir mit dißem schreiben gewalt vnd vnrecht thü. Wie wann ich aber dir dein Hertz triff, vnnd erraht daß diß ist dein fürnemen, daß du mit deinem schreiben die fürsten erregen möchtest, daß sie Carolstaten vmb- brechten, daß du die sach gewönnest, vnd mit ym für verhör nit tretten dürftest, wie meynst wann Carolstatt ge- tödt, vnd die Orlamünder in grundt vom fürsten zu sachssen verderbt, vnd auß gerottet weren. Ich sag dir wyder, Kräder Lüther, bei meinem gewissen, ist dein trotzischer vnd Hüischer gehst recht, so ist mir vnser Hergott feindt, daß er mich inn eyn solch frei vrteyl von dir löst fallen, Ach Vater inn Himmeln, ich weyß daß du keynem christen eyn solche sterck oder freüwde gibst, sich freüwen, daß er eynen christen im land vmbbrecht, vnd ym eyn scharpff schwerth an eyn haer gebunden, vber den kopff henckest, du löst auch kaum eynen vnchristen von ey- sbijs nem christen veruolgt werden, wie du im Psalm sagst, du wollest sünder vber yn schicken, Dann Luther, du würst mir den Carolstaten villeicht keyn christen lassen sein, vff das erfüllet y Din Llltsrriebt äer Leiebtlrinäer über äis verbotenen Lädier v. U. Lutbsrs. 1521. Dil. 24, 209. 51 werdt, daß Christus im Euangelio sagt, der euch veruolgt, würdt meynen er diene gott damit. Ich Hab auch neüwlich eyn mal gesagt do ich hörte, wie die reichen Prediger zu Nürnberg >) so vnsinnig weren, wyder den Carolstat, daß ich glaubte, daß vnsere ver- meynte christliche Prediger die wir noch hetten (eyn wenig außgenummen, die ich gern nennen wolt, aufs daß sich die andern wölff auch nit mit der schaffs haudt decketen) dörfften feüer vnnd holtz zu samen helffen tragen, vnd eynem irrenden (das ist eynem solchen der yre quaterlein oder Küchlein nit besehen, vnd halten wolt, daß Vrbanus Regius neüwlich inn sein Küchlein eyn neüwen artickel des glaubens geschmit hat, nemlich daß man glauben muß, daß Christi fleysch vnnd blüt im Sacrament sei) 2 ) selbs verbrennen. Hat der frumm gelert man (als er freilich gewesen ist) der die zwölff artickel des glaubens auß der schrifft gezogen, zusammen gesetzt hat, dißes Vrbanischen artickels vergessenn, oder nit gewißt, hett er gewißlich die andern auch nit so wol troffenn. Er hat aber freilich wol gewißt, daß man an wein vnd brot nit glauben soll. Aber ich will mich der art deines Küchleins nun eyn wenig halten, vnd will dir auch eyn prophecei sagen, wie du zu Wittenberg vom Carolstat geschehen in deinem Küchlein schreibest. 3) In kurtzen tagen hat eyn frummer vnd gelerter man gesagt, daß er den Luther, vnnd den Carolstat halt für den Saul vnnd Dauid, das loß ynen, lieber Luther, getroffen habenn, darffst hie nit vyl speculieren, welchen er besonders Osisndsr, dem man Lrsblersi mit bsrrliobsm 8ebmuel: u. s. v. vorvsrt; vZI. 2 . 8. Xvin^Irs Lriet an ikn vom >i. Ast 1527 (/vv. opp. sä. Leliulor et Lebnitbess, VIII, 09); Lotb, Lek.-Ksseb. binrnbsrKs, 1885. 8. 192^. 232. 2 ) In der Xote 8 snKst. 8ebrilt, LI. Ld: „Dem nsob vsun vir veilen des bsrreo nsobtmsl bsKon, nsmsn vir tlir vns clio vort Lbristi, so sr Asbrsnolit, sprsoben sie bs^ dom brot vnd vsin, vnnd so die im ^Isnben rsebt ^ssproobsn sind, ist vns Irsin 2 kvs)fel, ds ss^ der Is^b vnd blnt desu Obristi. >'nd slso nseb seinem Kösobstkt essen vir dss brot, dss ist sein le^b, vnd trineken den vein, dss ist sein blnt" n. s. v. IVidsr die bimml. Li. Lrl. 29, 194. 4 * 52 vnder eüch zweyen den Saul vermeyn, dweil Carolstat nirgent im lant vor dir bleiben kan. sbij^ Wir hoffen aber noch starck des Dauidischen trosts, daß villeicht der Herr sein elendt werd ansehen, vnd ynen von deiner Hand erlösen, vnd hoffen zu gott in Himmel, der frumm fürst zu Sachssen werd deinem vnsinnigen raht nit volgen, den Carolstat vnd die güten leüt zü Orlamünd nach deinem Mutwillen zu veruolgen re. Du besieh, daß dir nit eyn mal geh nach dem prouerbio . Malum con- silium consultori Pessimum, dann wie du leugnest, du habst mit dem fürsten nie selbs geredt,') ists doch nit zü glauben, daß er von dir unangefochten der sach halben bleiben kan, Es kan auch eyner wol von eynem vmb den hals eingeben vnd verraten werden, on leipliche beweisung oder müntliche verreterei, alleyn durch schreiben vnd frembde anhutzung, was sein die büchlin anders wider den alstetischen vnd schwürmer geyst,?) dann eyn subteile bewegung vnd an- reytzung des fürsten wyder den güten Carolstat, du hetst auch wol dreimal mit dem fürsten reden, vnd zü ym sagen künnen, daß er on allen verzüg Carolstaten fieng, vnd vmbbrecht, es were nit so teütsch geweßt, als du es ynen in deinen Küchlein heyßt. Nün du meynest es schon nit so böß (daran doch zü zweifeln ist) wie kanstu doch mit eynem christlichen herhen vnd gewissen also bübisch trotzen, ich Hab wol ehe erfarn, daß die Wittenbergischen Taxen kerl so vermüt sein, wann sie eyn sach mit wenig güten Worten nit außrichten künnen, so fluchen sie eynem den tüfel in liff. Mich daucht auch, do ich dein Küchlein wyder die Himmel, prophe. laß, wie ich dich dort sehe stehn, mit schwert vnd Helleparten, vnd stichstu nit, vnd hawst nit, also hastu nün schier, lieber brüder, meyn vrteyl vnd meynung, wie ich nach meiner schwacheyt keyn christlich füncklein an dir findt, noch von denen allen, so der meynung christen wollen genent sein, wann sie alleyn mit yrem gemalten vnd lieblosen glauben i) ib. 8.16i. -) Ois srsts 8duM uussros Lsltss. — vis Lolirilt : iViclor ctis bim ml. kropbstsu. dapffer herein faren vnd boldern, vnd doch keyn frucht des rechten christlichen glaubens irgents beweisen, sag frei darüber, daß ich nit kan glauben, daß du ein christ sbiijs seiest, biß du dißem Carolstat nach läufst, yn suchst, ym von allen fürsten, Hern, vnd stetten (deren zorn, auß deinem schreiben vber yn kommen ist) frei sicher geleydt erwerbest, yn wyder so erß begert, in sein wonung einsetzest, vnd mit eyncr andern schrifften bekennest vnd bezeügst, daß dein schreiben wyder jnen gantz vnchristlich vnd teüfelisch geweßt sei, also handelt eyn christ, dz weyß ich, wann du ym nit also thüst, so bleibstu wol in der kutten eyn Luther. Hie steck ich dir auch in dein gewissen diße mörderische vnd Tirannische Rethorica, der du dich gebrauchest do du schreibest >) Carolstats meynung sei, daß er mit freüntlikeyt den bübell vnd das gemeyn volck an sich bring, vnd nachmals die oberkeyt gar vmbker vnd vmb bring. Hör Himmel vnd erden, vnd gib gezeügniß dem nid- rigen vnd zerschlagen christen wyder diße hitzige vnd blutgierige lügen D. Luthers. Erkenn Herr got im Himmel, wer die oberkeyt vnd das gantz land vmb reisten dvrfft, nit der, der deine knecht also verleügt vnd vmbiagt? nit der, der gern esels Horner hett, do mit er alle die vber kalte klingen hupffen ließ, so ym mit eynigem wort wyder weren, wie kündt der zornig Leow gestillet werden on mercklichen schaden? Ich bitt hie alle Christen vmb gottes willen, sie wüllen yre äugen von den Personen ziehen, vnd sehen, welchers am besten gemeyn, vnd wie man die sach Handel . Bitt auch vnd erman freüntlich, durch das blüt Jesu Christi alle fürsten, hernn vnd stett, daß sie mit dißem man gottes, nicht gewaltiglich, sunder mehr mit eyner verhürung der sach handlen wöllen, dann welcher sich mit dißes blüt würd betreyffen, der würd, förcht ich, vmbsunst, vnd mit seiner seel verderbniß, das handtbecken begeren, vnd seine hend zu waschen suchen. ?) Du aber Luther, hüt dich, daß die alt prophecei nit war werd, daß der schwartz münch erst alles vnglück müß anrichten. Wann V?ick6r ckis bimml. ?r., ILrI. 29, 174. 2 ) Nrtttb. 27, 24. 54 das were, so möchstu dich wol der christenlichen freiheyt auff die seiten gebraucht haben, do sie sbiij'sj dem Wort gottes eynlich ist, vnd möchst die kutten außgezogen haben, dein freiheyt ist so groß, wann dir ytzund eyner (dem du eyn wenig abgünstig werest) schrieb, Christus wer gottes sün, so dörffstu wol ein streit mit ym anhebenn, auff das du etwas anders fürbrechst, vnd dörffst sprechen, er wer kennest nit gottes sün, also gern hörestu dein eygens gesang. Bor hastu den gefangen gewissen aüß den klöstern geholffen, ytzo ruck dich recht in babst stül, vnd treib sie wider hynein. Vorhyn hastu von abthuung der meß ge- schribenn, ytzundt richt sie wyder auff. Gedenckestu nit lieber Luther, was du für eyn wesen, vnter dem cynfel- tigen volck machest, mit dißem bübischen vnd vnbestendigen schreiben, du solst dich ehe ädern lossen, ehe du das volck also verwirkst. Wie wann vuser Hergott die götzen herumb stürmet, everestu noch also seer du woltest, vnd setzte dich an yr statt, wolan, man würds sehen wer ym recht thü. Meine, vnd meiner brüder, so mit mir dißes Küchlein lassen außgehn, meynung, vom Sacrament haben wir ytzo nit wollen schreiben, alleyn daß wir vns noch nit gnug verwundern können, wie dißer groß mißbrauch, des Hern brots vnd Weins sich biß hernach so meysterlich hinter die, die christliche Prediger vermeynt, vnd doch nit gewest sein, behalten hat, auff das der teüfel, der den mißbrauch des papistischen sacraments erfunden hat, dester gröblicher zu schänden werd, vnd eüwer teüfell zu Wittenberg auff dem altar an eyner tafel gemalt, in der pfar Archen, erst greü- lich an heb zu schreien, vnd seinen reümen zu regen, O sacrament sacrament wie machstu mir das dunst convent, ja dißer poß Verrats alleyn, daß das des teüfels erfindung ist, Warauß mag man gewisser verstehn, daß das Weihwasser, geweiht liechter vnd kreüter, vnd andere der gleichen göcklerei, nichts ist, dann daß sich der teüfel also do- sb^ mit vertagen vnd martern läßt, doch das soll, noch kan, dir deiner meynung, von deinem sacrament nichts benemen, alleyn wir bitten dich^daß du inn deinem schreiben mehr scharpff vnd gelert, dann polderisch oder hüisch wollest sein, 55 den andern leser, bitten wir daß er diße schrifft, nit für eyn lester büchlein achten wöll, sunder sehe es darfür an, daß vnns diße fach so emsiglich anficht, daß vns vnsere hertzen möchten zerspalten, daß D. Luther so vnchristlich mit den christen fert. Es sollen auch alle christen, vnd du Luther wissen, vnd gewiß darfür halten, wann Carolstat schrieb, thet vnd lebt wie du, so solt er sich nit anders nach vns vmbsehen, noch anders von vns gewarten, dann dergleichen eyn getreüw vnd freie ermanung, vnd villeicht noch einer herberen laugen, dweil wir sehen vnd glauben daß ers auß solcher gedult, welche er ytzo in seiner ver- uolgung vnd vmbiagung so du ym zütrinckst, hat, gern leiden würd vnd künt . Daß wir aber nichts von der Hauptfach berüren soltu also verstehn, leser, daß wie Luther yn vor gnüg schilt, also wollen vnd müssen wir vor die grossen vngerechtikeyt, so Carolstaten vom Luther geschicht, von gantzem hertzen allen christen klagen. Die andernn Prediger die noch an reichtumb weltlicher eer grossem Pracht, vnd gestifften Pfründen hangen, oder sunst eyn tadelich vnd vnördenlich leben füren, lassen sich nit verdriessen, daß wir sie nach vnser schwacheyt als vnchristen vnd nit christliche Prediger halten, vnd vermeynen, dann dißen reümen soll vnd kan vns keyner abwüschen, biß er gesandt kumbt, wie Christus seine apostel sendet. Gott geb daß sein herlikeyt bald offenbar werbt. Amen.