Druckschrift 
1 (1843)
Entstehung
Seite
35
Einzelbild herunterladen
 

35

sten Beifall im Augenblick erwerben können. Wersich entschließt, seine Studien in dieser Schule zumachen, muß sich ans viele Ungunst und Unter-schätzung gefaßt halten, denn gerade die größtenVorzüge derselben, wenn er sie wirklich erreicht, sindnicht diejenigen, welche der Menge am meisten ein-leuchten. Wenn z. B. ein modernes Werk der Dicht-kunst besprochen wird, so hören wir es rühmen etwawegen einer ergreifenden Stelle, wegen eines her-vorragenden Charakters; aber wann bekommen wirje ein Lob desselben wegen der harmonischen Com-position, wegen der Fülle des rein durchgeführtenPlans, wegen seines idealen Charaktersknrzwegenseiner wesentlichsten Eigenschaften als Kunstwerk zuhören? Was wir beim Gemälde am meisten preisenhören, das sehen wir oft am meisten vernachlässigtbeim Buche die künstlerische Anordnung des Gan-zen ; und dieß einfach darum, weil in England dieMalerei als eine Kunst anerkannt und nach bestimm-ten Theorien gewürdigt wird. -Aber in der Literatururtheilen wir »ach einem Geschmack, der nie eine festeGestalt annimmt nach tausend Vorurtheilen,Neigungen und Abneigungen der Unwissenheit. Wirbegreifen noch nicht, daß der Antor ein Künstlerist, und daß die währen Regeln der Kunst, nach

3 *