Drittes .Kapitel.
Der Handwerker und der Junker; oder die sich verwandelndeGeneration.
„Nein, mein lieber Milchbruder," sagte der Nevile,„ich begreife die Wahl nicht, die Ihr getroffen habt. Ihrwurdet auferzvgen und herangebildet mit so sorgfältigerUnterweisung in Bücherlehre, daß Ihr lesen und schreibenlerntet, was — Gott segne den, der es kann! — mirMühe und Arbeit genug scheint, — sondern auch nochoben ein in den Kauf Latein und Logik und Theologie beiSt. Aristoteles, ist nicht das sein schwer auszusprechenderName? — studirtet, und das Alles, weil Ihr einenOheim von hoher Stellung in der heiligen Kirche hattet.Ich kann eben nicht sagen, daß ich selbst gern ein Gescho-rener würde; aber wahrhaftig, Mönch sepn, mit der Aus-sicht auf Beförderung, ist doch noch ein edlerer Beruf füreinen Jungen von Geist und Ehrgeiz, als vor einerThüre stehen und schreien: 'Kauft! kaust!' — 'Wassteht zu Diensten?' — seine Jugend hinzubringen alsPlattkappe, und die Mannesjahre faullcnzend abzutöd-ten mit Tuchmeffen, Metallhämmern oder GewürzeauS-wägen."
„Nur gemach und ruhig, JunkerMarmadnke," sagteNlwpn; „Ihr werdet mich bald besser verstehen. MeinOheim, der Subprior, starb — die Einen sagen in Folgeseines strengen Lebens, die Andern, vom Ale — das thntNichts znr Sache; er war ein gelehrter und auch ein