Druckschrift 
1 (1843)
Entstehung
Seite
30
Einzelbild herunterladen
 

30

Eine Tochter, Anna, damals in der Blüthe der Ju-gend stehend; und obgleich Isabel eine blendendereSchönheit gewesen zu seyn scheint, so must doch auchAnna nicht geringe Reize besessen haben, da sie jadie Liebe des Lancastrischen Prinzen Edward ge-wann, und eine zärtliche, menschliche Neigung Ri-chard, Herzog von Gloucester,* einznflößen ver-

* Nicht nur spricht Maserus, der Flämische Annalist, vonRichards früher Neigung z» Anna, sondern auch RichardsBeharrlichkeit, sic zu heirathen, in einer Zeit, wo ihreFamilie erdrückt und gefallen war, scheint die Angabe zubestätigen. Es ist wahr, daß Richard mit ihr einen an-sehnlichen Thcil der Besitzungen ihrer Eitern erhielt.Aber Anna sowohl als ihre Eltern waren vom Gesetzvcrnrtheilt und das ganze Vermögen stand zur Verfügungder Krone, Richard hatte damals Edward dem Viertendie wichtigsten Dienste geleistet. Er war ihm trc» ge-blieben während der Empörung von Elarcncc er warder Held des Tages gewesen, sowohl bei Varnet als beiTcwkSburh, Sei» Ruf und Name stand damals außer-ordentlich hoch, und wenn er als rechtmäßige Belohnungdie Ländereien von Middlcham, ohne die Braut, sich'ansgcbcten hätte, Edward würde sie ihm nicht wohl ha-ben versagen können. Gewiß hatte er weit bessere An-sprüche als der einzige sonstige Mitbewerber um die cin-gczogenen Güter als der meineidige und verächtlicheElarcncc, lieber Anna's Widerwillen, Richard zu hei-rathen, und die Maske die sie annahm, vergleiche man der