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Hartmann von Aue als Lyriker : eine literarhistorische Untersuchung
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sie auch nicht von Hartmann absichtlich an die Klage an-gesetzt worden sein, so ist sie eben zufällig vom Schreiberder Ambraser lis. oder ihrer Vorlage, vielleicht in folge einerblattversetzung an dieselbe angeschrieben worden, dergleichenirrtümer sind ja nicht selten, schon daraus ergiebt sich eigent-lich, dasz das gedieht Hartmann nicht zugeschrieben werdenkann; wenigstens müszte seine autorschaft nunmehr erst be-wiesen werden.

Folgt nun das S. G. den gesetzen der epik im versbau,so können wir es in dieser beziehung mit den epen Iiartmanusvergleichen, die relativen (procent)zahlen für den arm. Ileinr.waren:

w + s.

W.

S.

S-W.

a.H. 29,33

11,58

17,75

6,17

S. G. 14,28

4,42

9,86

5,44

Die Vergleichung zeigt, welch ungeheurer sprung vorliegtund schon dies beweist die Unmöglichkeit, Hartmann als Ver-fasser anzunehmen.

Auch sonst findet sich in dem gedichte nichts was aufllartmann, ja auch nur auf dessen zeit schlieszen liesze.

Sehr auffallend ist zunächst die ungemein leichte, spie-lende handhabung des reimes in der gestalt der reimhäufung,des grammatischen und des rührenden reimes. die beidenersteren künste finden sich bei Hartmann nur in sehr beschei-denem masze. gewöhnlich erstreckt sich eine solche reim-häufung nur auf vier zeilen 1 ) (H. Kl. 34952); grammatischenreim aber finden wir in ähnlicher weise wie hier nur Iwein3195 ff. für beides wird Chrestien Vorbilder geliefert haben,oder es ist zufällig, die reimspiele die sich sonst finden 2 ) ge-hören zu den bei Hartmann beliebten Wortwiederholungen, alsklangeffecte sind sie schwerlich gefühlt worden, als solchesind sie wenigstens sehr geschmacklos und llartmann hat sichihrer darum ziemlich im Gregor, gänzlich im armen Heinrichentwöhnt, der grammatische reim in der form wie ihn S. G.zeigt, ist ein Charakteristikum der späteren lyrik und erstaus dem romanischen übertragen 3 ).

') Roetteken, die epische kunst Hcinr. v. Veld, und II. v. A. 1887,s. 96. s ) Roettek. s. 96. 3 ) Wackern. afrz. lieder u. leicke s. 172. 218.