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Portrait von Droysen, das der Meister i» seinem vier-nndsiebcnzigsten Lebensjahre schuf, findet sich eine Hand-findic vor. Ihm war des Lernens nnd Stndicrens ebenkein Ende nnd wie Michel Angela konnte anch er nochin »einen letzten Schaffcnsjahren von sich sagen: „Ichtrage meinen Schulranzen noch immer!"
Hermann Grimm macht in seinem ansgezeichnetenEssay über die Berliner Jubiläumsausstellung von 1887- „Hermann Grimm: Ana den letzten fünf Jahren,
Fünfzehn Essays, Gütersloh, E. Bertelsmann 1890")die Bemerkung, daß die von den englischen Malernausgestellten Bildnisse sich durch eigentümliche Bvrtrcff-lichkeit und geistige Tiefe ausgezeichnet hätten. Ersucht dies daraus zu erklären, daß die englischen Malerdie zu Ende des vorigen Jahrhunderts stattgefundcneKunstrcvolution nicht miterlebtcn und auch heute nochin der Tradition deS vorigen Jahrhunderts, die wirnicht mehr besitzen, fortnrbeiteten.
„Was ich Tradition nenne," — so schreibt er— „istder direkte Schulzusammenhang mit den großen Meisternvom Cingneecnto ab. Tradition ist nicht das einseitige,durch Liebhaberei etwa nnd persönliche Nachahmungs-sucht wiederhcrgestellte Zurückgehcn aus diesen oder jenenKünstler in seiner Spezialität, sondern die allgemeineFortsetzung und Fortführung überkommener Anschau-ungen. Nachalnner Tizians, Reinbrandts, Holbcins re.haben auch wir: in England hat man die Totalitätdessen ausgenommen, >vas das vorige Jahrhundert ausder Nachahmung aller früheren Meister zog, und istdarin, ohne zu denken, daß es anders sein könne, fort-geschritten. Daher die Bvllendung der englischen Por-traits auf unserer Ausstellung, das völlig Beruhigendedieser Art, eine Persönlichkeit im Bildnisse wicderzu-geben, das Männliche, Feste, Studierte und doch Freiedieser Malerei. Durchaus gebildete Männer, die dasLeben kennen, die die großen Meister verstehen, denendie Kunstgeschichte geläufig ist, die für ein Publikumarbeiten, 'welches, was ästhetische Bildung anlangt, ansgleicher Höhe mit ihnen steht, haben diese Bildnisse her-vvrgebracht und dürfen sich rühmen, echt künstlerische