Haupt. Und vom Togo unserer ersten persönlichen Be-kanntschaft an als einer der liebenswürdigsten, begab-testen Menschen und Denker, welche ich jemals dieFreude hatte, kennen zu lernen.
II.
Die Kunstliebhaber, welche die Ausstellung der Werkedes Künstlers mit der Hoffnung auf den Genuß berau-schender Farbensymphoniecn betreten, werden etwas ent-täuscht sem. Originale finden sich nämlich nur vereinzeit vor. Eine Ausstellung dieser wird bei Bendemannauch wohl niemals erreicht werden, denn die Transpor-tierung großer al 1ro«e«-Arbeiten, auf deren monumen-taler Ausführung ein Hnuptverdienst seines Schaffensberuht, hat bekanntlich ihre Schwierigkeiten. Die vor-handene Sammlung bietet in der überwiegenden Mehr-zahl ihrer Nummern Entwürfe, Studien, Zeichnungen,statt der Orchesterpartitnrcn also Klavieranszüge, undkann nur von demjenigen wahrhaft gewürdigt und ge-nossen werden, der die Originale bereits gesehen hat.Ein solcher aber wird von der Ausstellung ganz besondereGenüsse, Anregungen und Eindrücke mit nach Hanfenehmen. Einen tieferen, vollkommeneren Einblick in diegeheimnisvolle SchaffenSwerkstcsttc des Künstlers undin die eigenartige Entstehung seiner Werke, als den hiererschlossenen, dürfte man auf anderem Wege kaum er-langen. Mit den meisten wahrhaft genialen Geisternauch in der Bedächtigkeit seiner Produktionsweise ver-wandt, scheint Bendemann bei der Ausarbeitung seinerIdeen sich nie genug thnn zu können und eine rastminutiöse Sorgfalt und Selbstkritik anzuwenden. Dieersten Entwürfe zu den beschriebenen Wüstenbildern z. B.stammen schon anS dem Jahre 1834, sind also von demeben dreiundzwanzigsährige» Jünglinge ausgezeichnet,während die schließliche Durch- und Ausführung diesesBorwnrfs in das Ende der achtziger Jahre unseresJahrhunderts, also in tue Hände des greisen Sieben-zigcrS fällt. Wer erinnerre sich hierbei nicht der Ge-nesis der Schöpfungen eines Goethe, Beethoven und