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Eduard Bendemann : Betrachtungen und Erinnerungen
Entstehung
Seite
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spracht' der Renaissance, „dir Fortbildung und den Ab«schlust der vorrafaelischcn Meister" eiinveihreu und da-mit einen der bedeutsanlsten Akte künstlerischer Selbst-beircinng vollzogen, das; nur durch sie, wie im Alter-tum und Mittelalter, die Kunst wieder zu den grastenAnschauungen und Empfindungen der Religion undGeschichte in engsten, lebendigste» Zusammenhang trat,nur durch sie, , wie Hermann Hettner sa treffend ausspricht, „das Schöpfüugsgeheimnis des großen histori-schen Stils, der seit Jahrhunderten verlorene hohe undunverbrüchliche Begriff der künstlerischen Monumentalitätwiedercrobert wurde," das alles ist heute fast vergessenund wo eS iticht vergessen wurde, ivilt inan es -auinnoch Wort haben.

Bendemann hat in seiner Jugend die Einflüsse jenerKünstler, zu denen er in persönliche Beziehungen trat,rückhaltlos und voll auf sich eiuwirken lassen. Es läßtsich dies nicht nur aus seinen Jugendarbeiten Nach-weisen. Jedenfalls aber hat er sich später von ibncnzu befreien gewusst und innerhalb der Schule seineSelbständigkeit und Eigenheit zu erwerben verstanden.Dre aus den Jahren 1855 bis 1866 stainmenden zweitenEntwürfe der Wüstenbilder liefern für diese Behauptungden greifbarsten Beweis, denn sie kommen der Schlust-ausgabe dieser Schöpfungen um ein ganz bedeutendesnäher. Zunächst ist die Charakteristik der einzelnenGestalten und Köpfe eine kräftigere, der Situation einedem behandelten Thema entsprechendere, die Gruppierungreicher, dramatisch bewegter, das Kostüm ein richtigeres,treueres. Ein ganz anderer Geist atmet darin. Esist der erfahrene, kenntnis- und köunensreiche, reiseMann, der sich hier ausspricht. Wer das Original nichtgesehen, würde ' sich von diesen zweiten Skizzenvielleicht ganz befriedigt- finden. Der Meister aberfühlte sich "offenbar mit dieser Auffassung noch lange nichteins und erst zwanzig Jabre später, hart an der SchwelledeS Greisenaltcrs, gelangte er zur vollkommenen Aus-sprache der tiefsinnigen, eigenartigen Jugendidee.

Die bei der Ausgabe letzter Hand von ihm alsMängel erkannten Abänderungen der zweiten Entwürfe