Glücksbegüterte onsübt, indem er sich von dem Dorierbette des Ncichtnms ans die mühevollen Pfade und >>artenLagerstätten der Wissenschaften und Künste begiebt, ungleichanerkennenswerter, als dasselbe Thun, wenn das Stic»-kind des Glücks cs im Interesse seiner geistigen undkörperlichen Selbsterhaltung vollbringt.
Der eben geschilderten anregenden Begegnung folgtenmr Laufe der Zeit noch einige andere und eine leideräußerst spärliche Korrespondenz. Die Werke des Meisters,wie die Schöpfungen jedes Malers, verschlagen in alleWelt, habe ich auf meinen .Kreuz und -Querzügen inzwi-schen ziemlich vollständig keimen gelernt. Seine biblischenHistorienbilder: den im Besitze des .Königs von Preichenbefindlichen „Jeremias ans den Trümmern von Jeru-salem", sowie die in der Berliner Natioualgalleru.hängende „Wegsührung der Inden in die babylonische Ge-fangenschaft" und seine Entwürfe zu den Deckeninldernim dortigen Evrneliussaale,' seine prächtigen Freskenim Tyron- und Ballsaale deS Dresdener königlichenSchlosses, in der Aula der Düsseldorfer Realschule undim Sclnvurgcrichtssaale zu Naumburg, wie manche andereseiner poetische» Kompositionen, sind an Ort und Stellevon mir genossen und studiert worden.
Um mit meinen: persönlichen Urteile nicht zurück-znhalten, möchte ich hier nochmals betonen, das; die bis-herigen Richtsvrüchc der zeitgenössischen Kritik meist aufden Werken seiner ersten SchasfcnSpcriode fugen, und,wenn man den Künstler in seiner Totalität betrachtet,viel zu beschränkt und entschieden unzutreffend erscheinen.Bendemann ist nicht nur ein Meister in der Wiedergabedes Idyllischen, Anmutigen, Weichen und Milden —seine Farbenskala gebietet auch, und zwar in ebensovollendeter Weise, über daS Dramatische, Tragische,Grosze, Kräftige, Mächtige, Prächtige. Er ist ein Hi-storienmaler, wie wir ihm in ähnlicher Universalität inunserer deutschen Kunst nicht häufig begegnen. Mirgilt der Entschlafene als einer der gröszten, prvdnktions-reichsten und vielseitigsten Vertreter seiner Kunst über