Biographisches und Literarhistorisches über Thomas Murner. 403
fortgeführt, Italie diese Instituten in sieben Tlteile getheilt undwiederum verdeutscht.
Die gereimte Vorrede ist die seiner deutschen Institutio-nen mit Erweiterungen. Die Bücher sind überschrieben :
1) Von den Rechten der personen.
2) (Jeher kumnnms der gieter ufs gemeinem Völkerrecht.
3) Der erlangten gieter mit stadt recht.
4) Wie ufs testamenten ererbet wiird.
Die Bezeichnung des fünften Buches, nämlich von den In-testaterben , fehlt bei der von Murner bekannten Nachlässigkeit.
6) Von Verbindungen und hendelcn oder conlracten.
7) Von gerichtsbruch und Übung.
Vielleicht gehören noch in die Zeit seiner in der Vorrededieses Werkes erwähnten Reise nach Italien die zu Venedig ge-druckten Spielkarten über die Digesten und den Codex, derenoben Seile 401 Note 2 gedacht ist.
Neben den juristischen Studien betrieb er im Jahre 1519noch zwei leichtere Arbeiten, vermuthlich um die Kosten seinerPromotion zu decken. Er übersetzte nämlich die im April die-ses Jahres zu Mainz gedruckte Schrift des Ritters Ulrich vonHutten: “Von der wnnderbarlichen Arzney das IIolz Guaja-cum genannt, und wie man die Franzosen oder Blattern heilensoll.” 1 ) Die andere ist der uns vorliegende Ulenspiegel, des-sen anonyme Herausgabe und eiliger Druck auf eben jenen Zweckdes neu creirten Doctors hinweist. Sie erschien, wie jenes Werk,zu Slrassburg, bei dem Verleger mehrerer Schriften von .Murner,Johannes Gricninger, und wurde am Tage St. Margarethen (Juli20) vollendet.
Im Jahre 1520 linden wir Murner zu Strassburg in seinemKloster, wo er sich jetzt mehr von der Jurisprudenz abwandteund in die immer lebhafter werdenden theologischen Streitigkei-ten sich zu verwickeln begann. So rücksichtslos er bisher ge-gen die Misbräuche der Geistlichkeit und besonders seiner Or-densbrüder in seinen Schriften aufgetreten war, und wenngleicher seinen Tadel gegen das erste Auftreten Luthers sehr erinäs-
1. Slrassburg 1510. 4. S. Münch U. de Ilutlen Opera T. III p. 239.Ein Exemplar isl zu München.
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