402 Abhandlung über den Ulenspiegel.
et, G'lementinarum; sodann Regulae iuris civilis, decretalium etSexti decretalium.
An diese Werke scliliesst sich ein, wie es scheint, von denLiterarhistorikern bisher gänzlich übersehenes, welches nach sei-ner 1520 erfolgten Rückkehr nach Frankfurt im nächsten Jahreauf St. Michaelis durch Grieninger gedruckt wurde. Es ist be-titelt: Der keiserlichen statrechtcn ein ingang und wah-res fundament. Meister und rädten liitscher nation von Dr. Tho-mas Murner gegabet und zu gefallen vcrlütschet.')
In der dem Ritter Hans Rock gewidmeten Vorrede klagt erüber den Mangel deutscher Rechtsbücher für den Unstudirlenund sagt, dass er es für ein besseres Werk, als Reten undFasten, gehalten habe, nachdem er früher die Institutionen über-setzt, nunmehr das ganze, in 77 Büchern verfasste römische Rechtin die deutsche Sprache zu übertragen: “Schul das geistliche vvcrckdas har ob den oren ab lassen scheren, ein grofs glockenseil tra-gen, zerschnitten scliüh, ein wüllin hembd, uff den slrosack ligen,über disch und in den erützgang nit reden, von lull's zu lmfslau 11 en, um Jliesus willen betlen, sich arm erzögen, bei groserfile vil fastens klagen, mit vil gelt kein gelt nenien: so bekenich mich öffentlich, das ich kein geistlich man byn, noch nym-mer werden sol, dan solche affenspil stat den beginen bafs an,den einen frumen, unrichtigen, redlichen, christlichen man. Ichholf mein geisllicheit und gemiet zu erzeigen in ergründung dergereebtigkeit, in solcher grossen mie und arbeit, die ich jetzt indas drit iar also mit surem Schweifs geiibet hab.” Er behaup-tet, bereits den grüssern Theil vollendet zu haben, als er durchdes Kaisers Maximilian Ableben, dem er das ganze Werk vereh-ren wollte, entmuthigt sei und das grosse Werk eine Zeit langunterlassen habe. Er sei aber nach Welschland gezogen (alsoeine zweite oder dritte Reise Murners nach Italien), von den Ge-lehrtesten in den Rechten weitere Erfahrenheit zu ergründen, undhabe nach der erfreulichen Erwählung Kaiser Karls V. das Werk
1. Bogen A — Z und a — o und 2 Blätter 4. Ich besitze eines der weni-gen mir Bekannten Exemplare dieses Werkes selbst, welrlies vermutlilich mit deroben angeführten Ueberselzung der Institutionen bisher immer verwechselt wor-den ist; die anderen sind auf den Bibliotheken zu Berlin und München.