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Dr. Thomas Murners Ulenspiegel
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Abhandlung über den Ulenspiegel.

tersuchung entsetzt. Oh er sich nun gleich an den Magistratwandte, welchem die Mitaulsicht über das Kloster zukam, undsich zur Rechnungsablage und etwanigem Schadenersätze erbot,auch die Rechnungen richtig befunden wurden, so konnte er den-noch seine Wiederherstellung nicht erlangen. Ehen so wenig Erfolghatten seine Vorstellungen hei dem Ordensprovinzial, und er sahsich gezwungen, sich aus seinem Kloster zu entfernen. Es fehltleider eine Angabe der Jahre, in welchen diese Streitigkeitenvorlielen, und scheinen sie also etwa in die drei letzten Jahrezu gehören. Doch füllt das Guardianat nach andern Anzeichenin eine frühere Zeit, und würden wir nicht überrascht gewesensein, wenn jene Schrift statt des Jahres 1515 die Jahreszahl1505 trüge. Auffallend ist es, dass Murner in derselben sagt,er sei aus den welschen Landen (Ralien oder Frankreich?) nachSlrassburg gekommen, welche Reise mit der Thütigkeit des letz-ten Jahres kaum vereinbar scheint. Möglich bleibt es allerdings,dass er das Guardianat in der früher gedachten Zeit aufgehenmusste, im Jahre 1515 aber eine uns unbekannte Veranlassungfand, sich wider die alten Beschuldigungen aufs Neue zu ver-theidigen.

Nach den höchst verdriesslichen Streitigkeiten über dasGuardianat der Barfüsser zu Strassburg ist Murners Aufenthaltfür einige Zeit unbekannt; später wandte er sich nach Baselund widmete sich dort für mehrere Jahre Studien des römischenRechts. In der dort, wie oben erwähnt, im Jahr 1519 erschie-nenen Geuclnnatt und in anderen Schriften betitelt er sich einenLicentiaten beider Rechte, nachdem er zu Basel in diesemJahre, ungeachtet des Widerspruchs ehrenwerther Männer, wiedes Juristen Ulrich Zasius zu Freiburg, diese Würde in derJuristen-Facultät erhalten hatte. Dort liess er 1519 eine deutscheUebersetzung der Justiniancischen Institutionen mit kaiserlichemPrivilegium wider den Nachdruck drucken , welche 1520 neuaufgelegt wurde.') Auf dem Titel der zweiten vor uns liegen-den Ausgabe wird gesagt, dass er diese Uebersetzung in seinerordentlichen Lectur öffentlich mit dem Lateinischen verglichen

1. Die Ausgabe von 1519 ist zu Göttingen und auch in meinem Besitz,die von 1520 zu Wolfenbüttel ; beide finden sieb zu Berlin und München.