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Dr. Thomas Murners Ulenspiegel
Entstehung
Seite
389
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Biographisches und Literarhistorisches über Thomas Murner. 389

Int unes, Sachwalter zu Strassburg dessen Namen die seinem Bru-der Thomas gewöhnlich zugeschriebene Schrift:Von E elicitsStadls nutz" etc., vorhanden zu Berlin und Hamburg, trägt; fer-ner Bat oder Beatus, als Buchdrucker uns bekannt, Rudolph,Sixtus und Maria, welche von einem der sittenlosen Stiftsherrender St. Petrikirche zu Strassburg, nach dem Familiennamen einigerihrer Mitglieder gewöhnlich die Wölfe genannt, verführt war. ') DesVaters Matthaeus gedenkt er selbst in der Vorrede zu den 1521gedruckten kaiserlichen Stadtrechten, vor welchem er auch Ja-cob Murner nennt, vernuithlich einen älteren Bruder des Vaters,und, wie der Zusammenhang andeutet, einen Richter oder Sach-walter; Beide werden schon früher genannt in seinem Tractatusde phitonico contractu. Seine Jugend brachte er, wie es scheint,in einer Schule der Franciscaner in Strassburg zu; hierauf zog ernoch als ein wahrer fahrender Schüler auf vielen Universitätenherum, von denen uns Paris, Freiburg, Strassburg, in Nieder-sachsen Rostock, ferner Prag, Wien und Ivrakau genannt wer-den. 1 2 ) Im 19. Jahre, also 1494 soll er bereits zum Priestergeweiht sein, wie sein Vater dem Jacob Wiinpheling erzählt hat 3 ),was nur durch eine sehr ungewöhnliche Dispensation möglichgewesen sein kann.

Als die älteste Schrift Murners erscheint seineInvectivacontra Astrologos 4 ), deren Druck zu Strassburg am 8. Mai1499 vollendet wurde, worin er dem Kaiser Maximilian den Siegüber die Schweizer Eidgenossen prophezeien will. Auf dem Titeldieser Schrift bezeichnet er sich nicht, wie Waldau sagt, als Ma-gister liberalium artium studii Parisiensis, sondern auf der Rück-seite in der Dedication an seinen Freund Job. Wörnhcr deMörsperg: Sacrarum literarum studens Parisiensis. Lessinghat die falsche Angabe Waldaus im Titelblatt richtig bemerkt,aber die Rückseite des Titelblattes nicht beachtet. 5 ) Murner war

1. S. Jung a. a. 0. S. 238 ilgd. und 63 figd. 2. Murena Defensio

Germaniae Jacobi Wiinphelingii, nach der Anführung bei Jung a. a. 0. S. 239.

Vergl. auch (Itiegger) Amoenitates litterariae Frihurgenses. p. 21t sq. 3. S.

Itiegger a. a. 0. p. 210. 4. S. Waldau a. a. 0. S. 40. Die Schrift

enthält 6 Bogen. Exemplare derselben befinden sich zu Göttingen und Wolfen-büttel. 5. S. Lachmanns Lessing XI. S. 493.