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Dr. Thomas Murners Ulenspiegel
Entstehung
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Abhandlung über den Ulenspiegel.

gediegener Aufsatz des Pfarrers T. W. 11 ill) rieh zu Strasslnirg')nebst den Mittheilungen von A. Jung 2 ), A. W. Strobel 3 ) undJ. J. IIottinger) das Bediirfniss einer solchen Arbeit sehrverringert, llieils dürfte eine noch ausführlichere Abhandlungüber Murner, vorzüglich über seine späteren Jahre, für diesesBuch nicht mehr geeignet erscheinen. Ich werde mich daherhier darauf beschränken, einem gedrängten Umrisse seines Le-bens solche Erläuterungen einzuschalten, welche bisher unbekanntgeblieben sind, oder doch in einigem Zusammenhänge mit seinemVerhältniss zu dem Ulenspiegel erscheinen könnten. Es stan-den mir dazu verschiedene ungedruckte oder doch unbenutzteDocumente zu Gebot; einiges ist bisher übersehenen Stellen sei-ner eigenen seltenen Schriften entlehnt, anderes den, freilichnur mit einiger Vorsicht zu benutzenden Schriften seiner zahl-reichen Gegner. 5 )

Thomas Murner ist den gewöhnlichen Annahmen nach imJahre 1475 December 24") zu Strassburg geboren. Der untenin der Anlage mitgelhcilte Brief des Jacob Wimphcling behaup-tet jedoch, er sei nicht zu Strassburg, sondern zu Ehenheim,einem Dorfe südlich von dieser Stadt, am Flüsschen Ergers,jetzt Ober- und Nieder-Enheim, geboren, wo sein Vater früherSchuhflicker gewesen, der hernach aber als Sachwalter auftrat,als welcher er zu Anfang des sechszehnten Jahrhunderts nochzu Strassburg lebte. Wir kennen fünf seiner Geschwister: Jo-

t. Niedncrs Zeitschrift für historische Theologie. Jahrgang, 184S.2. Beiträge zur Geschichte der Reformation. B. II. 1830. 3. Beitrüge zur

deutschen Literatur und Literürgeschichte. 1827. Aus ihm sind die betref-fenden Briefe wieder abgedruckt in Scheibles Kloster Bd. IV. S. 250605.4. Geschichte der Eidgenossen während der Zeiten der Kirchentrennung. Bd.VII. 2. Aktheilung. 5. Bei der Anführung der Bibliotheken, welche michfür meine Arbeit giitigst unterstützt haben, sind der Kürze wegen nur dieOrte genannt; es sind damit gemeint zu Wien die K. K. Ilofbibliotkck, zuBerlin die K. Universitätsbibliothek, zu München die K. Hof- und Staats-bibliothek, zu Güttingen die K. Universitätsbibliothek, zu Wolfenbütteldie Ilcrzogl. Bibliothek, zu Frankfurt ä. M. und zu Hamburg die Stadtbiblio-theken. 6. Murnarus Leviathan, eine Schmähschrift gegen Murner,welche jedoch viel Anspruch auf historische Glaubwürdigkeit hat. Einer derseltenen Originaldrucke ist auf der Hamburger Stadtbibliothek zu finden.