Biographisches und LilerarhisUirischcs »her Thomas Murner. 387
vielen gediegenen und witzigen, aber mich in manchen unfläthi-gen Worten und llildern niedergelegt ist. Dass die Sprachedurchaus die seinige ist, wird ein Blick auf unser Glossar leh-ren , dessen Anführungen aus Murners Schriften, wenn es derMühe worth schiene, sich sehr vermehren liesse. Wenn Murnersich nicht als Bearbeiter nannte, so mag er, zumal in früherenJahren, Bedenken getragen haben, seinen Namen voran zu stel-len, wo er ohnehin nur geringes Verdienst hatte, wenn er nichtgar Vorwürfe besorgen musste. Auch andere Schriften scheinter in einem Fledermaus-Incognito mit halb heruntergezogenem Visirherausgegeben zu haben, wenn das Gedicht: tc Von celichs Stadtsnutz vnd heschwerdcn durch Jo an ne in Murner gedieht undgemacht” mit Recht dem Thomas Murner zugeschrieben wird.Die unverkennbare Flüchtigkeit, mit welcher die Redaction ge-macht ist, möchte gleichfalls darauf hindeuten, dass sie von einemManne herrührt, welcher sich mit wichtigeren Dingen zu beschäf-tigen pflegte,, hier aber aus Schwankest, oder auch, wie diesdem Murner öfters nachgesagt wird, des Gelderwerbes wegen,diese Bogen eilig zusammengeschrieben hat. Dass Beweise un-gewöhnlicher Nachlässigkeit sich in der Ausgabe von 1519 fin-den, möchte als ein Beleg dafür anzusehen sein, dass ihr keineältere Ausgabe Murners vorangegangen ist; dass sie jedoch beiJohannes Grüninger erschien, Murners gewöhnlichem StrassburgerVerleger, möchte auch für seine Vaterschaft dieses Buchessprechen.
§. 11. Biographisches und Literarhisto-risches über Tliomas Murner.
Die Nachforschungen über das Verhüllniss des Thomas Mur-ner zum Ulenspiegel haben mich zu näheren Untersuchungenüber Murners Leben und Schriften geführt, welche die Mängelder Biographie desselben von G. E. Waldau_(1 775) häufig auf-geklärt haben und mich zu dem Wunsche führten, dem vorlie-genden Werke eine ausführlichere Uebersicht des Lebens undder Schriften Murners anzuhängen. Jedoch hat tlieils ein sehr
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