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Abhandlung über den Ulenspiegel.
rung iuk] die Scliehncnzimfl, sind als die seinigen allgemein be-kannt. Der Greth-Müllerin Jartag wird von Murner selbst er-wähnt. Die Autorschaft des letztgenannten, des Ulcnspiegel, wirdkeinem anderen Manne irgendwo zugeschrieben, auch wird sie vonMurner selbst nie in Abrede gestellt. Dass Fischarl den Murnertadele, weil er den Ulenspiegel verbreitet und übersetzt habe,dari' freilich nicht als Beleg für diese Autorschaft angeführt wer-den; cs ist diese Angabe lediglich der lrrtlmm eines hochver-dienten Literar-Historikers, welchen die von ihm selbst ange-führten Worte Fischarts widerlegen. ’) Dieser gedenkt des Mur-ner an jener Stelle mit keiner Sylbe, und anstatt die BücherUlenspiegelischer Art zu tadeln, nimmt er sie in Schutz gegenübelwollende Kritiker. Wir werden Fischart jenen Tadel auchum so weniger unterlegen können, da wir wissen, was er selbstfür den Ulenspicgel gcllian bat. Eher liesse sich aus seinemSchweigen über Murner in Beziehung auf jenen folgern, dass erihn nicht als den Verfasser des Ulenspiegel kannte. AndereZeugnisse sind neuer, beruhen jedoch schwerlich auf der obenangeführten Schrift, sondern vielmehr wahrscheinlich auf ande-ren für uns imtcrgcgangenen Nachrichten. 1 2 ) Lessing, welcherMurner nicht als den Verfasser anerkennen wollte, kannte jenesgleichzeitige Zeugniss nicht und hat auch wohl nur behauptenwollen, dass jener nicht der Erfinder des Buches sei, auf des-sen angeblich alteren niedersiichsischen Text er so eben durchdie Auffindung der Augsburger Ausgabe vom Jahr 1540 aufmerk-sam geworden war. 3 )
Es scheint mir, dass irgend ein Grund fehlt, die Richtigkeit derAngabe des oben angeführten Zeitgenossen zu bezweifeln. ThomasMurner war im Jahre 1500 fünf und zwanzig Jahre alt undkann also das niedersächsische Buch schon auf einer Reise nachBraunschweig kennen gelernt haben. Der Charakter des Buchesentspricht dem seiner eigenen satyrisehen Schriften, wie er in
1. Gervinus Geschichte der poetischen National-Literatur. Tb. II. S.
337. Diese Behauptung ist auch in der eben erschienenen Ausgabe vom Ver-fasser stillschweigend zuriiekgenommen. 2. Waddingi Scriptores ordinis
.Minorum. Iíoinae 1G50 fol. p. 325. Excerpta e Jacobi Thoinasii epistolisapud SlruviuiD in Actis liter, fase. VU. p. 41. 3. S. oben S. 172 Nr. 12.