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Abhandlung über den Ulenspiegcl.
des Kirchthurms, un 1er dem ehemaligen Portale, wo er erst ge-standen haben kann, seitdem der Eingang nach der Siiderseiteverlegt ist. Eine Zeichnung des jetzigen Steines, so weit ererkennbar war, ist den Anlagen unseres Buches beige-gehen. Die Eiche, nach den früheren Angaben die Linde, zuwelcher die fahrenden Handwerker zogen, soll 1810 von hollän-dischen Soldaten zerstört sein. Dieser neueren Untersuchung ver-danken wir nun auch die Mittheilung, dass dieser Grabstein desVielgenannten früher eine andere Bestimmung hatte, dass diejetzige Vorderseite einst die Rückseite war, und also die jetzigeRückseite die vordere. Die gegen die Wand gekehrte Seite desGrabsteines hat oben in dem Ivopfe des Steines ein Ivreuz inerhabener'Arbeit, es ähnelt dem Ansverus-Kreuz hei Ratzeburg;unter demselben ist eine Nische eingehauen, in welcher ganzunverkennbar irgend welche bildliche Darstellung sich befundenhat, die absichtlich abgemeisselt ist. Diese Nische geht von derMitte des Halses des Steines, verglichen mit der Darstellung aufder andern Seite, bis zur zweiten Zeile der Inschrift hinab.Unterhalb jener Nische finden sich unverkennbare Spuren einesschlangenartig gewundenen Bandes, auf welchem eine jelzt w r eg-gemeisselte Inschrift in erhabener Arbeit'gestanden hat; dochauch noch parallel mit dem Bande sind fernere Spuren einerInschrift zu erkennen. Wahrscheinlich haben wir hier einen al-ten, aus katholischer Zeit herstannnenden Grabstein, dessen Rück-seite später für den Ulenspiegel benutzt ist. Sollte indessen dieVermuthung begründet sein, dass in der Nische eine Eule undein Spiegel noch zu erkennen sind, welche jedoch in dem sonstnirgends erwähnten Kreuze keine Bestätigung findet, so hättenwir hier einen älteren Grabstein des Ulenspiegel gefunden.
Eine Inschrift auf einem geschlungenen Bande linden wirauch auf einem dem Anfänge des secln-zchntcn Jahrhundertsangehürigen Grabsteine in der Hamburger Domkirche.
Blicken wir .zurück auf die Frage, wie alt der Denkstein zuMölln sei, so dürfte Reimar Kock’s Zeugniss dafür entscheiden,dass er älter als das Jahr des frühesten uns bekannten Druckesnämlich 1519 sei. Dieses scheint nicht in Abrede zu stellen, seihstwenn. Murner nicht wunderlicher Weise, nachdem er von Ulen-