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Dr. Thomas Murners Ulenspiegel
Entstehung
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Sein Gral) zu Mölln.

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Schweigen soll besonders durch die Neckereien der Nachbarn,namentlich der Ratzeburger veranlasst sein. Doch behauptenjene jetzt, nachdem ein Brückenbau zu Ratzeburg unter beson-ders drolligen Umstanden misrathen ist, dass Eulenspiegel nachdieser Stadt gezogen sei und man sich dort über ihn Nachrichtzu erholen habe.

Unter den Sagen über den Müllner Grabstein müssen wirauch eine neuere aufluhren, wenn wir sie gleich nur als ein<iirrige Hypothese betrachten. In einem vor einigen Jahren er-schienenen kleinen Werke 1 * ) hat nämlich der Verfasser berichtet,dass der vor längerer Zeit verstorbene Oberappellationsgerichts-Ralh Dr. Spangenberg zu Zelle ihm mitgetheilt habe, dass dasBild auf dem Müllner Grabsteine einen Ritter vorstelle. DieserRitter dürfte nun zur Zeit seines Absterbens herzoglich Lauen-burgischer Vogt zu Mölln gewesen sein, und derselbe Ritter Tilo-dictus Ulenspegel, welcher in westfälischen Urkunden des vier-zehnten Jahrhunderts vorkomme. Wir müssen jedoch, bisdiese Urkunde nachgewiesen worden, bezweifeln, dass Spangen-berg, vielbelesen wie er war, andere Urkunden über Ulenspiegelgesehen hatte, als die unten §. 6. angeführten aus dem Endedes fünfzehnten Jahrhunderts über den Soester gleichen Namens,und dürfen vermuth en , dass diese in seinem Gedächtnisse sicheben so sehr umgestaltet hat, wie das vermeinte Bild des Ritters.

Aus einer kürzlich (1853 November) vorgenommenen Be-sichtigung des Steines, wobei auch der untere in die Erde ver-sunkene Theil der Inschrift ans Licht gebracht wurde, hat sichFolgendes ergeben: Das auf dem Steine befindliche Bildnissgleicht, mit der oben angedeuteten Ausnahme, ebenso wie dieInschrift, namentlich auch in der Stellung der drei letzten Zei-len, der Beschreibung des Dethlev Dreyer. Die eingegrabene In-schrift, welche in zehn Zeilen vertheilt ist, scheint der erstenHälfte des siebzehnten Jahrhunderts anzugehören. Der Stein istmit bunten, jetzt ziemlich verblichenen, Farben angepinselt, seineHöhe beträgt ohne den Sockel 7 3 ji Fuss. Er steht an der Mauer

1. Malerische Ansichten von Lauenburg. Mit Anmerkungen von Dr. von

Duve. Hamburg bei Fuchs. 1847.