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Abhandlung über den Ulenspiegel.
auf dem Möllner Kirchhofe, unter welcher jener früher gestan-den haben sollte, einen Nagel einschlug, so dass dieser Stammganz mit Eisen bedeckt gewesen sein soll. Der jetzige Grabsteinsteht aufgerichtet an der Thurmmauer, in dem Bogen, der diefrühere westlich^ Thür bildete, und ist mit einem hölzernen Ver-schlage umgeben, welcher die unten stehende Inschrift verdeckt.Die Zeichnung der nur im Umriss gehauenen und bemalten Fi-gur ist sehr roh und deutet in der Narrentracht und in denSchriftformen auf spätere Zeit, als die Jahreszahl angiebt. Da dieganze Figur auf dem Steine dargestellt ist, so ist der Grabsteinein anderer, als derjenige, den Uffenbach beschrieb, und nichteinmal als eine Copie des früheren Grabsteines zu betrachten,wenn gleich die Eule in der einen Hand der oben gedachten,der Hut mit Federn (kleinen Hahnenfedern) dem des DethlevDreyer entspricht, wenn wir nicht annehmen wollen, dass DethlevDreyers Beschreibung sich in der Angabe des Eulennestes einwenig, die des Herrn v. Uffenbach aber in derjenigen der Figurwesentlich irrte. Beide gleichen sehr der Darstellung des Ulen-spiegel in den Erfurter Ausgaben von 1532 flgd.
Uffenbach erwähnt gleichfalls des bei der Rathsstube zuMölln in einem kleinen Schranke anfbewahrten alten Panzersvon Eisendrath, welcher ihm als Eulenspiegels Kleidung gezeigtsei. Jetzt werden noch sein Degen, Becher und Geldbeutel, alleeiner späteren Zeit angehürig, gezeigt. Der Becher von Holz istsehr lang und enge; er Iiess ihn sich verfertigen, wird dabeiberichtet, weil die Mutter ihm den Bath ertheilt, die Nase nichtzu tief in das Glas zu stecken.
Noch in der Mitte des achtzehnten Jahrhunderls hat derMagistrat zu Mölln es zu den Vorzügen seiner Stadt vor denandern deutschen Städten gezählt, dass dieselbe EulenspiegelsGeburts-, richtiger letzter Wohn- und Sterbeort sei. 1 ) Doch istdie Celebritäl Ulenspiegels den Bewohnern Möllns längst zu einerLast geworden und lassen sie sich, wie schon Möllenhoff 2 ) be-merkt hat, ungern über den alten iîerrn aus. Dieses misstrauische
1. A. F. Büsch ings Selbslbiographie in (len Beilrügen zu der Lebens-Beschreibung merkwürdiger Personen. Bd. VI. 2. Siehe dessen Sagen, Mähr-clien und Lieder in Schleswig-Holstein u. Lauenburg.