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Dr. Thomas Murners Ulenspiegel
Entstehung
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Sciri Grab zu Mollii.

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deren mittleren Ruhcpuukt, Mölln, umschwärmenden Raubritter,aulbliihendes Landstädtchen, welches wohl nur durch die im J.1359 zuerst erfolgte Verpfandung abseilen ihrer stets geklbedürf-ligen Landesherren an die Stadt Ltibek verhindert ward, sich zueinem selbstständigen Mitgliede der deutschen Hanse auszubil-den. ! ) Es finden sich weder in den gedachten Verhältnissen nochanderweitig Nachrichten, welche Möllns Bürger als einen Gegen-stand des Scherzes ihrer Zeitgenossen darstellen, wie denn auchseihst in demjenigen, was unser Volksbuch berichtet, nicht mehrSpott gegen die Möllner beabsichtigt ist, als dieses bei anderendort genannten Städten und Personen der Fall ist.

Die älteste ausserhalb des Volksbuches aufbewahrte Nach-richt von Ulenspiegels Tode zu Mölln würde, falls sie nicht spä-ter eingeschoben ist, in einer niederdeutschen Chronik enthaltensein, welche nicht 1455, sondern nach dem Jahre 1486 nieder-geschrieben ist, also später als die angeblich älteste Redactiondes Ulenspiegels v. J. 1483, doch viel jünger, als der ältesteuns bekannte Druck. Diese Chronik, deren Handschrift der Her-ausgeber, Caspar Abel, 1 2 ) als einen ererbten Resilz der Ilet-lingischen Familie zu Ilalbersladl bezeichnet, sagt zum J. 1350,nachdem sie der Verheerungen gedacht hat, welche die Pest, ge-nannt der grosse oder schwarze Tod, damals auch zu Braun-schweig anrichtete :

dosulffcst fterlf Ulenfpeygel lo Möllen unde de GheyfelerBroder kernen an.

Die Beweiskraft dieser Stelle, welche vielleicht nicht älterist als das Volksbuch, wird noch mehr durch die Bemerkungverringert, dass sich diese Nachricht in keiner der anderensächsischen Chroniken des fünfzehnten Jahrhunderts findet, na-

1. Jedenfalls irrig ist die Nachricht hei Berkenmeyers Anliquarius S.G6G, dass Mölln im J. 129t an die Liibeker von den Herzogen von Sachsen

Ernst (?) und Erich für 9737 Mark 8 Pfenninge und drei ldaue Windhunde ver-kauft sei. 2. Sammlung etlicher noch nicht gedruckter aller Chroniken.Braunschweig 1732. 8. Uebcr die Handschrift vergleiche die genauere Angabein der Vorrede zu C. Abels Teutschcn und Sächsischen Alterthiimcrn. 1729,wonach jene sog. Hellingische Chronik erst gegen Ende des fünfzehnten Jahr-hunderts verfertigt wurde.