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Abhandlung über den UlcnspicgH.
dos Ulenspiegel gicbl welche grossenllieils aus den Holzschnit-ten der gedruckten Volksbücher bestehen. Eine solche besássnoch kürzlich ein süddeutscher Antiquar.
§. 4. Ulenspiegels Grab zu Mölln.
Den wichtigsten Beleg für einen geschichtlichen Eulenspiegelscheint man in dem Grabsteine zu Mölln zu suchen, und erfordertderselbe daher unsere besondere Aufmerksamkeit.
Es ist kein Grund vorhanden, welcher es als unmöglich oderauch nur unwahrscheinlich darstellte, dass Ulenspiegel nicht inder in dem Volksbuche berichteten Weise dort erkrankt und ge-storben sei. Mölln, an der Mark der Sachsen gegen die Obo-Iriten und andere Slavenstämme, in dem Lande Sadelbande,Sadelbingien, belegen, ward schon zu Anfang des dreizehnten Jahr-hunderf.es genannt 1 ) und war ein durch seinen Zoll bekanntesund mit einem dem Lübecker nachgebildeten Stadtrechte durchdie Herzoge von Sachsen-Lauenburg begabtes Landstädtchen.
127 ó war das Möllner Stadtrecht so ausgebildet, dass HerzogJohann von Sachsen dasselbe auch auf sein Städtchen Bergedorfübertrug. 2 ) 1320 verlheidigten die Möllner ihre Stadt unitinggegen den Grafen Gerhard von Holstein. Bald darauf wussten siesich ein Privilegium von dem Landesherrn zu verschaffen, dasskein Schloss und keine Festung innerhalb der Stadt, noch aufden Feldern der Bürger gebaut werden solle. 3 ) Es kommt einvon dem dortigen Siechenhause verschiedenes II. Geist-IIospilalschon vor 1289 urkundlich vor 1 ), Kalandsbrüder werden gleicli-alls um diese Zeit genannt. 6 ) Die Herzoge und Herzoginnenresidirten dort häufig; die Leiche des im J. 1344 zu Lübeck ver-storbenen Herzoges Albrecht IV. ward zu Mölln beigesetzt. Inallen derzeitigen Nachrichten erkennen wir ein trotz der von derLandstrasse von Hamburg nach Lübeck wegclagernden und also
1. In Arnold’s von Lübeck Chronik zuerst erwähnt L. VI. c. 15 zum Jahre1202. Urkundlich 1212 und 1217 im Hamburg. Urkundenhuche Nr. 387.404.2. Ebendaselbst Nr. 75S. 3. P. von Kob he Geschichte des Herzogthuines
Lunenburg Th. II. S. 45. 52. 4. Vergl. oben Erläuterungen S. 287. 5. Lü-
becker Urkundenhucli Th. I. : Chartularium Moelnense dea. 1318—1593, abge-druckt in W. F. Pistorii Amoenitates Histor. Juridicae T. III. p. 514 — 616.