Erläuterungen.
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Lesart muss die richtige sein, da die Herzoge von Braunschweig da-selbst ein Turnier halten, und ist also weder an Lübeck noch andas holsteinische Oldenburg in Wagrien zu denken. Ein Olden-burg bei Eimbeck ist uns freilich nicht bekannt; doch mag der Ver-fasser an einen der verschiedenen Orte Oldendorf gedacht haben,welche in der Nähe von Eimhcck liegen. Nämlich Stadtoldendorf,welches eine alte Burg hat, und also auch ein Oldenburg als denkbarerscheinen lässt, 2 '/2 Meile nordwestlich von Eimbeck; Markolden-dorf und Klein Oldendorf, über eine Meile westlich zwischen Eimbeckund Dassel.
Eimbeck war vor der Zeit Ulenspiegels, nämlich schon unterHerzog Albrecht dem Grossen an Braunschweig von den ausgestor-benen Grafen von Dassel übergegangen. Als ein besonders berühmtgewordenes Turnier wird das vom Herzoge Ernst, Herzog Ernst desWunderlichen Sohn, zu Eimbeck im Jahre 1322 veranstaltete Ren-nen, Stechen und Brechen gepriesen. Letzner, welcher desselben inseiner Dasselschcn und Eimbeckischen Chronik S. 87 gedenkt, bringtdasselbe irrig mit der bereits 1308 vollzogenen Vermählung des Her-zoges in Verbindung. Das in Rede stehende muss nach den Wortenunseres Textes in eine Zeit fallen, wo mehrere Fürsten von Braun-schweig mit einander regierten. Ulenspiegel, wie oben Hist. XXXXVIII,verübte diesen Streich mit den Bauern vor demjenigen mit demHunde des Brauers zu Eimbeck.
Ulenspiegel erscheint hier als ein unmässiger Schlemmer, wieseit der Jugendgeschichte Hist. IX ihm nicht nachgesagt ist.
Historie LXXXIX.
Diese Erzählung führt auf einen schon oben zu Hist. LX1V an-gedeuteten Zusammenhang einiger Historien vom Ulenspiegel mit de-nen vom Bruder Rausch. Dieser, zum Koch des Klosters angenom-men , hetzt die in der Nacht zur Messe gehenden Mönche in derKirche mittelst der ihnen gegebenen, von ihm geschnitzten Knüttelund einer zwischen dieselben geworfenen Bank zum blutigen Kampfegegen einander. Von dieser Historie datirt der älteste uns bekanntehochdeutsche, ein Strassburger Druck vom Jahre 1515; ein ältererniedersächsischer Text ist vorhanden. S. F. Wolf in Sc hei ble ’sKloster Bd. XI S. 1070 —11 18, wo jener Druck, schon 1835 zuWien in wenigen Exemplaren neu abgedruckt, zur allgemeineren Kundegebracht ist. Der späteren im Jahre 1620 gedruckten englischenBearbeitung, welche dem Friar Rush auch den Schwank zuschreibt,wie er des Priors Wagen mit Theer beschmiert habe, ist oben zurHist. LXIV gedacht. In dieser Ausgabe findet sich, ausser dem obengedachten Streiche in der Kirche, gleichfalls die Erzählung, wie Bruder