Erläuterungen.
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Historie I<\XX.
' S. 119. Cölifche Wyfzp fenn ing. Es ist vom Verfasser hiereben so richtig die Ortsmünze benannt, wie anderswo die Gulden undPfenninge, die Stellensgroschen zu Quedlinburg, Hist. XXXVI; dieMarken in Dänemark, Hist. XXIII; zu Erfurt die Schock Groschen,Hist. XXIX; zu Rom die Ducaten, Hist. XXXIII.
Dieser treffliche Schwank findet sich in etwas veränderter Formin der ältesten Ausgabe von Pauli a. a. 0. Nr. XLVIII, wo er jedochspäter weggelassen ist. Nach Pauli’s Nachricht verklagt der Wirtliden Bettler, welcher den Geruch des Bratens nicht bezahlen will;die Richter wissen nicht sofort zu entscheiden. Einer derselben trägtden schwierigen Fall seinen Hausgenossen hei der Tafel vor und derNarr ertheilt den Bath, dem Wirth die für den Geruch des Bratensverlangte Zeche mit dem Klange des Geldes zu bezahlen. Dieser Mei-nung tritt der Gerichtshof bei, und so kann auch ein Narr ein Uriheilfinden, wie Pauli hinzusetzt, oder vermuthlich schon der von ihmzu dieser Historie angeführte Johannes Andreä. Es ist mir nichtgelungen, dieselbe aufzufinden in den bändereichen Schriften diesesberühmten Canonislen, welcher um’s Jahr 1270 geboren, 1348 imJuli an der Pest, der schwarze Tod genannt, zu Bologna starb, undalso als Zeitgenosse des Ulenspiegel zu denken ist.
Doch giebt es schon eine ältere, italienische Erzählung in derachten der Cento Novelle antiche, deren Sammlung in die letzteHälfte des dreizehnten Jahrhunderts gesetzt wird. Zu Alessandria inRomania, heisst es dort, kam am Montag ein armer Sarazene zudem Koch Fabratto, welcher in den Gassen nach dortiger Sitte seineKüche hatte, und liess den Dampf aus den Kochtöpfen in sein Brotziehen. Fabratto, welcher an dem Morgen wenig verkauft hatte unddeshalb verdriesslich war, verlangte von jenem Geld und erregte soviel Lärm, dass der Sultan von dem Streite hörte. Dieser befragte dieWeisen des Landes, deren einer zuletzt die obige Ansicht auseinan-der setzte, welche der Sultan zu seinem Urlheilsspruche erhob.
Wir werden durch diese Version schon in die Ileimath dieserErzählung geführt. Denn eine sehr ähnliche Geschichte begab sichin Aegypten, wie schon Plutarch im Demetrius Cap. 27 berichtethat. Ein Jüngling in diesem Lande, sagt er, liebte eine vielbegehrleBuhlerin Thonis, welche jedoch eine ihm unerschwingliche Summeforderte. Der Leidenschaftliche ward indess durch einen Traum be-schwichtigt, in welchem er seine Wünsche bei der Thonis erreichtzu haben meinte. Sie forderte ihn nun in das Gericht, um ihrenLohn von ihm zu erhalten. Der König Boccoris erkannte darauf,nach Anhörung beider Theile, dass der Jüngling die ganze verlangteSumme Geldes in eine Vase legen und deren Schatten auf die Buh-lerin fallen lassen solle. Denn der Traum sei eben auch nur ein