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Dr. Thomas Murners Ulenspiegel
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Erläuterungen.

P. XV. 1497. M. VII. Nirgends aber (indet sich die auf unsere Er-zählung so passende Verfügung der LüneburgerEddags-Artikel: “Weredal yenich loder edder gherende man an der fiad queme, de gheldneme dorh fines ghylendes willen, vnd woltle de enen guden manvorlmnen mit worden eder mit daden, worde he darvmme tuchteghetvnd efschede he (sc. der Verhöhnte) bnteringe, men fcholde euredre worpele in de band doen: alfe mannieli oglie lie worpe, alzomanighen pennig fcholde he erne to beteringe gheuen vnd en fcholdedar nene uoed mer vmme liden.” ') Dürfte man in dem zweiten Theileder Erzählung, worin der Lotterbube für eine dem Schinder nicht zuseiner, sondern zu Ulenspiegels Verhöhnung, angeblich zugefügte Be-leidigung eine so grosse Strafe zahlt, nicht eine Verspottung der Lü-neburger Salzung durch einen dortigen Gaukler linden?

Historie LXVII.

Auch diese Erzählung, wenn sie gleich auf Ulenspiegels hei—mathlichem Boden spielt, so wie die vorhergehenden und nachfolgen-den, und sogar in wenig bekannten Localitälen desselben, hat den-noch einen fremdartigen Anstrich. Die Uauplerzählung, wie das länd-liche Ehepaar durch den listigen und gierigen Pfaffen zu einer neuenCc ' gebracht wird, handelt von Ulenspiegel gar nicht under seihst erscheint erst in dem folgenden an jene geknüpften Schwank,und in diesem wird nicht die alle Bäuerin, sondern er von ihr geäfft.

Dass die Anführung des Pfarrers zu Gerdau, dass das Gelübdedes Gehorsams für den Mönch seine bindende Kraft verliere, ebenso aus der Luft gegriffen ist, wie seine Behauptung von der Nolli-wendigkeit, das Band einer fünfzigjährigen Ehe zu erneuern, wirdkeines Beweises bedürfen für jeden, welcher die Bedeutung der Sa-cramente in der christlichen Glaubenslehre kennt.

Gerdau ist ein Pfarrdorf im Amte Bodenteich, unter Inspectiondes Klosters Ebstorf. Zu Ehstorf war ein jungfräuliches Benedic-tiner-Kloster für 46 Nonnen unter einer Priorin und einem Propste.

Historie LXYHI.

Eine ähnliche Geschichte findet sich in der ältesten Ausgabe vonPauli’s Schimpf und Ernst Nr. 635 (im Register Nr. 632), wieein Bauer von drei Leuten beschwatzt wird, dass sein Thier, wel-ches er für ein Schaf hält, ein Ilund sei, worauf er dasselbe in Ver-zweiflung weglreibt.

1. Das ulte Stadtrechl von Lüneburg, licruusgegelieii von W. Th. Kraul.S. 2S.

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