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Dr. Thomas Murners Ulenspiegel
Entstehung
Seite
263
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Erläutcrungcii.

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Historie L\II.

Erfurt wird liier zu Hessen gerechnet. S. Krufl'ter lässt denNamen des Landes ganz weg, die Erfurter Ausgaben setzen anstattdesselben berichtigend : Düringen.

Die Bezeichnung: Dresden vor dem Böhmer Walde, deutetauf eine Zeit, wo dieser noch bekannter war als jene Stadt. JenerName ward auch noch lange nach Feststellung der Grenze Böhmensgegen Sachsen dem diesseits der Grenze gelegenen Walde gegeben,s. Sebastian Münster Cosmographie. Die Nähe des trefflichenHolzes muss das Schreinergewerbe in Dresden gefördert haben. Dassdasselbe mit besonderer Kunstfertigkeit geübt wurde, dürfen wir wohlschon vom vierzehnten Jahrhunderte, gewiss aber von Murners Zeitannehmen in einer Residenz, deren alle Kunstschälze dort gesam-melt sind, weil die Zeitgenossen ein lebhaftes Interesse daran nahmenund welche, wenn nicht dort entstanden, doch zur Nachahmung er-wecken mussten.

Historie LXIII.

Die Erwähnung des im Jahre 1125 zum römischen Könige er-korenen Grafen von Supplenburg, Lothars, passt nicht zu den übrigenerwähnten Umständen, am wenigsten zu der Zeit Lleuspicgels, aber auchnicht zu der Einführung der Brillen. Doch erklärt es sich leicht, wiecm niedersächsischer Erzähler den Namen des der lleimalh seinesHidden benachbarten Supplenburg in den Text brachte. Fi schartin seinem gereimten Eulenspiegel hat, so wenige Aciideruugen vondem ihm vorliegenden Texte er sich auch gestattete, diesen Misgrilfnicht nachschreiben wollen und statt dessen den Grafen von Schwar-zenberg genannt. Graf Günther von Schwarzhurg ward bekanntlicham 1. Januar 1349 zu Frankfurt zum römischen Könige ernannt,doch belagerte er die Stadt -nicht. Wahrscheinlicher ist es mir, dassSupplenburg aus Lützlenhurg entstanden ist. Karl , Herzog vonLützelhurg, ward 1347 zum römischen Könige erwählt und zwar vor-züglich durch den Herzog von Sachsen und den hier als auf desneuen Königs, Karl IV., Parlhei stellend genannten Erzbischof vonTrier. Wolllc man auf den Titel des Grafen besonderes Gewichtlegen, so könnte man in dem gedachten römischen Könige den Gra-fen Heinrich von Liilzlcnburg suchen, welcher besonders auf Betriebseines Bruders Balduin, Erzhischofes von Trier, seit 1307 (f 1354,)durch die am 22. November 1308 auf dem Königstuhl zu Densegeschehene Vorwahl und die bald darauf zu Frankfurt am Alain vor-geiiommene feierliche Wahl ernannt, am G. Januarsl309 aber zuAachen gekrönt wurde. Gegen lelztcie Erklärung lässt sich der Ein-