Erläuterungen.
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selion. 1 ) Diese Erfindung alter und noch mehr deren AnwendungUlenspiegels auf den Papst, möchte in einer bekannten Liebhabereides zu der Zeit, wo Murner seinen Helden gestaltete, regierendenPapstes Leo X. ( I 513 — 21) zu suchen sein. Dieser hochgebildeteMedicacer, welcher alle höheren geistigen Genüsse so sehr beförderte,besass eine eigcnlhiimliche Vorliebe für Hofnarren und ähnliche Pos-senreisser, so dass diese nicht selten benutzt wurde, um Zutritt heiihm zu erlangen. 2 )
Auch findet derselbe Schwank sich kurz, erzählt bei J. PauliSchimfpl' und Ernst Nr. CCCXXX, von einem deutschen Abenteurer zu Rom.Die Wirlhin ist dort- aber auch eine Deutsche und nicht aus denobersten Geschlechtern zu Rom. Sie wird hei Pauli nicht gerufen,um ihr ChristenLhum zu bezeugen, sondern um sie wegen des ihremGaste angeblich erlheilten schlechten Rallies zu bezitchligen. DieWette geht auch nicht um die grosse Summe von hundert Ducaten,sondern nur um soviel Gulden. Es kann liier am wenigsten auf dieSumme ankommen, doch mögen wir erinnern, dass eine Summe,welche 1519 in Deutschland glaublich war, bei dem vorhällnissmäs-sig stalionairen Werlhe des Geldes vor der Entdeckung von Amerikaauch 1327 nicht zu gross gewesen ist. Im Uebrigen stimmen beideErzähler zuweilen selbst wörtlich überein.
Das Sprichwort : “gang nach Rom frommer man und kum herwider nequam”, ist mir wörtlich so nicht vorgekommen, doch findetsich manches ähnlichen Sinnes bei II. Bebelii Proverbia Germa-nica, Agricola a. a. 0. Nr. 719 und Frank a. a. 0. S. 156 b .158 1 ’.: “Je näher Rom, je böser Christen”. “Der nach Rom zeucht,der fliehet einen febalk, Zum andern mal findet er jn, Zum drittenbringt er jn mit jin”.
Die alterthümliche Bezeichnung eines Ofterling findet sichhoch in S. Krufftcrs wie in den Erfurter Ausgaben ; fehlt aber schonin der Augsburger u. a. In Rom passt sie nicht für den nordwesl-w'ärts kommenden Fremden.
Die Capelle Jerusalem zu St. Johannis Lateranen ist in der Augs-burger Ausgabe, wohl nicht ohne Absicht, in Johannem Latronem ver-wandelt.
Die schalkhafte Benutzung der demuthsvollen Bezeichnung, welcheder Papst sich selbst ertheill, durch den frechen Osterling, zu einerAnrede: “Du Knecht aller Knechte”, findet sich auch in den übrigenältesten deutschen Texten.
Der Romfalirl Ulenspiegels gedenkt übrigens auch Historie LXXXIV.
Herr von Murr bat schon bemerkt, dass diese Erzählung nicht
1. Dunlop, Geschichte der Dichtung, übersetzt von F. Liep recht. An-merk. 360 u. S. 542. 2. Jovius in Vita Leonis X.L.1V. pag. ISO. Iloscoe
Life of Leo X. T. IV. pag. 335 sq.