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Erläuterungen.
welchen Goethe als Deutschen Gilblas eingeführt hat, erzählt inseiner Biographie S. 469, dass er ums Jahr 1790 dort einen Steingesehen, wohin Eulcnspiegel, auf einem Karren voll Erde sitzend, ge-fahren wäre, um zu zeigen, dass er Landesherr sei.
Während die beiden Residenzen des Ilerzoglhumes sich Ulen-spiegels Erdreich streitig machten, wurde beinahe derselbe Schwankvom Gonella erzählt, welcher aus Ferrara verbannt, in einem Korb-wagen, welchen er mit Erde aus Padua angefüllt halte, auf den Marktjener Stadt vor den Herzog Borso (j- 1471) fuhr, welcher jedochdiese Exterritorialität nicht geneigt war anzuerkeunen. ') DerselbeSchwank wird auch vom Pape Theun, Ilofnarrn Kaiser Karls V., be-richtet.
Historie XXVII.
Diese und die nächstfolgenden Erzählungen sind dem PfaffenAmis entlehnt, und zwar die vorliegende aus V. 491 —804. Diesefindet sich auch im Conde Lueanor Cap. 7. Auch die vorliegendeErzählung hat das Verdienst einer eigenlhiimlichen Umgestaltung undneuer Züge. Wenn Ulenspiegel hier ein Abenteurer genannt wird,so ist dieser Ausdruck in dem alleren guten Sinne zu nehmen, wel-cher keinen wandernden Künstler beleidigt. Er kommt aus Flandern,wo die Malerei blühte, und bringt Tüchlein und Kunststücke mit, d.h. Gemälde auf Leinewand; später mall er angeblich al fresco.
Wohl nicht ohne Absicht wird dem Landgrafen das Studium derAlchemie beigelegt, da dasselbe ihn leichter zu dem Glauben an diemagische Wirkung von Ulenspiegels Bildern führen konnte.
Es wurde hier dem vorgeblichen Künstler aufgetragen, die Vor-fahreu der Landgräfin zu Hessen, worunter die heilige Elisabeth, be-graben zu Marburg 1227, verstanden wird, zu malen. Diese warbekanntlich die Gemahlin des Landgrafen von Thüringen, Ludwig VI.,und die Tochter des Königs von Ungarn, Andreas II. Von beidenstammen die Landgrafen von Hessen. Der von Ulenspiegel auf-gezählte Stammbaum scheint sich auch nicht einmal auf noch sofabelhafte Slammsagen zu stützen. Von den von ihm angeführ-ten Namen ist nur der letzte, Ludwig der Fromme, Landgraf vonThüringen (f 1192), der Vater des vorgedachten Ludwig des Hei-ligen, geschichtlich. Comisch ist die Einführung der Colonna’s undGiusliniani, und der letzteren Vermengung mit jenem Kaiser gesetz-geberischen Angedenkens. Als Ahnherren aus Ilaiern würden wirHerzog Garibakl oder Tassilo suchen, doch mag dem Murner, wel-cher zur Zeit der Redaction des Ulenspiegel sich mit der Ueber-
I. Flöget Geschichte der Hofnarren S. 314; ähnlich auch in Sachetti’sNovelle 27.