2-12
KrI au I urii iigcri.
finden sich darin noch Bruchstücke einer gläsernen Trompete, einesschwarzen Plüschkäppels, eines schwarzen, künstlich gestickten sei-denen Mantels oder Wamses und eines irdenen Kruges, welche Dingesiimmtlich die Sage als von Eulenspiegcl herrührend bezeichnet. Jetztund wahrscheinlich scit 16G2, wie eine Inschrift in der Spitze desKuppelgewölbes vermuthen lasst, ist dieses Zimmer als Archiv desStaatshaushaltes benutzt, mag früher auch als Staalsgefüngniss benutztsein. Eine in der Mauer des Thurines hefindlichc enge und sehrsteile steinerne Treppe führt dann nach den uheren Böden des Thur-mes, wo man eine schone weite Aussicht geniesst.
Es wird wohl Niemand in Abrede stellen, dass, falls das wirk-liche Dasein des Till Vienspiegel nachzuweisen ist, keine mit seinenWanderungen verknüpfte Sage, abgesehen von dem Werthe der vor-gczeiglen Reliquien, seinen Aufenthaltsort besser begründet, als die-ser Warlthnrm, welcher jedenfalls einige Jahrhunderte alter sein wird,als das Jahr, in welchem Till Anhalts Eeiude, wenn sie kamen, nicht,wohl aber wenn sic nicht sichtbar waren, anblies, und stets seihstzum Ausmarsche der letzte, zur Heimkehr der erste war.
Die Erfurter und andere Ausgaben haben anslatL des Thurm-blasers: Hausmann. Krull'ter hat : kurweehter, hernach koirweehter,und lhur(u)blefer. Dieselben Ausgaben haben den Ausdruck: quek,misverstanden für “Speck das gerauhte lebende Vieh, welches zer-hauen und gebraten wird, dazu liielL man sich mit Sieden und Bra-ten”. Krufller vereinigt beides: “Der graff was ein weil tzofryddenvnd hoild ouch do ein lioulf veiler few vp fyn viand vnd flogen dozo herd mit lyten fpecks vnd brieden”.
S. 30 Z. 16: Ich fafz vf dem Ihurn vnd fchmolt.Schmelzen ist hier figürlich für vor Hunger vergehen. Ivrufllcr: fafte.Die Erfurter u. a. Ausgaben: ich fafs . . vnd muft an den klawenlaugen. Unter mehreren versilieirlen Erzählungen dieser Geschichteist die von A. W. Schlegel hervorzuhebon.
Historie XXIII.
liier ist die zweite Erzählung, welche dem Pfarrer vom Ka-lenberg, der Vorrede gemäss naehgehildcl ist. Doch ist nur derSchwank gehliehen, worin das gegebene Fürstenwort in gegenseitigerbester Laune gemissbrauchl mul verspollet wird. Die Umgebungensind indessen durchaus verändert : von der Donau werden wir nachDänemark versetzt, statt an Herzog Otto den Fröhlichen wird an denvom Verfasser nicht benannten König Christoph II. zu denken sein,bis an dessen im J. 1332 erfolgten Tod, hei welchem Ulenspiegelgehliehen sein soll. Wenn man aber hier die Dichtung verkennenkönnte, so möchte alle Geneigtheit, welche eine historische Grund-lage sucht, erschüttert werden, und man kaum noch der Mulhmasung