Ausgaben von 1566— 1571.
Am Schlüsse eines prosaischen Vorworts , betitelt "Einabred an die Eulenspieglcr vnnd Schalckskliigler, Auch an dieEulenstrigler und Eselsziegler”, unterzeichnet er sieh: Der Eulen-zunfft gutwilliger Eulenreimer vnd Eulenreiffer Maintzer ge-heilten. Auch kurz vor dem Schlüsse des Gedichts sagt er:
cc Dann Eulenhandt bringt Ilellenbrandt,
Aber die fromhkeit hcilandsftand.
Wie solches täglich wird erkannt: — — —
So war ich Mentzer bleib genannt.”
Die grösste Auszeichnung, welche dem Ulenspiegel je wider-fahren, ist wunderlicher Weise die unbekannteste gehliehen, ichmeine die vorgedachte Bearbeitung desselben in deutschen Versendesselben durch Fischart. Freilich beweiset aber auch diesesBeispiel, da jene Uebersetzung einen zweiten Abdruck nicht er-lebte und sogar bisher zu seinen völlig verschollenen Schriftengehört hat 1 ), wie vielmehr die einfache Erzählung des Volksbu-ches das Volk anzieht als aller Geist, der Sprachreichthum, dieFülle neugeschaffener Worte, die treffendsten und oft witzigenBemerkungen. Es bedurfte des Gedichtes nicht für denjenigen,von dem Fischart seihst S. 179 b erklärt:cc Am ganzen Rheine auf und abDer Menschen Gedächtniss ist sein Grab.”
Zwei Zeilen, worin in glücklichster Kürze ausgedrückt ist,was des Ben Jonson bekanntes Epit /' auf Shakespeare vondiesem pomphaft feiert.
Schon Flügel war auf dieses Werk Fischart’s aufmerksam,welches derselbe wiederholt im Gargantua und in anderen Schrif-ten erwähnt. 2 ) Auch führt Fischart in diesem Werke einige Stel-len aus dem Eulenspiegel Reimenweis an, wenngleich zuweilenmit etwas veränderten Worten, wie sie das Gedächtniss ihm ein-gah. Eine aus seinem Podagrammischen Trostbüchlcin angeführteStelle steht in der Vorrede: "wo es aber war nicht zu bollicren, da
1. Neuerlich hat K. Güdckc mehrere Historien aus jenem ahdruckenlassen in seinen Eilt Büchern Deutscher Dichtung Ablheilung. I S. 161 - 167.
2. Flügel Gesell, der komischen Literatur Th. Ill S. 371. K. Halling a. u.O. S. 69.