XIV
wichtig, aber es fehlt doch die volle Übereinstimmung, undda die entscheidensten stellen, anfang und schloss der hand-schrift, nicht erhalten sind, das fragment aber doch so um-fangreich ist, so bedarf es noch einer weiteren Vergleichungzur entscheidung der frage.
Der beste repräsentant von C (ich gebrauche diesen buch-staben der kürze wegen auch in der angabe der Varianten beiÜbereinstimmung aller jeweilig für eine stelle vorhandenenliandschriften dieser gruppe, wobei offenbare fehler einer hand-schrift, die auf dieser lesart beruhen, nicht besonders bemerktsind) ist durchweg S, dem nur V den rang streitig machenkönnte, wenn mehr davon erhalten wäre. W steht am wei-testen von *C ab, es zeigt auch zuweilen besondere interpola-tionen (so 6 verse nach 10358); b stimmt meist zu W, häufigaber auch zu S. *C war in bairischem dialect geschrieben.S wie V zeigen vielfach diese formen, b und 1 sind ganz indieser mundart geschrieben, und schon die Vorlage von bhatte die bairischen dehnungen, wie einzelne fehler beweisen,z. b. 20387 einer statt iuwer (vorlage eurer); 21607 lioubtstatt liüt (vorlage hout) u. a. Selbst W, das ganz md. formenbietet, hat noch einzelne reste einer früheren bairischen Vorlagegewahrt, so 261231’. lenten : renten für liuten : riuten; 7963und 20192 erscheint pauz (für püze) ; noch deutlicher leitgewin(für litgebin) in der interpolation 24191, 4, wo nicht nur dasei, sondern auch das w bedeutsam ist. In dieser interpolationfindet sich auch ein beweisender reim, gepreiset : ge reiset (zert-lich gereiset, hübsch herausgeputzt, 24191, 6). Der reim swar :var (24191, 20) beweist nicht dagegen, denn in swsere istbairisch-österreichisch weder im mittelalter der unilaut durch-gedrungen (sieh Weinhold, Mittelhochdeutsche grammatik *,§ 89. 503), noch ist das in den heutigen mundarten der fall.Ulreiche : gleichen (inf. 27628, 4) ist ein unreiner reim, derdem dialekt des reimers zwar nicht entspricht, aber dem Un-geschick leicht begegnen konnte. Neuhaus liegt im südlichenBöhmen, in der Umgebung wird noch heute ein bairisch-öster-reichischer dialekt gesprochen; die stadt Neuhaus selbst istin den letzten jahrzehnten tschechisiert worden. Die herrenvon Neuhaus gehörten dem geschlechte der Witigonen an,