Druckschrift 
5 (1841)
Entstehung
Seite
120
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sein Herz, und auch er wurde schweigsam und versank inSinnen. War es möglich, daß in sein Herz ein wärmeres,ein heftigeres Gefühl für dies Geschöpf sich einschlich, alsdas des zärtlichen Mitleids? Er war betroffen, als dieserGedanke ihm durch die Seele fuhr; er bebte davor zurückals einer Entweihung einem Verbrechen einemWahnsinn. Er mit seinem so unsicher», durchkreuztenSchicksal er sich knüpfen an ein so hülfloses Geschöpf!

er die Poesie, welche selbst der geistigen Stimmungdieses reinen Wesens «»haftete, entwürdigen mit Gefüh-len, wie sie jedes hübsche Gesicht jedem rohen Herzen ein-siößen kann er Fanny lieben! Nein, es war un-möglich! Denn was konnte er an ihr lieben, als Schön-heit, welche der Geist in seinen Schutz zu nehmen verges-sen hatte? Und sie konnte sie auch nur wissen, wasLiebe sey? Er verachtete sich selbst, daß er nur einen sol-chen Gedanken in sich auskommen ließ; und mit der seinemGeist eigenen, eisernen und harten Kraft beschloß er, strengauf der Hut zu seyn gegen jede Phantasie, welche die feen-hafte Grenze überschreiten wollte, die Fanny von der Weltder Weiber schieb.

Er ward aus diesem stummen Zwiegespräch mit sichselbst aufgeweckt durch einen plötzlichen Ausruf seiner Be-gleiterin :

Oh! jetzt fällt es mir ein, warum ich die Fragean Euch that. Es ist Etwas, das mich immer irre macht

ich möchte gern, daß Ihr es mir erklärtet. Warum