Druckschrift 
5 (1841)
Entstehung
Seite
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Massen, zu genießen schien selbst der Bettler, der anden Ecken herumzog, bettelte nicht von ihr, sondern wünschteihr, wenn sie vorüberging, Gottes Segen; und der rohe,mißvergnügte Arbeiter, wich an der Mauer aus und er-wiederte mit erheiterter Stirne das Lächeln, womit dieHarmlose seine Artigkeit freundlich vergalt. Wirklich wurdedas Gewinnende und Einnehmende, was sie ihrer Zugenb,ihrer Schönheit, ihrem Unglück und ihrem rührendenFleiße verdankte, erhöht durch manche kleine Züge vonMenschenliebe und Freundlichkeit; manches kranke Kindhatte sie gepflegt, und mancher Tisch ohne Brod hatte demfür ihres Vaters Grab beiseite gelegten Schatz etwasentzogen.

Meint Ihr nicht," flüsterte sie einmal Vandemontins Ohr,daß Gott uns mehr liebt, wenn wir gut sindgegen die Kranken und Hungernden?"

Gewiß, so lehrt man uns glauben."

Nun, ich will Euch ein Geheimniß anvertrauensagt es nicht weiter. Großpapa sagte einmal, mein Vaterhabe böse Dinge gethan; wenn nun Fanny gut ist gegendiejenigen, denen sie helfen kann, so denke ich, wird Gottsie freundlicher erhören, wenn sie ihn bittet, ihrem Vaterzu verzeihen, was er gethan. Glaubt Ihr das auch? Sagtes Ihr sehd so klug!"

Fanny, Ihr seyd klüger als wir Alle, und ich fühlemich bester und glücklicher, wenn ich Euch reden höre."

Es gab in der That viele Augenblicke, wo Vaude-mont der Ansicht war, ihre geistigen Mängel hätten längst