8S
während sie ihre Geschäfte in den Läden abmachte. Ob-gleich in der That Fannys Verstand innerlich reifte, täuschtedoch oft die Oberfläche das Auge hinsichtlich der Tiefe.Es war mehr das, daß irgend Etwas die Geisteskräfte inihrem WachSthnm zurückhielt, als daß sie selbst gefehlthätten. Ihre Schwäche war mehr die einc-s Kindes, alseines mit unheilbarem Schwachsinn behafteten Geistes.Zum Beispiel, sie führte den kleinen Haushalt mit Geschickund Klugheit; sie konnte das für ihre einfachen Verhält-nisse Erforderliche im Kopfrechnen so schnell wie Vaude-mont selbst; sie kannte den Werth des Geldes, was beimanchen von uns klugen Leuten nicht der Fall ist. Ihreschon in ihrer Kindheit bemerkenswerthe Geschicklichkeitin verschleimen Zweigen weiblicher Handarbeit war nichtnur durch Beharrlichkeit, sondern auch durch Erfindungs-geist und ein eigenthümliches Talent zu einer wunderba-ren, ausnehmenden Vollkommenheit gediehen. ZhreSticke-rei, zumal in der damals seltneren Gattung, Blumen aufSeide zu sticken, war sehr gesucht bei den großen Modi-stinnen von London, zu welchen sie immer ihren Weg fanddurch die Vermittlung der Miß Semper. So daß diesAlles sie Jahre lang in Stand gesetzt hatte, alle Lebens-bedürfnisse für sich und ihren blinden Beschützer zu bestrei-ten. Und ihre Sorgfalt für den Alten war schön in ihrerängstlichen Aufmerksamkeit. Wo ihr Herz Antheil nahm,da zeigte sich nie eine Geistesschwäche. Vandemont wargerührt, als er sah, wie viel liebevolle und mitleidigeAchtung sie in der Nachbarschaft, zumal unter den geringem