Druckschrift 
5 (1841)
Entstehung
Seite
85
Einzelbild herunterladen
 

brauchen, getröstet und gestärkt hatten, klangen wiederin seinem Ohr, als er an die Küste seiner Heimath sprang:Zeit, Glaube, Thatkraft!"

Wenn dies sein Charakter war in den größer» undentfernteren Beziehungen des Lebens, waren in den engernKreisen der Geselligkeit und Freundschaft viele seltne undedle Eigenschaften sichtbar. Zwar war er streng, vielleichtherrisch von einer Gemüthsart, die immer zu befehlentrachtete; aber er besaß eine innige Empfänglichkeit fürWohlwollen und Freundlichkeit, und wenn die ihm Ent-gegenstehenden ihn fürchteten, so liebten ihn dafür seineUntergebenen. In seinem Charakter war jene Mischungvon Zartheit und Trotz, welche man in den alten Schilde-rungen der Krieger findet. Obgleich in der Literatur sowenig bewandert, hatte ihm doch das Leben eine gewissePoesie der Empfindung und der Gedanken Leigebracht,mehr Poesie vielleicht in den stummen Gedanken, welchein seinen glücklicheren Augenblicken seine Einsamkeit erfüll-ten, als in der Hälfte der Blätter, die sein Bruder an demträumerischen See gelesen und geschrieben hatte. Eine ge-wisse Gedankengröße, ein Adel auswallenden Gefühls mach-ten ihn oft in dem Sinne handeln, wovon die Buch-männer dichten. Bei all seiner Leidenschaftlichkeit verach-tete er dieZngellosigkeit; bei all seinem ehrgeizigen Strebennach der Macht, die der Neichthum gibt, verschmähte erseinenLuruS. Einfach, männlich, streng, enthaltsam, warer von dem Gepräge, welches in früher» Zeiten denglücklichen Männern der That aufgedrückt war. Aber zu