8l
des Lakaien, dessen Verschwiegenheit und ZuverläßigkeitEugente, in der Nacht von GawtrehS Tod, lieber ihreeigne Ehre, als das Leben eines Andern hatte anvertrauenwollen, Philipp, wie Liancourt richtig angab, keine andreWahl gelassen, als zu thun, was Madame de Merville fürihr Glück oder für ihren guten Namen am zuträglichstenfand. Darauf war ein kurzer Frühling gefolgt — der Fest-tag seines Lebens — der Mai der jungen Hoffnung undder Leidenschaft, der glänzenden Aussicht und der Wonne— schließend mit jenem plötzlichen Tod, der ihn wiedereinsam in der Welt zurückließ.
Als er aus dem Schmerz, der »ach EugenieuS Tod sichseiner bemächtigte, erwachte und sich unter den fremdenGesichtern und den aufregenden Sceuen eines orientalischenHofes fand, wandte er sich mit harter, wtderwilliger Ver-achtung ab von Genuß und Lust, als einer Untreue gegendie Todte. Der Ehrgeiz beschlich ihn — sein Geist stähltesich, wie seine Wange unter jener brennenden Sonne sichbräunte — sein abgehärteter Körper, seine früh geweckteThatkraft, seine natürliche Verachtung der Gefahr machtenihn zu einem tapfern und geschickten Soldaten. Er erwarbsich Ruf und Rang. Aber mit der Zeit nahm sein Ehrgeizeinen höhern Flug — er fühlte sich in seiner Sphäre ein-geengt; die orientalische Trägheit, welche die langen Zwi-schenräume zwischen den Thaten ausfüllte, nagte au seinemrastlosen Temperament; er kehrte nach Frankreich zurück;sein Ruf, Liancourts Freundschaft, und Eugeniens Ver-wandte, dankbar, wie oben angedeutet, für die Großmuth,