Druckschrift 
5 (1841)
Entstehung
Seite
74
Einzelbild herunterladen
 

74

stürzte an seine Brust. Er drückte auf ihre Stirne einenKuß, der in der That rein und heilig war wie der einesBruders; und Fanny fühlte, daß auf ihrer Wange eineThräne zurückgeblieben, die nicht die ihrige war.

Nun," sagte er mit veränderter Stimme und er-griff des alten Mannes Hand,was sagt Ihr? Soll ichmeine Wohnung bei Euch nehmen ? Ich habe etwas Geld;ich kann Euch Beide schützen und unterstützen. Ich werdeoft abwesend seyn in London oder sonstwo und willEuch nicht zu viel belästigen. Aber Ihr blind und fie"(hier brach er plötzlich den Satz ab und fuhr fort)Ihr solltet nicht allein bleiben, lind diese Nachbarschaft,derBegräbnißplatz, ist mir thener. Auch ich, Fanny, habeeine Mutter verloren, und dies Grab"

Er hielt inne und fügte dann mit zitternder Stimmehinzu:lind Du hast Blumen auf dies Grab gestreut?"

Bleibt bei uns," sagte der Blinde;nicht unsert-sondern Euretwillen. Die Welt ist ein schlimmer Ort. Ichbin längst der Welt überdrüssig. Ja, kommt und wohnt inder Nähe des BegräbnißplatzeS je näher dem Grabe,je sicherer seyd Ihr; und Ihr habt etwas Geld, sagtIhr?"

So will ich denn morgen kommen. Jetzt muß ichzurück. Morgen, Fanny, sehen wir uns wieder."

Müßt Ihr gehen?" sagte Fanny zärtlich.AberIhr wollt wieder kommen. Ihr wißt, ich pflegte Jeder-mann todt zu glauben, wenn er mich verließ. Jetzt bin