Druckschrift 
5 (1841)
Entstehung
Seite
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ich klüger. Aber dennoch ist es wahr, daß, wenn Ihr michverlaßt, Ihr für Fanny sterbt!"

In diesem Augenblick hatten die drei Personen, sowie sie gruppirt waren. Jedes eine Stellung und einen Ge-stchtsausdruck angenommen, die ein Maler von gehörigerEinsicht und Geschicklichkeit wohl gerne studirt hätte. DerBesuch hatte die Thüre erreicht, und wie er hier stand, damachte sei» edler, hoher Wuchs, die herrliche Kraft undGesundheit seiner in erster Blüthe stehenden Mannheiteinen auffallenden Contrast ebenso mit der beinahe ge-spenstcrhaften Schwäche des höchsten Alters, wie mit derreizenden Zartheit Fannys, die halb Mädchen, halb Kindwar. Er hatte etwas Ausländisches in seinem Wesen unddem halb militärischen Anzug, gehoben durch das rotheBand der Bourbon'schenRitterschaft. Seine Gesichtsfarbewar dunkel, wie die eines Mauren, nnd sein Nabenhaarumwallte in dichten Locken sein stattliches Haupt. DerSoldatenschnurrbart, dicht aber glänzend wie Seide, be-schattete die feste Lippe; und der zugespitzte Bart, den dieverbannten Carlisten trugen, erhöhte noch den Eindruckder starken, stolzen Züge, und den martialischen Ausdruckdes Gesichts.

Aber als Fannys Stimme verhallend sein Ohr traf,wandte er dies stolze Angesicht ab; und die dunkeln Augen

in ihrem Glanz und ihrem tiefen Schatten beinahorientalisch zeigten sich saust und feucht. Und da standFanny in einer Stellung voll so unbewußter Traurigkeit

so kindlicher Unschuld die Arme herabgesunken