Druckschrift 
5 (1841)
Entstehung
Seite
71
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Fanny spricht viel von Euch, und betet für Euch: undFanny sie ist mir ein Engel gewesen!"

Der Fremde näherte sich und kniete halb, währendder Alte, unvernehinlich murmelnd, die Hände über seinHaupt breitete. Mittlerweile betrachtete Fanny blaß wieder Tod mit offenem Munde mit einem lebhaften,peinlich gespannten Ausdruck im Gesicht forschend dasdunkle, scharfgezeichnete Antlitz des Fremden und Zoll umZoll zu ihm hinschleichend, berührte sie furchtsam seineKleider, seine Arme, sein Gesicht.

Bruder!" sagte sie endlich, zweifelnd und schüchtern,Bruder ich glaubte, ich könne Euch nie vergessen! AberIhr seht meinem Bruder nicht gleich! Ihr seyd älterIhr seyd Ihr seyd nein! nein! Ihr seyd nicht meinBruder!"

Ich bin sehr verändert, Fanny, und Du auch!"

Er lächelte bei diesen Worten; und dies Lächelnmild und mitleidig änderte gänzlich den Charakter sei-nes Gesichts, der gewöhnlich streng, ernst und stolz war.

Jetzt kenne ich Dich!" rief Fanny im Ton unge-stümer Freude aus.Und Du kommst zurück aus jenemGrab! Meine Blumen haben Dich endlich zurückgebracht!Das wußte ich wohl! Bruder! Bruder!"

Und sie warf sich an seine Brust und brach in leiden-schaftliche Thränen aus. Dann, plötzlich sich zurückziehend,legte sie ihren Finger auf seinen Arm und sah bittend zuihm empor:

Bitte, sagt mir jetzt, ist er wirklich todt? Er, mein