irre gemacht, holte sie im Augenblick wieder ein und faßtesie bei den Kleidern.
„Halt! Ihr müßt kommen — Ihr müßt!" sagte erdrohend; und ihr Halstuch fahren lassend, schlang er seinenArm uni ihren Leib.
„Laßt mich!" schrie das Mädchen flehend, und demAnschein nach eingeschüchtert, ihr schönes, sanftes Gesichtgegen den Verfolger wendend und die Hände faltend. „Laßtmich in Frieden! Fanny ist einfältig! Niemand ist hartgegen die arme Fanny."
„ES wird auch Niemand hart gegen Euch seyn, Miß,"sagte der Mann, anscheinend gerührt. „Aber ich darf nichtohne Euch kommen. Ihr wißt nicht, was Ihr ausschlagt!Kommt;" und er versuchte sie sanft zurück zu ziehen.
„Nein, nein!" sagte das Mädchen, vom Flehen zurEntrüstung übergehend und die Stimme zu lautem Krei-schen erhebend, „nein! ich will —"
„Nun dann!" unterbrach sie der Mann, indem ersich ängstlich umsah; und mit einer raschen und geschicktenBewegung warf er ihr ein großes Tuch über den Kops,und während er es ihr mit der einen Hand fest auf denMund hielt, hob er sie vom Boden empor. Noch immerheftig sich sträubend, wußte das Mädchen sich des Tucheszu entledigen, und wieder ertönte ihr Angstschrei durchdas entweihte Heiligthum.
In diesem Augenblick hörte man eine laute, tiefeStimme: „Wer ruft?" und eine große Gestalt schien wieaus dem Grabe sich zu erheben und aus dem Schatten der