Druckschrift 
5 (1841)
Entstehung
Seite
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Kirche emporzutauchen. Noch ein Augenblick und eine ge-waltige Faust packte die Schulter des Räubers.WaS solldas? lind noch dazu auf Gottes geheiligtem Grunde? Laßsie loS, Elender!"

Der Mann, zitternd, halb vor abergläubischem, theilsauS körperlichem Schrecken, ließ seine Gefangene loS, diesogleich ihrem Befreier zu Füßen fiel.

Thut mir doch Nichts zu Leid!" sagte sie, indem ihrdie Thränen aus den Augen stürzten.Ich bin ei» armesMädchen und mein Großvater ist blind."

Der Fremde beugte sich herab und hob sie auf; dann,als er mit einem Auge, dessen dunkles Feuer durch die Däm-merung leuchtete, sich nach dem Angreifer umsah, bemerkteer, wie die Memme sich fortschlich. Er verschmähte eS,ihn zu verfolgen.

Mein armes Kind," sagte er mit jener Stimme,welche die Starken gegen die Schwachen annehmenoder der Mann gegen ein verwundetes Kind die Stimmeder zärtlichen Ueberlcgenhsit und des Mitleids,es istjetzt kein Grund zur Furcht mehr. Tröstet Euch. WohntIhr in der Nähe? Soll ich Euch heim geleiten?"

Dank Euch! Das ist gütig! Bitte, thut es!" Undmit einem kindlichen Vertrauen ergriff sie seine Hand, wieein Kind die eines Erwachsenen; so gingen fie mit einan-der weiter.

Und," sagte der Fremde,kennt Ihr diesen Mann?Hat er Euch sonst schon mißhandelt?"