Druckschrift 
5 (1841)
Entstehung
Seite
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»Der Mond, der ist ei» irrer Geist,

Zur Strafe wandelnd nächtlich;

Wie traurig ist der irre Mond,

Obgleich er scheint so Prächtig;

Als jung ich ihm in die Augen sah.

Bis das Hirn mir ging im ÄrciS,

Und jetzt denll oft mit Weinen ich:

ES kommt nie mehr i»S Gleis!"

Als das Summen dieser Worte in der Ferne des Gäß-chcnS verhallte, in welchem das Mädchen verschwundenwar, schüttelte der Polizeimann, der horchend stillgestan-den, traurig den Kopf, und sagte im Weitergchen:ArmeSDing! Man sollte sie nicht immer allein umherlausen las-sen; und doch Wer sollte ihr ein Leid thun?"

Mittlerweile schritt das Mädchen weiter in dem Gäß-chen, das von kleinen aber nicht ärmlichen Häusern einge-faßt war, bis eS in einen Kreuzsteig auslief, der in einenKirchhof führte. Hier hing die letzte Laterne, die den Pfadbeleuchtete, und einige wenige dämmernde Sterne schienenbleich herab auf das lange Gras und die zerstreuten Grab-steine, ohne den tiefen Schatten zu dnrchdringen, den dieKirche über einen großen Theil des geweihten Grundeswarf. Gerade als sie über den Steig ging, näherte sich derMann, dessen wir oben erwähnt, und der, wie auf Jemandwartend, sich an den Zaun gelehnt hatte, und sagte in sanf-tem Tone:

Ach, Miß, das ist ein öder Platz für Jemand, derso schön, wie Ihr, um allein zu sehn. Ihr solltet nie zuFuße gehen!"

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