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der Sohn des Vikomte de Vaudemont aus seiner zweitenEhe mit einer englischen Dame, in England erzogen, undjetzt erst öffentlich anerkannt. Ein nachtheiliges Gerüchtkam im Umlauf—"
„Sir," unterbrach ihn Monsieur de Liancourt sehrernst, „das Gerücht war von der Art, daß alle Leute vonEhre es brandmarken und verachten mußten — es kam,als letzter Quelle, aus dem Mund eines lügnerischen La-kaien — ein Gerücht, daß der junge Mann gleich am erstenTage seiner Ankunft in Paris der Liebhaber einer Frauvon fleckenlosem Ruse gewesen! Ich bürge für die Falsch-heit des Gerüchts. Aber ich gestehe, baß dies Gerücht nichtnur Madame de Merville, eine empfindliche —- nur allzuempfindliche Frau, sondern auch meinen Freund, den jun-gen Vaudemont zu einer Heirath bestimmte, bei welcher dieVermögensungleichheit zu groß war, als daß nicht seinHochsinn sich dagegen hätte sträuben sollen."
„Nun," sagte Lord Lilburne, „also heirathete dieserjunge de Vaudemont Madame de Merville?"
„Nein!" sagte Liancourt in traurigem Tone, „es warnicht so beschlossen; denn Vaudemont vermöge eines Ge-fühls, das den Ehrenmann bewährt, und das ich achte,wünschte, so innig und dankbar er der Madame de Mer-ville zugethan war, doch wenigstens erst sich selbst irgendeine ehrenvolle Auszeichnung zu erringen, ehe er Anspruchan eine Hand mache, nach welcher Männer von weit glän-zenderep Ilmständen umsonst gestrebt. Ich schäme michnicht," fuhr er nach einer kleinen Pause fort, „zu bekennen,