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Ansprache, und seine Erscheinung setzte sie in ein ange-nehmes Erstaunen. Wirklich lag in seinem Wesen undBenehmen jener unbeschreibliche Reiz, der mehr Anziehen-des hat, als die bloße vortheilhafte äußere Persönlichkeit,und der sich weder nachahmen noch erwerben läßt. Sietrennten sich jedoch, ohne eine förmliche Bekanntschaft zuschließen. Einige Tage nachher trafen sie sich beim Essenin einem benachbarten Hause und wurden mit Nennungder Namen vorgestellt. Der des jungen Mannes schienden Damen fremd, — nicht so ihm der ihrige. Er wnrdeblaß, als er ihn hörte, und blieb den übrigen Abendschweigsam und entfernt. Sic trafen sich wieder — trafensich oft; und einige Wochen — ja sogar Monate — schiener so viel als möglich die unter so günstigen Vorbedeu-tungen begonnene Bekanntschaft zu meiden; allmälig aberschien die Schönheit der jüngern Dame über sein Miß-trauen oder sein Widerstreben zu siegen. Ausflüge in diebenachbarten Berge führten sie zusammen, und am Endeergab er sich willig dem Zauber, dem er anfänglich zuwiderstehen entschlossen gewesen war.
Dieser junge Mann wohnte ans der gegenüberliegen-den Seite deS SeeS in einer ruhigen Familie, deren Abgotter war. Sein Leben war in beinahe mönchischer Reinheitund Ruhe verflossen; sein Geschmack war höchst gebildet,sein Charakter schien sanft und mild; aber unter dieserfriedlichen Außenseite brachen manchmal Blitze der Leiden-schaft hervor — eine glühende und reizbare Dichternatur.Er hatte kaum jemals, seit seiner frühesten Kindheit, diese