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geknickte und verwelkte Gefühle. Ihr Sinn für Rechtund Unrecht war durch die Leidenschaft, der fic sichbis zum Wahnsinn hingegebcn, verwirrt, und jeneheißen, tragischen Empfindungen, welche wir bei denFrauen des Alterthnms, einer Medea, einer Myrrha,finden, Empfindungen, welche die ganze, einmal vonder Liebe ergriffene Seele im Sturm fortrisscn, —herrschten und tobten in ihrem Busen.
Die Zeit verging; ein leichter Schritt trat indas Gemach, wo Npdia noch immer ihren finsternBetrachtungen nachhing.
„Dank scy den unsterblichen Göttern!" rief Julia,„ich bin zurück, ich habe diese schreckliche Höhle hintermir; komm, Npdia, brechen wir sogleich auf!"
Erst als sic wieder in der Sänfte Platz genom-men , hob Julia von Neuem an:
„Achl" sprach sie zitternd, „welch ein Anblick!Welche furchtbaren Beschwörungen! und dasTodtcn-gcficht der Here! Aber reden wir nicht hievon, ichhabe den Trank erhalten — fic verbürgt sich für dieWirkung. Meine Nebenbuhlerin wird seinem Augplötzlich gleichgiltig werden, und ich, ich allein werdeder Abgott des Glaukus sepn!"
„Glaukus?" rief Npdia.
„Ja, Mädchen, ich sagte Dir Anfangs, cs scynicht der Athener, den ich liebe; aber jetzt sch ich,daß ich Dir vollkommen trauen darf: — cs ist derschöne Grieche!"