Druckschrift 
4 (1836)
Entstehung
Seite
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dachte an ihr eigenes ftcundloscs Schicksal: sie warfern von dem Land ihrer Geburt, fern von der liebe-vollen Obhut, die einst die Maienschaner ihrer Kind-heit sänftigte; des Tageslichtes beraubt; nurFremdlinge zu Führern ihrer Schritte; das ein-zige jugendliche Gefühl ihres Herzens vom Fluchgetroffen; liebend, aber ohne Hoffnung, aus-genommen den trüben unhciligen Strahl, der ihrGemüth durchzuckte, als ihre thcssalischc Fantasiesich halb zweifelnd an Zauberkräfte und magischeEinwirkungen hielt!

Die Natur hatte in das Herz dieses armenMädchens Samen von Tugenden gesät, die nie zurReife kommen sollten. Die Lehren des Unglücks findnicht immer heilsam; zuweilen mildern und bessernsie, eben so oft aber verhärten und verkehren sicauch. Sehen wir uns selbst vom Schicksal rauherbehandelt, als die andern Menschen um uns her,ohne in unserem eigenen Thun einen gerechten Grundfür solche Strenge zu finden, so werden wir nur zugeneigt, die Welt für unsere Feindin zu halten, unsin Trotz zu hüllen, gegen unser sanfteres Selbst an-zukämpfen und den finstern Leidenschaften Raum zugeben, welche durch die Empfindung erlittenen Un-rechts nur zu leicht in Gährnng kommen. Frühzeitigin die Sklaverei verkauft, einem habsüchtigen Zucht-meistcr zugewiesen, endlich ihre äußeren Verhältnissenur wechselnd, um ihr Loos noch mehr zu verbittern,trug Npdia in ihrer von Natur so edlen Brust nur