Druckschrift 
4 (1836)
Entstehung
Seite
88
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Drittes Kapitel.

Sine gebildete Gesellschaft und ein Diner a la Modein Pompeji.

Unterdessen schlenkerten Sallust und GlaukuSgemächlich dem Hause Diomeds zu. Trotz seinerLebensweise fehlte es Sallust nicht an vielen schäßcns-werthcn Eigenschaften. Er wäre ein thätiger Freund,ein nützlicher Bürger, kurz, ein trefflicher Menschgewesen, hätte er sich nicht in den Kopf gesetzt, einPhilosoph zu sein. Gebildet in den Schulen, worömischer Plagiarismus dem Echo griechischer Weis-heit nachbctete, hatte er die Lehren eingesogcn, durchwelche die später» Epikuräer die einfachen Grundsätzeihres großen Meisters verkehrten. Er ergab sich ganzden Vergnügungen und redete sich ein, nur der lustigeGesell scy der eigentliche Weise. Immerhin besaßer jedoch ein gutes Thcil Gelehrsamkeit, Verstand,und frohe Laune, und die ungeschminkte Offenherzigkeitin seinen Ausschweifungen schien noch eine Tugendneben der vollendeten Verdorbenheit eines Klodiusund der schamlosen Entmanntheit eines Lepidus. Dcß-halb war ihm GlaukuS unter seinen Gefährten ammeisten gewogen, und er seinerseits wußte die edlcrnEigenschaften des Atheners zu schätzen und liebte ihnfast so sehr, als eine kalte Muräne oder einen Bechervom besten Falerner.